Faust vs Cryptoprinz – mit einem Vorwort von Dr. David Hasselhoff

Dem engeren Umfeld, also mir selbst und meiner Freundin, habe ich angedroht und versprochen, mich neu zu erfinden. Die Bangkirai-Terrasse im freistehenden Einfamilienhaus überwunden. Die meisten Schlachten geschlagen. Jetzt braucht’s eine neue Richtung.

Das stimmt so auch wieder nicht. Die Freundin möchte nach Abschluss aller Reproduktionsarbeiten einfach an Bord des Wohnmobils klettern, mehrere Säcke Bücher lesen, Waldseen durchschwimmen, pantheistisch friedvoll Globulis einwerfen und Gin Tonic saufen. Also mehr so entspannt und pathosfrei.

Während sie frei ist von jeder Großmannssucht, wurschtele ich immer noch durchs Unterholz mit den großen Fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum. Mit dem Wohnmobil am Baggersee – wirklich?

Alles alter Mumpitz? Schauen wir mal nach.

Einsatz Dr. Hasselhoff:

„One morning in June
some twenty years ago
I was born a rich man’s son
I had everything that money could buy,
but freedom I had none“

Damit ging die große Reise fürn Herrn Hasselhoff los. Erstmal das Gefieder auftoupieren, eine Badehose für Kleinkinder organisieren und dann ab an den Strand. Warum denn nicht? Blöd halt, dass Kameras dabei waren.

Davon kann sich keiner erholen. Irgendwas macht der Minipli unwiederbringlich kaputt. Das ist wie mit Mainz und den Mainzern. Oder mit Köln und den Kölnern. Wer einmal in der Nähe war, wenn die Fasching und Karneval gefeiert haben, kann die alle nicht mehr ernst nehmen. Da hilft dann nur noch Alkohol und hier und da mal ein Burger.

Erste Frage: ist man, also ich, längst und unwiderruflich verloren? Nein! Bin nicht aus Köln, nicht aus Mainz, habe keinen Minipli und vernünftige Badeshorts. Glück gehabt.

Nächster Proband: Dr. Faust. Weg von der Minibadehose und dem Minipli. Hin zum ondulierten, brennscherenmäßigen Verstand, der mit knappen Worten und nebenbei das ganze Problem des Christentums raushaut.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Ist das auch erledigt.

„Heinrich Faust zieht eine selbstkritische Lebensbilanz. Er ist beruflich und privat durch und durch unzufrieden: Als Wissenschaftler fehle es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen und als Mensch sei er unfähig, das Leben in seiner Fülle zu genießen.

Lösungsversuch: Knicki-Knacki mit einem Hotbabe 9 bis 10, wie Alexander Raue sagen würde. Dass das nicht die Antwort auf alle Fragen ist und im größten Kuddelmuddel endet, ist klar.

Zwischenstand: Minipli und Promotion = nicht gut.

Was und wer bleibt denn da jetzt noch als Vorbild und als Gegenentwurf für einen frugalistischen Hedonismusversager und Sinnsucher wie mich?

Ich weiß es nicht. Aber ich bleibe am Ball und schenke dem Schlachtermeister, Nuttenpreller und Cryptoprinzen derweil einen Daumen nach oben. Aber nur bis ich es besser weiß!

2 Kommentare zu „Faust vs Cryptoprinz – mit einem Vorwort von Dr. David Hasselhoff“

  1. Du weißt nicht, wie oft mir das „and freedom I had none“ im Kopf herumspukt! Deine moralischen Überlegenheitsgesten haben mich immer genervt, aber ich freu mich wie ein Schnitzel (;-)) dass du zurück bist! Und (was verrückt ist, wenn man jemand nur virtuell kennt) dass es dir anscheinend gut geht!
    Der Bitcoin-Prinz rührt mich eher – ich sehe da einen 12 Jahre alten Jungen, der gerne in den Arm genommen werden möchte. Wer sich um 12 Uhr betrinkt und zigmal sagt wie glücklich er ist – naja, muss man kein Psychologe sein, oder?
    Will nicht sagen, dass man mich mit Nutten in Pattaya nicht (vorübergehend) hinter dem Ofen hervorholen kann, aber das größte Boot in der Bucht brauche ich nicht. Und mir wird immer mehr bewusst, was das für ein Geschenk ist, wenigstens diese Baustelle im Leben nicht zu haben!

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  2. Hi, Marcio.

    Hier ist der Plan: der Akkord-Schlachter-Prinz vögelt sich äußerlich und innerlich wund, legt eine Orgien-Pause ein und investiert 132 Minuten seiner kostbaren Zeit in

    1. https://www.youtube.com/watch?v=iwT8pqLfdHY – Früher SCHLACHTER, heute VEGAN: 3 ehemalige Fleischer packen aus (12 Min)
    2. https://www.youtube.com/watch?v=LQRAfJyEsko – Dominion (120 Min)

    Dann lässt er den Kram ein bisschen sacken, liest bei Vice nach, ob Kokain eigentlich vegan ist (https://www.vice.com/de/article/zmzjnw/ist-kokain-vegan-kommt-drauf-an-wen-man-fragt) und legt eine Projektwoche als Ethischer-Veganer ein, weil man als Umwelt-Veganer nicht koksen darf. In der Projektwoche ist er zufällig in Archachon und bucht sich im Ona ein (https://www.ad-magazin.de/article/erstes-veganes-restaurant-in-frankreich-mit-michelin-stern). Als er zwischendurch erfährt, dass er seine Viagra-Pillen als Veganer mit sauberen Arterien wegwerfen könnte, ist es um ihn geschehen. Schnell noch ein paar Louis-Vouitton-Gummistiefel bestellt und die Projektwoche um ein Praktikum im Butenland verlängert (https://www.youtube.com/watch?v=zICJhI4b8ak – Butenland Trailer (2 min)). Ein Dutzend seiner Lieblingsnutten darf er mitbringen. Am Ende des Butenland-Praktikums erkennt er, dass es für alle Beteiligten schwierig ist, für Sex zu bezahlen. Dann noch schnell den eigenen und größten Gnadenhof (mindestens) weltweit aufmachen und den Nutten ordentliche Arbeitsverträge als Tierpflegerinnen anbieten. Elf der der zwölf Nutten sind noch nicht so weit und suchen das Weite. Die zwölfte bleibt, verliebt sich in den Prinzen und wird die Prinzessin.

    Na, gut?

    Gruß
    Garnix

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