Hurra, ich lebe noch?


„Was ließen wir nicht über uns ergehn
Ach einerlei, der Kelch ging noch einmal an uns vorbei
Wir leben noch
Hurra! Wir leben noch!“

Das mit dem „wir“ ist so nicht mehr ganz richtig: Milva, La Rossa, hat es vor ein paar Tagen mit 81 Jahren und nach langer Krankheit aus der Kurve getragen.

Woher kennt man Milva? Dieter Thomas Heck? Keine Ahnung.

Und sonst so?

Mein Anzughosen- und Sockenproduzent, Pierre Cardin, hat’s auch hingerafft.

Diego Maradona, Karl Dall, Gotthilf Fischer, Udo Walz, Sean Connery, Herbert Feuerstein, Eddie van Halen, Birol Ünel, Fips Asmussen, Gottlieb Wendehals, Rüdiger Nehberg und Christo haben alle zwischenzeitlich ihr Bündel gepackt, sind vom Hof geritten und müssen nie mehr zum Zahnarzt. Ja, Willi Herren auch.

Merke: großer Männerüberschuss in der Liste, die Lebenszeit ist endlich, der Tod ist sicher – frei nach Norbert Blüm (auch abgekratzt).

Alles nix neues, alles abgenudelt? Jaja. Aber mit 48 Jahren und Etzlichem muss man jeden Schwung mitnehmen. Bisschen Todesangst belebt ja auch.

Was noch?

Viktoria, das Wohnmobil, ist vor 281 Tagen in mein Leben getreten. Wir sind (fast) unzertrennlich. Habe locker 200+ Tage inklusive Winter im Wohnmobil gelebt. Bis dato: allet schönchen.

Ich fürchte, dass alle Pläne und Vorstellung aufgegangen sind. Bis auf ein aufblasbares Kanu ist die Ausstattung komplett. Autarkielevel ist gut. Limitierender Faktor ist Wasser. Aber mit ein paar Extra-Trinkwasserkanistern muss ich locker zwei Wochen niemanden sehen. Mit Wasserpumpe und irgendeinem Gewässer in der Nähe, wären wir dann bei Lebensmitteln als limitierenden Faktor. Dafür gibt es aber Vorräte. Bin Großkunde von „Löwenanteil“. Und ein Mopped samt Fahrradkurierrucksack zum Rumkurven und Einkaufen gibt’s auch noch.

Wie man auf dem letzten Foto erkennen kann: die Freundin ist auch manchmal dabei und hat sogar einen eigenen Löffel.

#Tochter – WG-Projekt ist leider gescheitert. Idee war gut. Umsetzung nicht so. Lebt wieder und lieber bei ihrer Mutter. Corona + Schule + Pubertät = schwierig.

#CTSO – alles wie gehabt: bin schwer investiert und vom Kursverlauf genervt.

#Networth – war schon mal besser, steht und fällt weitgehend mit CTSO.

#Job – 100 % Womo-Office. Dank 5G-Flat klappt das erstaunlich gut. Inklusive wichtiger globaler Mandate und großer Aufmerksamkeit auf mein berufliches Tun.

#Vegan – unverändert. Alle nicht veganen Freundschaften sind quasi aussortiert. Ethik und Moral sind für mich und nachwievor schwer verhandelbar.

#Fixkosten – neben Kindesunterhalt, Abschreibung des Wohnmobils und Versicherungsgedöns liege ich monatlich inzwischen so bei 500 Euro Geldbedarf.

  • 300 Euro Lebensmittel / Essen
  • 100 Euro Freizeit (inkl. Netflix, Youtube Premium und so Zeug)
  • 100 Euro Mobilität

So. Jetzt ist es raus: mein heimliches Ziel war es immer, den Frugalisten-Oliver als dekadenten Protzer bl0ß zu stellen. Voila.

#Pläne – die Entschlackung greift langsam. Ich weiß und werde los, was nicht mehr passt. Das ist gut. Das Leben wird friedlicher und einfacher und freier. Sogar mit Job. Ein bisschen Drama ist und war immer. Und der Bedarf nach drei Salto Mortale pro Woche lässt nach. Lieber schön im Lamzac Fatboy 3.0 den Alabasterastralkörper baumeln lassen. Sag ich mal so. Bis ich was anderes sage.

Und ihr so?

25 Kommentare zu „Hurra, ich lebe noch?“

  1. Hey garnix

    schön das du wieder da bist.
    Freut mich , dass Deine Pläne aufgegangen sind. Das die WG mit Deiner Tochter nicht geklappt wundert mich etwas, die Anfänge klangen ja vielversprechend.

    Ich hoffe ich habe da nichts verpasst/überlesen und mache einen weiten Bogen um jedes Fettnäpfchen, den Eltern geht es hoffentlich gut.

    Bei mir ist die Nochfrau 02/2020 von heute auf morgen zu Ihrem neuen, 400km weit weg in deine Umgebung und hat die beiden Kinder (1+3) mitgenommen. Alle versuche die Kinder öfter (wie ausgemacht) zu sehen oder großzügige Angebote in der Nähe zu wohnen wurden ausgeschlagen. Das Gericht sagt das passt so (die Fahrerei gefährdet das Kindeswohl) und seit dem drücke ich nur ab, sehe die Kinder einmal im Monat und stehe aber noch. Wenigstens Gütertrennung wasserdicht vereinbart.

    2020 kann ich gleich mehrfach in die Tonne treten aber es geht langsam wieder bergauf und man plant weiter oder wieder. Hab heute meinen Impftermin bekommen und du bist wieder da, so manches scheint in 2021 besser zu werden, echt seltsamer Dienstag heute.

    War im übrigen super als ich Deine Kommentare bei Wallstreetonline entdeckt habe, warst ja echt fleißig. Aber keine Sorge, ich hab da keinen Account und poste da nix.

    Ach bei CTSO bin ich noch dabei, mit 7405 Stück mittlerweile und immer noch ohne Reue.

    Na denn, hab gleich Videogintonic mit dem harten Kern und wünsche Dir nen schönen Abend wo immer Du gerade stehst.

    VG
    Peter Ponkel

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  2. Hallo, Peter Ponkel.

    Schön wieder da zu sein, danke.

    #Tocher – bereue nix, wir hatten ganz überwiegend eine tolle Zeit, mit nächtlichen Spaziergängen, guten Gesprächen und Pizza auf Parkbänken. Es gab nicht viele Regeln: 1. Einmal pro Woche muss ihr Zimmer für den Staubsaugerroboter befahrbar sein, 2. Sie räumt die von mir gewaschene Wäsche selbst in ihren Schrank und 3. ich brauche das Gefühl, dass ich mich auf sie verlassen kann, wenn sie die Wohnung für sich hat bzw. dass sie mir Bescheid gibt, wenn irgendwas schief geht. Lassen wir mal so stehen. Wiegesagt: war schön und ich bereue nix.

    #Deine Familiensituation – das tut mir sehr leid. Meine Tochter war zweieinhalb, als sie mit so einem Kinderkoffer aus meinem Haus gedackelt ist. Werde ich nie vergessen. Hat gedauert, bis ich akzeptiert habe, dass nicht alles in meiner Hand ist. Dass es nicht an mir liegt, meiner Tochter das alles zu ersparen. Mein ExF wollte wegen der Liebe zwei, dreimal so 200 – 300 km wegziehen. Wenn sie damit ankam, ist mir jedes Mal die Luft weggeblieben. Schwierigste Zeit meines Lebens. Drücke dir alle Daumen und wünsche dir viel Kraft. Wenn ich darf, noch ein paar Fragen/Anmerkungen.

    1. Kannst du den Unterhalt oder Teile davon steuerlich absetzen (geht, wenn sie den Unterhalt als Einnahmen deklariert)?

    2. Wie gehst du damit um, dass nur (fast) nur noch als Zahlmeister unterwegs bist?

    3. Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Wenn nicht und bevor du vielleicht irgendwann mal psychologische Hilfe in Anspruch nehmen willst/musst, würde ich mir überlegen, jetzt noch eine abzuschließen – gibt wenig, was einen so zermürbt wie deine Situation.

    4. Wenn es irgendwie geht, eine Basis mit deiner Ex finden, bei der beide Seiten nur aufs Kindeswohl schauen und alles andere hinten anstellen.

    5. Vorbereitet sein, dass die Kinder dich irgendwann nicht mehr sehen wollen – das ist ein normales und quasi gesundes „Phänomen“, weil die Kinder zwischendurch einfach wollen, dass sich die Wunde (Trennungsschmerz) schließt. Hatte diese Situation selbst, zwei, dreimal mindestens, obwohl wir das beste Verhältnis hatten. Ganz kritische Situation und wenig bekannt: die Kinder gehen irgendwann zur Mutter und sagen, dass sie nicht mehr zum Vater wollen. Die meisten Mütter denken dann, dass man irgendein Sittenstrolch sein muss, wenn die eigenen Kinder nix mehr vom Vater wollen. War deswegen unter anderem Mal zur Begutachtung im Siegmund Freud Institut.

    6. Sorry, ich hab vergessen, wie deine berufliche Situation ist oder wie es um deinen finanziellen Möglichkeiten bestellt ist… deshalb vielleicht abwegig: die beiden jüngeren Kinder meiner Freundin fahren total auf das Wohnmobil ab. Das Ding ist schweinegemütlich und winterfest. Wenn du hier und da Homeoffice nehmen kannst, wäre das vielleicht eine Option, den Kindern das Pendeln abzunehmen und die mit einem WOMO abzuholen bzw. in der Kindergegend zu bleiben.
    Alternativ: du suchst dir in Kindernähe eine Wohnung, gibst die jetzige Wohnung auf, und, falls du den Job nicht wechseln kannst, fährst mit einem Womo oder Kastenwagen quasi auf Montage zur alten Arbeitsstelle. Klingt sicher bescheuert. Aber ich würde es so machen bzw. mache es jetzt so. Die beiden Urlaube mit meiner Tochter im WOMO waren übrigens auch super. Gäbe dir eine große Flexibilität.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. *Schwarzenegger Terminator Stimme aus dem Off:* Hes is bääääck.

    Habe öfters beim Einkaufen an Dich denken müssen (Socken-machen-glücklich). Nur ist es hier etwas eingeschränkt unter der afrikanischen Sonne überhaupt ein adequates Angebot zur Auswahl zu bekommen.

    Meine Tante hat es auch erwischt. Da kam die Unfähigkeit und das politische Geblubber zusammen: erster Impftermin musste abgesagt werden wegen Impfstoffmangel, den zweiten Termin konnte sie vier Wochen später nicht mehr wahrnehmen weil sie mittlerweile infolge Corona verstarb.

    Dafür jetzt eine gefüllte Hütte eines gut gelebten Lebens hinterlassen bekommen. Plus die ersten Angebote direkt am Tag der Beerdigung. Sehr gruselig. Das Haus erfüllt alle feuchten Träume eines gediegenen Yuppies oder Geldadels inklusive der drei Grundpfeiler einer Immobilie: Lage, Lage, Lage. Für mich nicht das Lebensmodell. Wahrscheinlich werde ich die kapitalistische Sau spielen und gegen verdecktem Höchstgebot verkaufen. Untere Wertgrenze in der Nachbarschaft vor zwei Jahren 800K.

    Krass ist die Erinnerung an meine Tante mit Gegenständen, wenig gemeinsame Erlebnisse. Deswegen bin ich der Onkel, der mit seinen Nichten auf den Abenteuerspielplatz geht, kompletten Quatsch macht und einfach da ist für Erlebnisse, von denen sie immer wieder erzählen.

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  4. Er Lebt noch… ich freue mich! Habe immer mal wieder verschämt diese Seite aufgerufen und dann plötzlich diese Mail im Postfach 😉

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  5. Hallo, Graubunt.

    Mein Beileid. Für mich bleibt die Erberei emotional widersprüchlich. Soll man trauern oder sich freuen? Gratuliert man zu einer Erbschaft? Kann man mit der Kohle machen, was man will? Oder soll man das Geld im Sinne des Verstorbenen einsetzen? Was macht man mit dem ganzen Zeug in den alten Häusern – Müllcontainer? Wenn du da emotional weiter bist als ich, bitte Bescheid geben. Ich kenne eine Entrümplungsfirma, die sich den Namen „Ran ans Erbe“ gegeben hat. Haben die Nachbarn schon mal ein bisschen Unterhaltung, wenn deren Auto vorfährt.

    Was verändert sich jetzt in deinem Leben mit einer Extra-Mio?

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    99,9 % meiner Habseligkeiten befinden sich im Wohnmobil. Die Kohle wird mal auf einem Konto und einem Depot sein. Das ist mal vorbildlich erbenfreundlich, finde ich. 🙂

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  6. Hallo Garnix,

    ja um ehrlich zu sein klammere ich mich noch an den Gedanken, dass die Kinder irgendwann wieder zurück kommen wenn Sie älter sind. Aber es fällt mit der Zeit immer mehr Kitt aus der rosaroten Brille.

    Fragen darfst Du alles, Du kannst Dir sicherlich denken, dass ich unter Peter Ponkel im Telefonbuch stehe.

    1. Lt. Steuerberater muss sie den Unterhalt als Einnahmen deklarieren. Leider brauche ich für meine Steuerklärung da eine schriftliche Bestätigung von Ihr, aber die könnte ich wohl einklagen.

    2. Ich hab im Kopf die ersten Jahre jetzt abgehakt. Das mit dem Zahlmeister ist so und fertig. Allerdings waren wir nicht so lange verheiratet, dass es kaum nachehelichen Unterhalt gibt und der überschneidet sich auch mit dem Betreuungsunterhalt. Realistisch sind jetzt noch max. 1,5 Jahr Unterhalt für drei und danach nur noch die Kinder. Im Endeffekt zahle ich jetzt schon mehr als ich müsste und Ihr geht es bei allem erstmal ums Geld. Da Sie auch den Kontakt (den Telefonischen, Facetime und so) nach Lust und Laune sanktioniert habe ich aber von der Überzahlung nix und werde das denke ich runter fahren.
    Abgesehen vom Geld gibt es halt Hochs und Tiefs, der Tiefpunkt war als meine Tochter (von den Situation Überfordert) zu dem neuen Macker „Papa“ gesagt hat. Das war emotional die Blutgrätsche aber wie gesagt, ich stehe noch. Zum Jahreswechsel dachte ich, es wird besser (neues Jahr und so Vorsatzgedöns) aber es bleibt ein auf und ab. Seltsamerweise habe ich mir bei Freunden und Bekannten angewöhnt alles was das Thema betrifft belegen zu wollen. Also mit Scrennshots oder Mails etc. Ich bin nicht fremd gegangen oder hab sonst was angestellt und da ist die Geschichte so unglaubwürdig, dass ich immer das Gefühl habe alles belegen zu müssen. Ich will nicht das mir jemand was glaubt, ich will das mein Gegenüber weiß das es so ist.
    Kurz bevor das Trennungsjahr um war habe ich dann die Scheidung eingereicht, da kam dann echt noch ein paar mal von Ihrer Seite ob ich wirklich alles wegschmeissen will… Bleibt einem erstmal die Spucke weg, aber ich denke, dass hat eher finanzielle Gründe und ich bin mit ihr einfach fertig. Bin mir auch ehrlich gesagt nicht sicher ob bei auf der Torte immer alle Kerzen brennen…

    3. Versicherungstechnisch ist alles seit Jahren erledigt was Gesundheitsfragen betrifft, auch BU. Das mit der psychologsichen Hilfe ist halt so ein Ding. Ich hab Ihr mal gesagt, dass Sie mich nicht in die Knie zwingt und das sie nichts tun kann, womit ich nicht fertig werde. Das war rückblickend nicht so clever, weil man(n) sich das evtl. nicht eingestehen will. Naja, das nähere Umfeld rät mir dazu HIlfe zu suchen, aber eher zur Vorsorge. Aber soweit bin ich noch nicht, verstehe aber das Argument, dass wenn ich soweit bin, es evtl. noch schwieriger wird.

    4. Das habe ich schon mehrfach angesprochen und wird dann auch von Ihr Immer bestätigt. Aber der Faktor Geld ist bei Ihr einfach zu vordergründig, als dass man eine gemeinsame Basis im Sinne des Kindeswohls finden könnte. Ich kann das im Kopf eher trennen, sie leider garnicht. Will sagen es kommen ständig Forderungen obwohl ich eh schon mehr als ordentlich zahle. Lehne ich die Forderunge ab (was ich tue) dann kann ich erstmal ne Woche nicht mit den Kindern sprechen.

    5. Ich weiß, dass das kommen kann und wird, nur richtig vorbereitet ist man darauf nie. Vorwürfe jeglicher Art kann sie gerne bringen. Ich habe weder mit einer Untersuchung ein Problem noch gibt es im Ansatz Indizien für ein Fehlverhalten von mir. Bitter wäre es natürlich trotzdem, wenn man mit Scheiße beworfen wird bleibt immer irgendwas hängen und sei es nur seelisch.

    6. Finanziell sieht es ganz gut aus, zumindest ich empfinde es so. Ich hatte Ihr ja angeboten in meiner Umgebung (gleicher Ort) eine ETW zu kaufen, sie mietet diese zu 1A Konditionen oder für lau, aber der Vorschlag wurde sofort abgelehnt, ich hatte nicht mal ausgesprochen. Dort eine ETW für mich zu kaufen ist eine Option, kann ich aber einfach noch nicht. Ich weiß nicht ob Du bzw. man mich verstehen kann, aber ich will nicht, dass das für meine Kinder die Normalität ist (dass der Papa dahin zieht). Sicherlich ist es auch irgendwo Stolz, sie haut ab, in die Nähe Ihres neuen und ich soll dann auch noch hinterher ziehen. Flasche Sichtweise, ich weiß… Mich zieht auch sonst nichts dahin, ich fand die Umgebung vorher schon schrecklich und jetzt erst recht. Vielleicht komme ich irgendwann an den Punkt wo es geht. Das mit dem Womo ist tatsächlich ein Punkt der mir Immer wieder in den Kopf kommt. Aber ich hab da noch keine Strategie im Kopf. Der Masterplan fehlt noch und meist auch der Elan sich damit auseinander zu setzen, zieht halt doch jedes mal ordentlich nach unten.

    Sorry das es teilweise solche Romane geworden sind.

    Viele Grüße

    Peter

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  7. Hallo, Peter Ponkel.

    Wenn du nix dagegen hast, noch ein paar Anmerkungen.

    #Rosarote Brille: ich habe damals alle Fachliteratur dazu gelesen. Am meisten geschockt war ich über eine Statistik – in annähernd 90 % der Fälle bricht der Kontakt zum Vater nach zwei Jahren ab. Habe die Bücher alle nicht mehr. So ein bisschen was findest du hier: https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/kinder-mit-besonderen-beduerfnissen-integration-vernetzung/verhaltensauffaellige-kinder/405

    Es wird Situationen geben, in denen die Mutter den Kindern sagen muss: „ihr geht zum Vater“, weil sie um diese Dynamik weiß und erstmal nicht vermutet, dass der Vater ein Arschloch ist. Ist aber eher unwahrscheinlich, weil die meisten Mütter da irgendwas anderes vermuten und nicht gegen den Willen des Kindes handeln wollen. Wenn es geht, bereite die Kindesmutter auf diese Dynamik vor. Denke immer um alle Ecken.

    Dass die Kinder irgendwann zwischendurch nicht mehr wollen, ist wiegesagt „normal“, weil sie die Leidtragenden sind, die hin und hergereicht werden. Der Schmerz soll halt beendet werden.

    Will dich nicht deprimieren. Nur vorbereiten, weil das halt auch eine starke Kränkung ist, wenn das eigene Kind nix mehr von einem will.

    Ich habe seinerzeit dann jeweils um einen gemeinsamen Cafe-Besuch mit der Mutter gebettelt und meine Tochter gebeten, alles zu sagen, was sie stört und warum sie nicht mehr zu mir kommen will.

    Stellenweise hatte ich das Gefühl mit Terroristen und Geiselnehmern zu verhandeln. Falscher Film hoch zehn. Das war echt die Meisterprüfung im Verhandeln.

    #Zahlmeister: ich habe seinerzeit nicht gut verdient – so 2.600 Euro netto. Davon habe ich phasenweise 2.000 Euro Unterhalt bezahlt. Freiwillig. Hat mir nix weiter ausgemacht, weil es für meine Tochter war. Ob mir das letztlich irgendwas gebracht hat, keine Ahnung. Wahrscheinlich schon. Meine „Berater“ sind oft regelrecht ausgerastet, dass ich so viel bezahle. Meine größte Angst war, dass sie wegzieht. Und für den Fall habe ich ihr maximalen rechtlichen Stress angedroht. Das Machtgefälle war aber immer irgendwie da – zu ihren Gunsten. Meine größte Angst (Wegzug mit kleinen Kindern) hat sich bei dir leider verwirklicht. Von daher sehe ich hier Dienst nach Vorschrift – eventuell mit einem Bestechungsangebot: wenn du zurück kommst, steht das Angebot mit der Wohnung (oder sowas). Ich habe meine ExF irgendwann dazu gebracht, ein gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht zu unterschreiben. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe.

    1. Biete ihr an, ihr bei der Steuererklärung zu helfen. Ist in 30 Minuten erledigt und du musst keinen Anwalt bezahlen.
    2. Wenn sie dich verlassen hat, gibt es für sie die innere Notwendigkeit, dieses Verlassen zu rechtfertigen – „es ging nicht anders, weil…“ / Ich wollte diese Dynamik unterbinden, indem ich mich irgendwann zu ihr gesetzt und ihr erklärt habe, dass sie Recht hatte zu gehen, dass es nicht gepasst hat, dass ich ihr alles Gute wünsche und sie von allen Vorwürfen und Anschuldigungen freispreche – „es ist gut so“ // Lustigerweise hat sie postwendend meine Mutter angerufen und sich beschwert, was ich für ein Arschloch sei und sie dachte, dass wir wieder zusammen kommen. Pro-Tipp: nicht nachdenken oder alles verstehen wollen.
    3. Psychologische Hilfe einfach als Option in der Hinterhand. Bei mir war es so weit, als mein Körper von jeder Brücke und vor jede U-Bahn springen wollte. ICH wollte das gar nicht und hatte richtig Schiss, die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung.
    4. Kann man wiegesagt vielleicht einsetzen. Ob die neue Beziehung wirklich hält? Gerade wenn man finanzielle Extras anbietet. Biete ihr wiegesagt eine Eigentumswohnung an, schreibe die Kinder ins Grundbuch und lass sie kostenlos da wohnen. Verrechne das mit den eingesparten Reisekosten.
    5. Mir wurde vorgeworfen, dass mich meine Tochter richtig gut findet und mich verteidigt, wenn ihre Mutter schlecht über mich redet. Ich hätte sie manipuliert, mich gut zu finden. 🙂
    6. Ist ja noch frisch. Ich habe an solchen Stellen immer Excel ausgepackt, alle Szenarien gegeneinander gestellt und in für mich wichtigen Kriterien Punkte vergeben.

    Ansonsten klingst du für mich ziemlich gefasst und tapfer. Drücke dir und euch alle Daumen!

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    Kommentarromane finde ich gut.

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  8. Hallo Garnix,

    trauern und freuen darf man sich, nur leiden ist schlimm. Es geht zu 90 % gut, die restlichen 10 % sind emotionales Glatteis. Ein weiser Mensch hat mal gesag und ich habe es für mich erweitert: Ein Todesfall schüttelt das Leben durch. Im Schlimmen als auch im Guten: Schlimm ist der Verlust, die Lücke, die nicht wieder geschlossen wird. Die Narbe bleibt. Das Gute: Die Möglichkeit zu Wachsen. An der Trauer, an der Situation, im Leben: plötzlich muss man Dinge (gewzungenermaßen) machen, die man vorher nicht gemacht hat. Und darf dabei auch lernen.

    Ja, es wird sehr üppig sein. Ich liebäugle mit Iglhaut-KFZ, für die Reisen sehr gediegene Kutschen. Ansonsten ist jetzt plötzlich auf meiner Wunschliste der Playmobilverschnitt JAX https://www.alphamotorinc.com/jax auf meiner Wunschliste in greifbarer Nähe gerutsch sowie die energieautarke Schurkenbasis der bestehenden Bösewichtsfestung in Gambia mit entsprechender Energiespeicherreserven. Sonne satt. Starlink bekomme ich demnächst und dann ist alles gut. Das reicht erstmal um einfach mal gut zu überlegen was ich mache. Eigentlich habe ich alles. Nur kommt dann auch noch mehr FU in mein Leben rein.

    Ne, da hab ich was besseres aufgetan als „Ran ans Erbe“: nen Trödler aus „Bares für Rares“. Mal sehen ob dann ne Sondersendung macht. DAS wäre Publicity 😉

    Das was ich haben wollte und mir wichtig für meine Tante war, habe ich bereits. Es sind die Kleinigkeiten, die sie mir zu Lebzeiten gegeben hat: Ein Sofa, das ich habe neu beziehen lassen in einem sehr abstrakten Stoff. Dazu noch ein paar Einrichtungsgegenstände, und Alltagsgegenstände. Ein Museum brauche ich nicht.

    Ansonsten gibt es ja noch so ne komische Aktie. CTSO. Die habe ich für meine Mutter schon gekauft, muss mal nachsehen wieviel das war. Und ich werde dann auch mal wieder meine mittlerweile 5050 Stück vermehren.

    Normalerweise passen meine Habseligkeiten in zwei Rucksäcke. Aber ein Schurkenhauptquartier hat auch was 😉

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  9. Hi, Graubunt.

    Ok, alles genehmigt. Starlink ist der Kracher, glaube ich. Wenn es irgendwo heimlich Fotos aus dem Gambia Hauptquartier gibt: her damit.

    Viel Spaß und viele Grüße
    Garnix

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  10. Hi Matthias,

    danke schön! Guten Podcast machst du. Sehr entspannt und angenehm.
    Die Veganer-Regel: weiß ich gerade nicht. Muss noch mal in die Vertragsbedingungen gucken, weil ich ja lang weg war.
    Bis das geklärt ist, beleidige ich hier zwischendurch immer mal wieder einfach alle Nicht-Veganer.

    Viele Grüße
    Garnix

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  11. Hi Garnix,

    danke!

    Zur Sicherheit (bis du zu dir gefunden hast) will ich auch in die Veganer Liste …
    vegan seit 01.01.2020 .. zu sagen wir 60% durch dich beeinflusst 🙂

    Viele Grüße
    Matthias

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  12. Aus Sicht der Tierwelt und unseres Klimas auf jeden Fall .. mein Bekanntenkreis will mich aber eher einweisen lassen.

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  13. Hi Garnix,

    „Habe locker 200+ Tage inklusive Winter im Wohnmobil gelebt.“ – puh, wurde Dir das nicht zu eng oder hattest Du für genug „Auslauf“ gesorgt?
    Ich wohne zwar auch in einer kleinen Wohnung (24 qm – jaja, man muß Prioritäten setzen), aber mir fällt die Vorstellung grad etwas schwer.
    Ansonsten klingt es mit dem WoMo wirklich sehr angenehm und man hat natürlich den Vorteil, dass laute Nachbarn entfallen und einem auch keiner auf dem Dach rumtrampelt, weil das Haus so hellhörig ist LOL

    Was ist eigentlich mit Bruno?

    „locker zwei Wochen niemanden sehen“ – habe ich derzeit auch, dank CoVid, wird also in einiger Zeit wieder vorbei sein. Ich werde es vermissen und hoffe, mir das nach CoVid noch erhalten zu können, Homeoffice ist was feines.

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  14. Hi, Matthias. Einweisungsangebote würde ich erst nach einem gemeinsamen und ausgedehnten Filmeabend mit Chips und Earthlings, Dominon und Seaspiracy diskutieren. Dann halten alle die Schnauze. „Neeeeee, neeeeeee, danke.“

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  15. Hi, Andrea.

    Platz im Wohnmobil reicht (mir) völlig. Länge 7,50 m x Breite 2,3 m = 17,25 m² plus Hubbett (2 x 1,4 = 2,8 m²) = 20 m² brutto und dank Doppelboden, Heckgarage und tausend Schränken unendlich viel Stauraum. Aber halt vor allem mit zwei Queensizebetten – eins davon mit elektrisch verstellbarer Rückenlehne und Blick auf See, Meer oder Wiesen. 🙂

    Bruno ist ein gutes Thema. Schreibe ich noch was dazu.

    Gruß
    Garnix

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  16. Hi Gar nix,

    Schön von Dir wieder zu hören. Ich will ja kein Spielverderber sein, aber hier muss ich Dir widersprechen:

    mein heimliches Ziel war es immer, den Frugalisten-Oliver als dekadenten Protzer bl0ß zu stellen. Voila.

    Oliver benötigte im letzten Jahr unter 1000€. Wenn ich Dein Wohnmobil gedanklich über 10 Jahre abschreibe, gibst Du vermutlich in Summe mehr aus.

    Sorry.

    Wenn Du es wirklich wissen willst kannst Du Dein Wohnmobil für ein Jahr mindestens kostenneutral vermieten und unter einem Tarp schlafen. Dann liegst Du unschlagbar vorne. Falls Du das möchtest…

    Viele Grüße,

    Kiev

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  17. Hi, Kiev.

    Erwischt. Aber danke für die guten Tipps! 🙂
    Selbst wenn ich das Wohnmobil über 15 Jahre abschreibe, lande ich so bei 900 – 1.000 Euro im Monat.
    Spätestens in 15 Jahren greife ich das mit dem Tarp dann noch mal auf.

    Gruß
    Garnix

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  18. Garnix hat plötzlich einen Link im Twitter…. Wahnsinn !
    Danke, dass ich endlich wieder etwas schön formuliertes aus deiner Welt lesen darf.
    Das mit dem fast autarken Womo klingt echt gut. Scheint ja auch echt gut zu funktionieren mit dem Mobile Office.
    Bin gespannt was sich da noch in Zukunft für Möglichkeiten auftun.
    Bis dahin gehe ich brav arbeiten und warte auf meine Rente mit 68 🙂

    Grüße
    Robert

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