Er lebte noch, als er starb*

geplante Grabinschrift von Rüdiger Dahlke.

Dahlke, dessen Bücher – wie private Studien zeigen – von 92 % aller Berlinerinnen an deren Partner verschenkt werden, hat viele, viele Bücher geschrieben. Eins davon heißt: Die Liste vor der Kiste. Das Buch empfiehlt den Film „Das Beste kommt zum Schluß“ zu schauen. Habe ich mehrfach erledigt. Guter Film. Logischerweise steht in dem Buch noch mehr, muss ja. Und immerhin: die klassische Bedürfnispyramide bleibt uns erspart. Er hangelt sich an den zwölf „Ur- oder Lebensprinzipien“ entlang. So von wegen Hobbyfindung machen wir da jetzt mal mit. Loslos.

1. Aggressions- oder Marsprinzip

Mut entwickeln, Neuland, Räume, auch Bewusstseinsräume erobern. Assoziiert mit Entscheidungsfähigkeit, Konfrontationsbereitschaft und Zivilcourage. Für eine gute Sache kämpfen. Grenzüberschreitend Denken und Handeln.

Kommentar: kann man machen, finde ich. Ich selbst darf da beispielsweise in Sachen Tierrechte auch noch eine Schippe drauflegen. Wobei ich quasi alle nicht-veganen Kontakte maximal konfrontiert habe – oft mit Kontaktabbruch, weil der Kontakt einfach keinen Sinn mehr gemacht hat.

2. Stier-Venusprinzip

Unseren Platz in der Welt finden und sichern. Besitz und materielle Werte als Ausdruck von Selbstwertgefühl. Das eigene Revier abstecken, es auf Dauer anlegen und genießen.

Kommentar: my home is my castle? Naja, habe mein Castle letztes Jahr verkauft und den Verkauf bis heute nicht bereut. Ich vestehe aber das Prinzip und suche heimlich nach dem perfekten Ort, dem perfekten Grunstück, dem perfekten Refugium. Backup-Lösung ist hier so ein großes Grundstück meiner Eltern – schön auf einem Hügel am Waldrand. Wenn mir nix besseres unter die Hufe kommt und falls mir das irgendwann „zufällt“, geht das in Ordnung – zumal ich da zusammen mit meinem Vater so gut wie alle unsere Hunde beerdigt habe. Platz für ein Schwimmbad und einen Womo- und Expeditionsmobil gibts auch. Freundin sieht das ganz anders und gruselt sich vor Eigentum, das gepflegt werden muss. Wird sich zeigen, ob irgendwelche Mietdinger auf Koh Samui auf die Dauer passen.

3. Zwillinge-Merkurprinzip

Kontakt und Kommunikation – mit Menschen, der Welt und dem Leben – allem offen und neugierig begegnen. Anderen Kulturen und Menschen, die völlig anders sind, auflauern.

Kommentar: Passt wenig zu mir – deshalb schon mal gut. Inklusive neue Sprache(n) lernen, die man sofort einsetzen kann. Hätte aber auch nix dagegen, wenn ein paar Veganer und Tierrechtler darunter sind. So ein bisschen „common ground“ tut ja manchmal auch gut. Getmad hat mich gestern zum „Techtelmechtel“ eingeladen.

Generell und im Zweifel kann ich aber auch meine Freundin vorschicken, die macht dann alles klar und ich kann gemütlich hinterherdackeln.

4. Mondprinzip

Sich selbst als (mit-)fühlendes Wesen zu erleben, eingebunden in Natur und Welt. „Hingebungsvolle mütterliche Lieben gegenüber allen Lebewesen zu empfinden, ist hier Lebensaufgabe“. Ehrenamtliches Zeug und so.

Kommentar: jaaaha, ist klar.

5. Sonnenprinzip

„Sich in den Mittelpunkt stellen, einmal richtig glänzen.“ Karaoke singen, sich rausputzen und dann auf den Putz hauen. Nicht zögern, nicht schüchtern sein.

Kommentar: viel narzistischer darf ich jetzt, glaube ich, nicht mehr werden. 🙂

6. Jungfrau- und Merkurprinzip

Dankbarkeit und Bescheidenheit, Sorgfalt und Achtsamkeit, gute Beobachtungsgabe und Vernunft.

Kommentar: gebongt.

7. Waage-Venusprinzip

„Sich beispielsweise einen Monat / eine Woche ganz auf den Partner einlassen, sich ganz dafür interessieren, was den Partner interessiert. Vorbehaltlose Liebeserklärungen machen.“

Kommentar: hmmm. Joa. Aber nicht, dass das einreißt.

8. Plutoprinzip

Alles in Frage stellen und radikal anders und tiefgründiger denken. Etwas verschenken, woran man ganz besonders hängt. Wandlungsfähigkeit.

Kommentar: genehmigt.

Muss gerade noch was anderes erledigen. Geht später weiter…

Thomas Müller

Nur weil das nirgendwo erwähnt wird und man behauptet, dass Müller sonst „alles reinmacht“: Thomas Müller hat seit 2017 in 20 Spielen für die Nationalmannschaft satte zwei Tore geschossen. Jedes zehnte Spiel ein Tor. Thomas „Gnadenbrot“ Müller. Bisschen wie ich im Büro.

Hobbyfindung

Als angehender Grusibezieher Multimillionär braucht man ein oder am besten mehrere gute Hobbies. Als Präambel: mit dem Notebook im Bett liegen gildet nicht.

Also, was tun? Erstmal der Blick zurück. Hobbies der letzten 48 Jahre.

Holzbauklötze, Matchboxautolackiererei, Doktorspiele mit den Mädchen aus der Nachbarschaft, (Kinder-)Motorrad fahren, mit dem Luftgewehr Vögel abknallen, Wurfmesser, Pfeil- und Bogen, Armbrustschießen, mit dem Vater auf die Jagd gehen, kilometerlange Bach-Expeditionen mit dem besten Freund, lesen, Datenbanken bauen, Fußball und Tischtennis spielen, Kugel stoßen, Autos „ausleihen“, schrauben, Kunststücke mit dem Rasenmähertraktor (Wheelies und so), joggen, pokern, Stripperinnen klar machen, schreiben, Desinfektionsarbeiten (jeden Abend ein Fläschchen Jameson), platonische Beziehungen mit Barfrauen, Yoga – ungefähr an dieser Stelle wurde geheiratet, und ich hatte keine Zeit mehr für Hobbies – außer für Streiten und Unterhalt zahlen.

Ist jetzt auch nix dabei, was nach Wiederholung schreit. Lesen, Yoga vielleicht. Hatte mehrere ausgezeichnete Lehrerinnen – unter anderem eine private Hot-Yoga-Lehrerin. Und ich spiele, wann immer es reinpasst, Tischtennis gegen die von Ehrgeiz zerfressene Freundin, die es kaputt macht, dass sie in jedem Satz mindestens sechs Punkte Vorsprung braucht, um unsere Todesmatches halbwegs spannend zu gestalten. Sie kann dafür jeden Menschen im Tischkicker vernichten. Basketball spielen wir auch ziemlich oft. Mit dem Rasenmähertraktor mit Kopfhörern rumgurken, dabei sehr laut und falsch singen ist auch gut – außerdem tut ein frisch gemähter Rasen meiner Nazi-DNA gut.

Kurz nach den anderen gucken: der Frugalist ist Skateboarder. Hab gerade ein sehr passables Longboard an die Kinder verschenkt. Sieht nicht gut aus, wenn ich auf dem Ding stehe. Der TÜV würde uns auch sofort verhaften.

Das ultimative alles verbindende Hobby wäre meiner Meinung nach ja das Segeln geworden. Allein: die Freundin kotzt schon im Hafen alles voll. Stört nicht weiter bei den miesen CTSO-Kursen. Ab 150 USD gucke ich mal, ob das Meer-Womo hier was taugt:

Und was jetzt, wo mich Cap Gemini nur mit viel Wohlwollen unter die 21 Mio Millionäre weltweit zählen würde?

Irgendwas kostengünstiges. Ist nie verkehrt.

  • Lesen – (fast) immer gut
  • Mopped fahren – 125er in Shorts mit Jethelm
  • Schwimmen in möglichst schönen Seen
  • Kochen

Ich gebe zu: der große Wurf ist nicht dabei. Wenn jemand noch einen Tipp hat – her damit!

Ein Herz für (Bonzen-)Kinder und osteuropäische Entspannungstherapeutinnen

Fremdvermietete Immobilien prinzipiell nie verschenken oder vererben. Immer schön den Kindern verkaufen.

Die meisten begüterten Rentner, die ich so kenne, haben ein Berliner-Testament. Heißt: Ehemann beerbt Ehefrau oder umgekehrt. Hier und da nutzt man die 400 k€ Schenkungsfreibeträge alle zehn Jahre um die Kinders zu versorgen. Kann man machen, ist aber (meistens) grunddoof, wenn es um fremdvermietete Immobilien geht.

(Beispiel-)zahlen bitte – so sähe ein typisches Steuerschicksal aus:

Anmerkungen:

  1. Die Schabulzkes haben die vermieteten Immobilien für 1,2 Mio Euro vor 15 Jahren erworben.
  2. Die Kaltmieteinnahmen liegen bei 150.000 Euro p.a.
  3. Alle Beteiligten zahlen 42 % Steuern
  4. Schenkungstermine waren irgendwie nervig und sind im Tagesstress untergegangen

Knapp 1,2 Mio Euro sind futschi. Eine Menge Holz. Dafür könnte man 2.400 Mal in der FKK-Oase zur Entspannungstherapie für jeweils 500 Euro antreten – hat man mir gesagt.

Jetzt Trick 17. Onko und Onka verkaufen die Mietimmobilie an ihren einzigen und damit ultimativen Lieblingssohn, Enricko.

Die Erbschaftssteuer sinkt um rund 800.000 Euro. Geht. Aber es kommt noch besser:

  1. Der Verkauf erfolgt in einem solchen Setup grundsteuerfrei.
  2. Die Abschreibung kann nun frische 50 Jahre mit 2 % auf den aktuellen Kaufpreis von 3 Mio Euro vorgenommen werden.
  3. Onko und Onka haben die Bude mit 2 % auf 1,2 Mio Euro abgeschrieben.

Vor dem Verkauf errechnet sich folgendes Onko + Onka Nettoeinkommen:

Haus wird jetzt zu satten 3 Mio an den Sohn verkauft, der den gleichen Steuersatz hat – aber jetzt eine frische Abschreibung für 50 Jahre mit 2 % auf den aktuellen Kaufpreis von 3 Mio vornehmen darf:

Tata. Die höhere Abschreibung resultiert in deutlich mehr Netto. Hurra!

Übrigens: die 3 Mio Euro Kaufpreis werden von einem Profi-Steuerberater finanzamtskompatibel in eine Rente umgerechnet, die abgaben- und steuerfrei vom Filius an die Eltern bezahlt wird. Idealerweise haben die Eltern also noch eine gewisse Restlebenserwartung – aber geht schon irgendwie.

Nebenbei: ohne Verkauf hätten Onko, Onka und Enricko die Mietimmobilie noch 35 Jahre zu 2 % auf 1,2 Mio Euro absetzen können – hätten also noch 840.000 Euro mit 42 % absetzen können – hätten also 352.800 Euro gespart.

Durch den Verkauf kann Enricko satte 50 Jahre zu 2 % auf 3 Mio Euro absetzen. Enricko kann so 2,1 Mio Euro mit 42 % absetzen und effektiv 882.000 Euro sparen – noch mal gut eine halbe Mio Euro mehr im Sack.

Und was ist mit der Schenkung?

Schenkung (pro Elternteil 400.000 Euro) schön für die selbstbewohnte Immobilie ohne Abschreibunsgmöglichkeit oder für Cash/Depot einsetzen.

Die Erbschaftssteuer ist um über 1 Mio Euro gesunken – alles ohne Stiftungs- und GmbH-Gedöns. Hinzu kommt gut eine halbe Mio effektiv weniger Steuern über den neuen Abschreibungszeitraum.

Geht, oder?

Ich kenne ihn nicht persönlich, habe nix mit ihm zu tun, überlege wegen ihm aber noch auf Steuerberater umzusatteln: die Idee ist von Prof. Juhn geklaut, den man u. a. auf Youtube findet.

Hinweis: die Kaufpreisumrechnung in eine rechtssichere Rentenzahlung würde ich wirklich von einem Profi vornehmen lassen.

Kuhdrücker

Vor dem nächsten Burger King Besuch.

Erstens – dieses Video anschauen:

Zweitens – ein Rebel Whopper ohne Käse und ohne Mayonnaise dafür mit Barbecue-Sauce bestellen. Wer Hunger hat: Pommes mit Ketchup dazu. Und wer noch mehr Hunger hat: der Neuner Plant Based Nuggets mit zweimal Curry Sauce – schließt den Magen. Sollte alles vegan sein.

Hup, hup

Seit ich Wohnmobileigentümer bin, rufe ich regelmäßig „hup, hup“ in irgendeine Menschenrunde und bin 15 Minuten später on se road. Fehlt nicht mehr viel zum Rotationseuropäer.

Außerhalb des Wohnmobils passt mein irdischer Besitz in ein kleines Fach eines Kleiderschranks in der Wohnung meiner Freundin. Den meisten Platz nimmt da (noch) ein Hängeregister ein, in dem ein paar notarielle Urkunden und ein paar vermeintlich wichtige Dokumente verwahrt sind. Das allermeiste ehemalige Papierzeug ist längst in meiner 1 TB Dropbox – hauptsächlich Fotos.

Die Eigentumsverhältnisse sind übersichtlich geworden:

  • 1 x Wohnmobil
  • 1 x Mopped
  • 1 x Klapprampe
  • 2 x Motorradhelm
  • 1 x bester Kurierrucksack der Welt von Ortlieb fürs Mopped
  • 1 x Smartphone
  • 2 x Notebook (1 x davon beruflich)
  • 1 x Tablet
  • 2 x Kopfhörer (1 x Kabel, 1 x Bluetooth)
  • 1 x Bluetoothbox
  • 2 x Powerbanks (gute)
  • 1 x Notebooktasche
  • 3 x Ladekabel
  • 8 x Shorts (inkl. 3 Badeshorts)
  • 5 x Jogginghosen
  • 15 x T-Shirts kurz
  • 15 x T-Shirts lang
  • 20 x Unterhosen/Shorts
  • 10 x Socken
  • 2 x Crocs
  • 1 x Turnschuhe
  • 1 x Herrenschuhe
  • 1 x Anzugshose
  • 5 x Oberhemden
  • 3 x Freizeithosen (Jeans und so)
  • 3 x Jacken
  • 4 x Bettwäsche (ich habe im Womo zwei Queensize-Betten)
  • 1 x Zahnbürste
  • 1 x Bürste
  • 1 x Zahnpasta
  • 1 x Deo
  • 1 x Duschzeug
  • 1 x Shampoo
  • 6 x Handtüchter
  • 1 x Ventilator
  • 1 x Pad-Kaffeemaschine (braucht die Freundin)
  • 1 x Milchaufschäumer (braucht die Freundin)
  • 1 x Staubsauger und ein bisschen Putzzeug
  • 4 x Lamzac/Fatboy-Dinger
  • 1 x Grill
  • 1 x Klapptisch
  • 4 x Klappstühle
  • 1 x Wäscheständer
  • 10 x Bücher (wichtiges Zeug zum immer wieder lesen)

An (Koch-)Geschirr habe ich ein Minimum. Lebensmittel und Vorräte reichen immer so für zwei Wochen. Trinkwasser hält auch so zwei Wochen (sind 230 Liter gesamt). Wobei ich nachwievor Mineralwasser trinke und einfach ein paar Getränkekisten in der Heckgarage habe. An Gas habe ich immer 44 kg dabei (4 Flaschen), die so rund vier Monate reichen. Strom gibt es über die Solaranlage bzw. Ladebooster bzw. Lithiumakkus bzw. über den Wechselrichter, der für 2.000 Watt Dauerbelastung ausgelegt ist.

Alles in allem und je nach Zählweise dürfte ich meine Besitztümer von > 10.000 auf < 250 reduziert haben. Wobei dieser Minimalismus völlig ungeplant und quasi nebenbei passiert ist.

Ausgangspunkt für alles war die No-Limit-LTE bzw. 5G-Flatrate der Telekom, die nachwievor gut bis sehr gut funktioniert. Wie meine Tochter vor Jahren festgestellt hat: zu Hause ist da, wo man das WLAN-Kennwort hat.

Ist das was für jeden? Weiß ich nicht. Ich hatte und habe autistische Tendenzen – so von wegen hundert Jahre im Bett liegen und niemanden sehen. Die Quasi-Wohnsitzlosigkeit lockert den „Autismus“ etwas auf. Man ist per se mehr in Bewegung. Und die Flexibilität entspannt auch. Falls ich doch mal ins Büro muss und keinen Bock auf die Pendelei habe, parke ich das Womo um die Ecke. Wenn ich meine Eltern besuche, kann ich die Nerverei meiner Mutter dank Rückzugsmöglichkeit besser dosieren. Praktisch ist das Wohnmobil natürlich auch für Alkoholiker: der jeweilige Heimweg ist drastisch verkürzt.

Und finanziell? Keine Ahnung. Alles in allem stecken jetzt so 125.000 Euro in dem Projekt. Projektkosten hängen auch davon ab, ob man eine Wintertauglichkeit bzw. Doppelboden braucht. Ansonsten schaue ich, dass die Fahrleistung im Sinne einer langen Erhaltungsdauer im Rahmen bleibt. Ohne mich dabei großartig einzuschränken, schaue ich, dass ich pro Jahr nicht mehr als 12.000 km auf den Tacho packe. Wird man dann sehen müssen, wie lange die Bude hält. Tippe auf 15 und hoffe auf 20 Jahre. Gegenrechnen kann man mehr oder weniger die Miete oder verpasste Kapitalerträge aus Wohneigentum, in meinem Fall gebe ich auch deutlich weniger für Urlaub aus (Hotel, Flug) und wir sparen auch deutlich bei Kurztripps in irgendwelche Wellness-Schuppen: Trick 17 – wir buchen uns als Tagesgäste in die teuersten Spas ein, parken&schlafen im Womo um die Ecke und schlurfen dann in Badesachen ein paar Meter bis zum Pool. Solche Wochenenden haben früher ohne Womo locker einen Tausender gekostet. Theoretisch und in Verbindung mit dem Mopped in der Heckgarage spart man sich auch ein Auto.

Verpflegung/Kochen klappt übrigens wirklich gut, Stauraum ohne Ende, großer Kühlschrank mit Gefrierdings und ein Hochleistungsgasherd, der alles in nullkommanix wegbruzzelt.

Platzverhältnisse: aus meiner Autistensicht mit Sozialphobie – alleine null Probleme und zu zweit, wenn man sich mag, wirklich okay -Bedingung hier: zwei Betten und zwei Türen zwischen den beiden Betten.

An laufenden Kosten:

  • Versicherung mit Vollkasko, Diebstahlersatz mit Neupreisen – so 750 Euro p.a.
  • Steuer: 280 Euro p.a.
  • Reifen: gleiche Preise wie bei Mittelklasse-PKWs
  • Inspektion: alle zwei Jahre bei irgendeinem Fiat-Händler, sollte preislich auch human sein
  • TÜV: das Womo ist auf 4,5 Tonnen zugelassen. Ab dem sechsten oder siebten Lebensjahr bedeutet das jedes Jahr TÜV – muss man dann sehen, wie nervig und teuer das ist
  • Diesel-Verbrauch: ich fahre sehr entspannt und liege so bei 9 – 11 Liter.
  • AdBlue: 18 Liter sollten so 6.000 km halten

Wenn man die Anschaffungs- bzw. Abschreibungskosten ausblendet, halte ich es für realistisch mit 1.000 – 1.500 Euro zu zweit in so einem Ding unterwegs zu sein und zu leben. Macht pro Kopf 500 – 750 Euro.

Wie lange kann man das machen? Weiß ich auch nicht. Bis einem was besseres einfällt? Man kann das ja auch kombinieren: Grundstück irgendwo am See pachten/mieten/kaufen oder zwischendurch mal für ein Jahr nach Koh Samui abhauen und die ganze eingesparte Kohle hier rauskloppen:

Schön mit Masseur(in) und Koch. 🙂

Hat jemand einen besseren Plan – so preisleistungsmäßig?

Sochen

Bester Freund ist gerade 50 geworden. Pfui, ist das alt. Immerhin sieht er jünger aus und hat Dates mit einer Frau, die 25 Jahre jünger ist. Ohne zu bezahlen, glaube ich. Also jedenfalls nicht so mit Geldübergabe.

„Wenn der damit durchkommt, kann ich dann auch noch so ne junge Freundin haben?“ fragte ich da direkt mal bei meiner Onka nach. Ich sag‘ mal so: aua und eher nicht.

Der beste Freund hat sich aber auch besser gehalten als ich, verdient besser und will eventuell noch in die Nachzucht einsteigen. Brauche ich ja nicht mehr. Aber ich habe auch noch Optionen!

Zum Beispiel. Kommerzialisierung der Corona-Speckfalten-Silberfischzucht. Die Idee kommt von der Original-Onka:

Ansonsten arbeite ich gedanklich noch an einer neuen Version von mir. Bisschen geschmeidiger, weniger bissig, weniger direkt, weniger beleidigend, weniger wuchtig und gerne auch weniger pfundig. Aber das wird wohl nix mehr, sagt die Freundin, die ich ab sofort und nienienie mehr Onka nennen darf.

Meine Frage, ob dem Alter und dem Blick in den Abgrund nicht immer mit Humor zu begegnen ist, wurde verneint.

Was tun? Schweigen wäre super. Macht immer einen guten Eindruck. Ist aber langweilig. Empathie wäre auch super. Bei genauem Hinsehen aber meistens schwierig, wenn uns eine Kuh menschlich und moralisch haushoch überlegen ist:

Zwischendurch – auf der Trenntoilette – gedenke ich der Worte Marcel Reich-Ranickis: “Man kann einen Garten nicht düngen, indem man durch den Zaun furzt.”, hadere etwas mit dem CTSO-Kurs und verzweifle möglichst CO2-neutral und lächelnd über den Lauf der Welt. Wenn das nicht klappt: im Gefrierfach des Wohnmobils liegt immer eine Flasche Gin-Tonic mit eingebauten Eiswürfeln.

Opa II

Heute kamen die Unterlagen. Heidewitzka, Herr Kapitän. Legen wir los mit ein paar eidestattlichen Erklärungen:

Die Ortsgruppe, die er geleitet hat, dürfte zu den „judenreichsten“ Ortsgruppen überhaupt gehört haben. Nach allem, was ich gelesen habe (rund 200 Seiten) gab es nullkommanull Beschwerden aus der jüdischen (oder nicht-jüdischen) Bevölkerung. Jakob Sprenger bat ihn, Kreisleiter zu werden. Hat Opa abgelehnt. Genau wie eine hoch dotierte Stelle in den Hermann Göring Werken. Bevor es mit später mit den Deportationen losging, hat er auf einen möglichen Unabkömmlichkeitsstatus verzichtet und ist freiweillig und lieber an die Front gegangen (erst zur Wehrmacht und nach einer Verletzung zur Organisation Todt). Dass er Ariernachweise gefälscht hat, rechne ich ihm hoch an.

Er ist 1900 geboren, war bis zum 29. Lebensjahr völlig unpolitisch, fand nach vier Jahren Arbeitslosigkeit Gregor Strasser (ab 18:10) gut, trat in die NSDAP ein und war dafür insgesamt viereinhalb Jahre in Internierungs- und Arbeitslagern.

Kein Georg Elser – aber, so wie es aussieht, ein ganz anständiger Mensch – und nebenbei und laut Schreiben von Daimler Benz aus Stuttgart ein begnadeter Techniker.