Opa II

Heute kamen die Unterlagen. Heidewitzka, Herr Kapitän. Legen wir los mit ein paar eidestattlichen Erklärungen:

Die Ortsgruppe, die er geleitet hat, dürfte zu den „judenreichsten“ Ortsgruppen überhaupt gehört haben. Nach allem, was ich gelesen habe (rund 200 Seiten) gab es nullkommanull Beschwerden aus der jüdischen (oder nicht-jüdischen) Bevölkerung. Jakob Sprenger bat ihn, Kreisleiter zu werden. Hat Opa abgelehnt. Genau wie eine hoch dotierte Stelle in den Hermann Göring Werken. Bevor es mit später mit den Deportationen losging, hat er auf einen möglichen Unabkömmlichkeitsstatus verzichtet und ist freiweillig und lieber an die Front gegangen (erst zur Wehrmacht und nach einer Verletzung zur Organisation Todt). Dass er Ariernachweise gefälscht hat, rechne ich ihm hoch an.

Er ist 1900 geboren, war bis zum 29. Lebensjahr völlig unpolitisch, fand nach vier Jahren Arbeitslosigkeit Gregor Strasser (ab 18:10) gut, trat in die NSDAP ein und war dafür insgesamt viereinhalb Jahre in Internierungs- und Arbeitslagern.

Kein Georg Elser – aber, so wie es aussieht, ein ganz anständiger Mensch – und nebenbei und laut Schreiben von Daimler Benz aus Stuttgart ein begnadeter Techniker.

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