Wer früher stirbt…

lebt länger ewig.

Oder: was für eine Scheiße. Oder: mein armes Herz.

Die Basis für meinen Optimismus rund um Q3 war:

  1. Dr. Chan, der CEO, im August: “We expect continued strong growth in core underlying non-COVID sales with at least 30% year-over-year growth in the second half of 2021 as well as at least 30% year-over-year growth in the full year core underlying non-COVID product sales.”
  2. Die kolportierten Penetration-Rates in Sachen Blutverdünner bzw. Kardiochirurgie.
  3. Die relative Gewissheit, dass es ein zweites Breakthrough-FDA-Approval im Oktober geben wird.

Meine Q3-Erwartung von rund 15 Mio war bei einem Ergebnis von 9,7 Mio USD maximal daneben.

Nicht gut. Da kann einem das Herz schon mal quietschen und die Lust vergehen. Was macht man an so einem Abend und am Folgetag? Hände über dem Kopf zusammenschlagen, paar (Rest-)Haare ausreißen, die Pressemitteilungen fünfmal lesen, irgendeinen Quatsch in Excel eintragen und rumrechnen, sich im Bett rumwälzen, viel fluchen und pseudokruppmäßig husten, höchtens drei Stunden schlafen, morgens um 6.30 Uhr Richtung Uniklinik fahren, um da die Freundin für eine OP-Voruntersuchung abzuliefern, ins Büro gehen, noch mal die Pressemitteilungen lesen, halbgare Gedanken machen, versuchen, Bürokram zu erledigen, in Vorbereitung auf einen beruflichen Drei-Stunden-Workshop ausgiebig stöhnen, einen Mitarbeiter trösten, dessen Vater im Sterben liegt, Freundin vom Krankenhaus abholen und wie ein geprügelter Hund nach Hause fahren, zwischendurch 17.500 Aktien zu 6,6x USD verkaufen und zum Börsenschluss 10.000 Stück zu 6,14 USD wieder zurückkaufen.

Zentraler Baustein meines Investment Cases war das Umsatzwachstum. In den letzten 32 Quartalsergebnissen ist der Umsatz Year-Over-Year gewachsen. Diese Serie ist in Q3 gerissen.

Nebenbei und lustigerweise kommt dann der Case of the Week reingeflattert und dokumentiert, was der Adsorber kann – beispielsweise im Kontext einer schweren Endokarditis:

Schlussfolgerung

  • Die Verwendung von CytoSorb führte in diesem Fall einer Patientin mit Endokarditis (Staph. epidermidis) der Aortenbioklappe mit Abszesshöhle im Bereich der links-koronaren Klappentasche und Endokarditis der nativen Mitralklappe mit postoperativem kardiogenem und septischem Schock zu einer deutlichen und stetigen Verbesserung der kritischen Situation der Patientin vor allem durch die Stabilisierung der Hämodynamik und eine Kontrolle der Entzündungsreaktion
  • In diesem Fall profitierte die Patientin dabei nicht nur von einem intraoperativen Einsatz von CytoSorb, sondern die Blutreinigungstherapie wurde postoperativ auf Intensivstation fortgeführt
  • Grundsätzlich ist anzumerken, dass CytoSorb neben einer Unterstützung der Modulation der Hyperinflammation auch zusätzlich positive Effekte durch direkte Elimination von Bakterientoxinen von häufigen Endokarditis-Erregern wie Staphylokokkus aureus haben kann
  • Die Kombination aus kardiogenen und septischen Schock und akutem Nierenversagen konnte durch den Einsatz der CytoSorb Technologie hervorragend kontrolliert werden und hat damit laut Ärzteteam vermutlich den Verlauf des Patienten entscheidend mitbeeinflusst
  • CytoSorb war in diesem Setting einfach und sicher anzuwenden“

Quelle: https://literature.cytosorb-therapy.com/infoitem/use-of-cytosorb-in-a-patient-with-endocarditis-of-the-aortic-valve-with-an-abscess-in-the-area-of-the-left-atrial-appendage-and-endocarditis-of-the-native-mitral-valve?lang=de

Was werde ich tun?

  1. Maximal genervt sein, dass die Umsatzserie gerissen ist.
  2. Mich 20x fragen für wie wahrscheinlich ich eine FDA-Zulassung im Blutverdünnerkontext halte – und die 2 – 5 Mio USD Umsatz, die zum Konsens bzw. zu meiner Schätzung fehlen, in Relation dazu sehen.
  3. Penibelst alle Webinare bzw. Anwender verfolgen.
  4. Hoffen, dass das Herzquietschen demnächst aufhört.
  5. Bisschen die Schnauze halten, was die Aktie betrifft.

Dank meiner Swingtradinggeschichten und trotz der Verluste auf den aktuellen Bestand von 179 k€ müsste ich mir erst bei unter 4 USD Gedanken machen, was meinen Leverage betrifft. Hätte da aber auch eine Idee.

Wäre schön, wenn uns diese Kursregionen erspart blieben. Vielen Dank vorab, allerliebster Superman.

Ansonsten gilt das Lebensmotto von Pfarrer Assmann. Pfarrer Assmann machte es wie Pfarrer Nolte. Und der machte es, wie er wollte.

Und wenn doch alles schief geht, darf sich mein Arbeitgeber die nächsten 18 Jahre über einen topmotivierten Mitarbeiter freuen. Und für den Fall, dass das Herzquietschen schlimmer wird, gilt der alte Militärpfarrerspruch:

Wer früher stirbt, lebt länger ewig.

Oder so.

8 Kommentare zu „Wer früher stirbt…“

  1. Hab nen Parkplatz für dein WoMo hier .. und zur Not füttere ich dich mit veganer Linsensuppe durch. Wlan und Strom spendiere ich dir auch .. und die lustigen Geschichten meiner Nachbarn gibts als Bonus .. also alles halb so wild .. muss nix quietschen.

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  2. Hi, Matthias.

    Danke sehr! Ich komme bei Gelegenheit sehr gerne darauf zurück. 🙂

    In der Zwischenzeit bomardiere ich meine E-Mail-Spezies und Blutsbrüder.

    Anbei eine Mail von letzter Nacht an den Medical Director, den ich sehr mag und der meine Einladung, bei nächster Gelegenheit einen zu saufen, angenommen hat. 🙂

    Dear X,

    in spite of higher SOFA-scores please look at the fantastic survival rate of high-dose CytoSorb hemoadsorption in cluster C in the attached jpg.

    I was wondering if Dr. Kogelmann in context of his Dynamic Sepsis Scoring study could revisit his already remarkable results and look into the amount of blood purified? In case the data is available this might make a huge difference and should be well worth the effort.

    And MAYBE this is something also to be considered by Dr. Nierhaus and his PROCYSS study?

    Source: https://www.researchsquare.com/article/rs-86728/v1

    Kind regards
    X – assuming you already know all this – but just in case 😊

    ps_
    One last MAYBE: could you please consider to invite Dr. Kuehne / Prof. Riess from Hamburg AND Prof Donest from Jena to jointly discuss the REMOVE study design in context of the current and amazing endocarditis case of the week: https://literature.cytosorb-therapy.com/infoitem/use-of-cytosorb-in-a-patient-with-endocarditis-of-the-aortic-valve-with-an-abscess-in-the-area-of-the-left-atrial-appendage-and-endocarditis-of-the-native-mitral-valve?lang=en

    Prof Donest seems to be open to discuss his study design. This is what he said when he was challenged 2019 during the EACTS if he thinks his intraoperative hypothesis is in the best interest of the patients:

    „We will see if there is an additional increase also in cytokine profile AFTER we have used the adsorber in that group than of course your argument would be a good one: why don’t you continue. That’s certainly something we need to look at. I think we should wait until we have the numbers here… and then we can discuss about those things.“


    Gucken wir mal, ob die Maschine hält und wo wir in ein, zwei Jahren stehen.

    Viele Grüße und danke noch mal
    Garnix

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  3. Was für eine Überraschung. Hat anscheinend eine ganze Weile gebraucht, bevor ich – zufällig – bemerkt habe, dass Dein Blog wieder offen ist. Und dann ausgerechnet zu so einem Zeitpunkt… Update für die Liste: Ich bin inzwischen bei 11.000 Aktien.

    Ganz schön trubelig der Oktober: Die Begründung für den Umsatzrückgang finde ich mittelplausibel, kann sie aber erstmal so hinnehmen. Aber: Die deutlich gesenkte Prognose bei den Umsätzen für H2/2021 sowie auch der damit im Zusammenhang stehende höhere Cashburn lassen mich gerade sehr nachdenklich werden. Angekündigt hatte Frau Bloch vor längerer Zeit mal ~3 Mio. pro Quartal. Im Q2/21 waren es ~5,0 Mio. und im Q3/21 anscheinend ~4,6 Mio. Dollar. Macht man so weiter, reicht die Kohle noch ziemlich genau 3 Jahre – dann müsste nachfinanziert werde… Bei der Blutverdünner-Thematik sollte der Plan – und auch der Zeitplan – also besser aufgehen.

    Tenor aus meiner Sicht: Der Case ist grundsätzlich intakt – aber er bekommt Risse.

    Wirklich optimistisch stimmt mich momentan hauptsächlich Dr. „Makis“ Deliargyris, der – soweit ich das einschätzen kann – das Studienprogram auf ein ganz anderes Level gehoben hat. Aber auch hier: Passenderweise kam gerade die PR zum ‚First Patient Enrolled‘ rein. Das angekündigte Q3 wurde also, wenn auch nur knapp, verfehlt. Ein weiteres mal. 😉

    Warten wir ab, bis sich der Staub ein wenig legt hat.

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  4. Ich zitiere Dich mal eben: „Alles, was aktuell konkret für CTSO spricht, ist eine Umsatzentwicklung, die ordentlich ist aber keine Bäume ausreißt und die Blutverdünner-FDA-Fantasie.“
    Nun wächst da gar nichts mehr beim Umsatz. Der 2021-er Umsatz wird allenfalls gleich hoch wie der aus 2020. Selbst das treue Deutschland bestellt die Dinger nicht mehr nach und der Umsatz wird hier rückläufig.
    Ein Investmentcase muss irgendwann aufgehen. Das tut dieser hier nicht. Für Dich seit vier langen Jahren nicht…

    Ich selbst hatte zu Beginn der Covid-Krise meinen Bestand mehr als verdoppelt. Als man dann Wochen und Monate nichts mehr gehört hatte – auch nicht aus China, Israel, USA etc. – aber selbst das Pflegepersonal auf Twitter verkündete, dass man den Filter hoffnungsvoll ausprobiert hätte, aber nichts Positives passiert ist, habe ich meinen Einsatz hinterfragt. Nicht das ich den Krankenschwestern glauben würde, nein, aber warum soll ich etwas auf diesen Case setzen, wenn es hier so viele Fragezeichen gibt? Wenn die Führungskräfte des Unternehmens wenig bis kein „skin in the game“ haben und ihren Bestand auch nicht erhöhen? Wenn mindestens die Hälfte aller Spezialisten den ganzen Ansatz der Therapie für ungeeignet halten? Wenn das Unternehmen keine Guidance rausgibt, weil es selbst nicht weiß, wo es lang geht? Wenn ständig Ausreden in den Earnings Calls kommen? Wenn der eigentlich gedachte Use-Case immer mehr in den Hintergrund rückt und neue Anwendungsmöglichkeiten das Narrativ am Leben halten müssen?
    Warum soll ich in Hoffnung investieren, wenn es doch Möglichkeiten gibt in die Gegenwart zu investieren? In Unternehmen, die Produkte haben, die man Ihnen gerade aus den Händen reißt.
    Ich kann im Schlaf hundert Aktien mit besseren Fundamentaldaten nennen, also wozu CTSO?
    Das waren meine Überlegungen, also habe ich einen Großteil der Aktien wieder verkauft.

    Ich verstehe nicht, warum Du Dir das antust. Du kannst nicht schlafen und es gibt Gründe dafür. Sollte man spätestens dann nicht etwas ändern?
    Man wird das Gefühl nicht los, dass es Dir vor allem ums Rechthaben geht. Frage mal Dein Geld, wie es sich dabei fühlt in CTSO-Aktien festzustecken. Es geht für Dich nicht um das Unternehmen. Du arbeitest dort nicht. Es geht um Dein Geld… Deine Opportunitätskosten sind inzwischen sicher sechstellig im Vergleich zu einem langweiligen ETF. Das ist ein konkreter Schaden.

    CTSO ist kein Wachstumswert mehr. Das wird beim Markt ankommen. Es gibt genug Bewertungspotential, dass sich Deine 800.000 € noch zweimal halbieren. Es kann natürlich ganz anders kommen. Darauf muss man aber hoffen. Das würde ich nicht wollen.
    Wenn man als Growth-Investor startet und irgendwann seinen Investmentcase als Value-Play bezeichnen muss, ist zwischendurch einiges schiefgegangen.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass sich CTSO am besten morgen verdoppelt oder verdreifacht. Nur glauben, kann ich daran nicht.

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  5. Hallo, DrKangaroo.

    Welcome back! Schön dass du wieder da bist.

    Bist du so lieb und teilst mit uns deine Einschätzung…

    1. zu den Erfolgsaussichten des STAR-T/D Trials und
    2. zur Umsatzentwicklung bzw. zur „Verbreitungsgeschwindigkeit“ des Adsorbers in den USA im Falle einer Zulassung?

    „Trubelig“ ist eine sehr freundliche Beschreibung. Ich hatte schon im September einen mittleren Schock wegen der Zürich-Studie, den ich aber für mich dank Prof. Molnar bearbeitet habe (siehe Wallstreet Online von heute).

    „Mittelplausibel“ trifft es leider nicht. Der Umsatzeinbruch ist große Scheiße. Vor allem mit dem aktuellen Kostenapparat und nach der Guidance von Anfang August.

    Versuche gerade meine Welt zu reparieren – siehe meinen Kommentar an Matthias. Kann mir wiegesagt sehr gut vorstellen, dass der REMOVE-Studienchef die Ergebnisse relativieren wird.

    Ansonsten kann ich quasi froh sein, dass ich noch nicht in der Verbannung bin. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  6. Danke, Kuma.

    Die Risse sind da, keine Frage. Vielen Dank für deinen Kommentar!
    Ich verspreche, mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen – auch mit
    dem „Rechthaben wollen“ und melde mich dazu wieder.

    Wärst du so lange vielleicht auch so nett mir/uns deine Einschätzung
    zu den Erfolgsaussichten des STAR T/D Trials rückzumelden?

    Danke noch mal und viele Grüße
    Garnix

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  7. Ich versuche mich mal an den beiden Fragestellungen – möchte aber bereits vorausschicken, dass hier SEHR viel Kaffeesatz und Bauchgefühl dabei ist.

    zu 1. „Erfolgsaussichten des STAR-T/D Trials“: Hier habe ich ein wirklich gutes Gefühl. Zum einen trägt die Studie die Handschrift des erfahrenen Dr. Makis, zum anderen ist die Begleitung durch Dr. Mack und Dr. Gibson schon ziemliche Champions League. Das Hauptziel „Incidence of peri-operative bleeding [Time Frame: Through the first 48hrs post-operation]“ sowie die diversen Sekundärziele scheinen mit Blick auf die Hamburger Ergebnisse (Asklepios Klinik) gut gewählt. Verantwortliche Personen und Setting passen also für mich… Fraglich ist für mich allerdings die Zeitschiene. Ist Dezember 2022 mit 2x 120 Patienten wirklich haltbar, wenn der First-Patient-Enrolled sich schon verspätet hat? Genau vor diesem Hintergrund ist mir die Entwicklung des Cashburns (siehe oben) aktuell auch so wichtig.

    zu 2. „Umsatzentwicklung bzw. Verbreitungsgeschwindigkeit des Adsorbers in den USA im Falle einer Zulassung“: Ganz ehrlich? Ganz große Blackbox für mich. Und zu viele Variablen. Kommen die Ergebnisse pünktlich oder verspäten sie sich ggf. deutlich? Wird es ein Sieg auf ganzer Linie bei Primär- und Sekundärzielen oder gibt es an der einen oder anderen Stelle zu viel Salz in der Suppe? Wie stark ist die US-Vertriebsinfrastruktur bis dahin bereits aufgestellt? Um nur die wesentlichsten zu nennen. Kann im Ergebnis dazu führen, dass ein wirkliches Durchstarten in den USA doch erst 2024 kommt. War für mich bei moderatem Umsatzwachstum in 2021 bis 2023 von ca. 15 bis 25% pro Jahr alles fein. Bei stagnierenden Umsätzen? Da wird es dann ggf. doch ein SEHR wilder Ritt.

    Um hier aber mit einer positiven Note zu enden: Gehe ich von einer Zulassung in den USA – früher oder später – aus? Ja. Wenn dieser Dominostein gefallen ist, insbesondere wenn die Ergebnisse sehr deutlich ausfallen, dann wird das nicht nur auf die USA Auswirkungen haben. Japan klebt, meines Wissens nach, bspw. ziemlich an den FDA-Zulassungen. Hier würde sich ein bisher null erschlossener, sehr großer Markt auftun. Vertriebspartner in allen Ländern hätten ein fettes Pfund bei der Bewerbung. Im Ergebnis – ohne es zu drastisch formulieren zu wollen – geht es bei STAR-T/D für Cytosorbents um Sieg oder Spielabbruch.

    Und: Liege ich mit meinen Einschätzungen deiner Meinung nach völlig daneben?! 😉

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  8. Hallo Garnix,

    ich stecke in der Blutverdünnerthematik nicht so tief drin wie Du. Dennoch denke ich, dass insbesondere dann, wenn es nicht um Medizin an sich, sondern um ein Investment geht, der etwas gröbere Blick im Weitwinkel auf das ganze Gebilde (Story, Wissenschaft, Verantwortliche, Fundamentals, Trend etc.) nicht schadet, sondern mit Blick auf den bösen Bruder der Rendite – das Risiko – sogar sehr nützlich ist.

    Mit sehr wenig Recherche erfährt man ja, dass das Entfernen von Blutverdünner mit CytoSorb ja im Grunde ein alter Hut ist. Schon in 2017 gab es dazu wissenschaftliche Veröffentlichungen (Angheloiu et al.)
    Damals schien das bei CTSO niemanden zu interessieren. Warum nicht? Zu kleiner Markt? Doch zu viele Nebenwirkungen?

    Ein Dr. Becker schrieb 2017 darüber:

    The hemadsorption technique described by Angheloiu et al.(2) was highly effective in removing ticagrelor, but it did so slowly. Thus, in its current form, the technique would offer less of an option for emergent indications, but could instead be used when slow removal was clinically acceptable—perhaps to facilitate a needed surgical procedure that would otherwise be delayed. There are, however, remaining issues that the investigators must address if the technology undergoes further development. These include: removal of TAM, the cause(s) of thrombocytopenia, the need for albumin infusions, and the effect of hemadsorption on unintended removal of other drugs.

    Quelle:
    https://reader.elsevier.com/reader/sd/pii/S2452302X17300517?token=002A5A03EFEF53853BD552F5EDC991E24753BC49EC78E8FD40D2E3DFDA85616C3FB81F76FEDD226B7B1AEF74F6C5E566&originRegion=eu-west-1&originCreation=20211015090711

    Ich halte es grundsätzlich für möglich, dass es eine FDA-Zulassung für die Entfernung von Blutverdünnern gibt. Die Chancen dafür sollten angesichts der diesbezüglichen Erfolge in Europa deutlich besser als 50 % stehen. Ich halte es aber auch für möglich, dass es keine gibt. Weiterhin wäre es möglich, dass es eine Zulassung gibt, die Technik aber trotzdem nicht der standard of care wird.
    Vielleicht nutzt man auch für diesen Fall die derzeitige Wunderwaffe für alles – monoklunale Antikörper. https://www.nature.com/articles/s41569-019-0191-4

    Jetzt komme ich mit meiner groben Brille und frage mich, warum war der Anwendungsfall früher nicht interessant? Dient er jetzt als Rettungsanker, um die Story fortzuspinnen? Wie groß ist der Markt wirklich? Warum gibt es so viele Skeptiker, die die Filtertechnik generell als ein unkontrollierbares Verfahren fürchten, das quasi auch immer ungewollte Sachen mit dem Blut macht? Ist CTSO in diesem Bereich wirklich einzigartig oder ist es wahrscheinlich, dass andere Filter auch Blutverdünner entfernen können? Wie lange werden die Trials wirklich brauchen? Wovon leben die ganzen Verkäufer so lange? Und und und…

    Da stehen dann wieder so viele Fragezeichen, was für ein Investment einfach nicht gut ist. Buy and hope ist keine Strategie. Ich will nicht in Hoffnung investieren. Da kann ich auch Lotto spielen.

    Viele Grüße
    Kuma

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