Management Summary

Wir haben jetzt eine Putzfrau. Und weil ich bemüht bin, Putzfrauen besser zu behandeln als alle anderen Menschen, begebe ich mich, bevor die Putzfrau morgens den Dienst antritt und sofern meine Freundin zur Arbeit gefahren ist, immer auf Kontrollgang.

Eines der Kinder hat eine auditive Wahrnehmungsstörung, die sich meiner Beobachtung nach hauptsächlich darin äußert, Kackspuren in der Toilettte zurückzulassen.

Als empfindliche Künstlerseele stehe ich dann da morgens mit der Klobürste und versuche angetrocknete Dingsda wegzuschrubbeln, um die Putzfrau nicht in Depressionen zu stürzen.

Immer wenn ich das erledigt habe, schreibe ich launische Nachrichten an die Mutter der Kinder.

„Wieder fünf Minuten Kacke weggeschrubbt im Popelpalast. Müssen über Mietminderung und Schmerzensgeld reden.“

Nach den Beschwichtigungen, die dann eintrudeln, schreibe ich immer: „ich will nach Hause.“

Dann kommt in aller Regel ein: „du bist zu Hause!“

In der Zwischenzeit habe ich dann schon die Herpescreme aufgetragen, resigniert und rege mich über was anderes auf.

Dafür war das erste Familienkartrennen letzten Sonntag sehr schön. Die Kinder, die an sich recht sympathisch sind, saßen zum ersten Mal in Karts – mit immerhin 11 PS – und mutierten zu wahnsinnigen und von Ehrgeiz zerfressenen Kamikaze-Ottos mit Messer zwischen den Zähnen. Was da an Aggressionen rauskam – fast wie an Weihnachten. Trotzdem alle mehrfach überrundet. Nachher war Schweigen im Kartong: der Oberpsychopath bin und bleibe ich.

6 Kommentare zu „Management Summary“

  1. Hallo, Gzv.

    Viktoria hat inzwischen 12.000 km auf dem Tacho (ca. 850 km pro Monat). Außerhalb der Ferien stehen an den kinderfreien Wochenenden hauptsächlich Ausflüge in Richtung Thermen/Wellnesshotels auf dem Plan. In den Ferien sind wir noch nicht wirklich aus Deutschland rausgekommen. Hier und da haue ich auch mal alleine ab – aber alles in der näheren Gegend. Die große Tour steht tatsächlich noch aus. Theoretisch habe ich dieses Jahr noch 20 Tage Urlaub. Freundin braucht mich aber gerade, weil sie gesundheitlich schwächelt. Irgendwas ist immer und die „Lücken“ mit einem Stall voll Kindern sind nicht wirklich groß.

    Viele Grüße
    Garnix

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  2. Das ist so typisch deutsch – man stellt eine Raumreinigungsexpertin ein, um weniger Hausarbeit zu haben, mit dem Resultat, dass kurz vor Eintrudeln der Dame die Wohnung vorgewienert wird, weil man ja nicht will, dass die extra eingestellte Kraft schlecht von einem denkt. Könnte auch von Loriot oder Monty Python sein.
    Sinnvoller wäre es wohl, dem renitenten Kackblag (hier offensichtlich wörtlich zu nehmen), das seine eigenen Spuren nicht zu beseitigen in der Lage scheint, so nachhaltig den Marsch zu blasen, dass sich das Problem grundlegend erledigt. Aber ja, Kinder zu erziehen ist heuer ja verpönt, laissez faire der letzte Schrei, weil man die „armen Kleinen“ ja sonst in ihren Selbstentfaltungsmöglichkeiten einschränken könnte und weil Spacken wie Jesper Juls das so und nicht anders empfohlen haben.
    Meinen Kindern käme es im Leben nicht in den Sinn, Bremsspuren in der Keramik oder der Unterwäsche zu hinterlassen, und die sind deutlich jünger als die hier beschriebenen. Aber auch das ist wieder so typisch deutsch: lieber an den Symptomen herumdoktorieren statt die Ursache zu bekämpfen – weil es auch irgendein „Experte“ mal empfohlen zu haben scheint.

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