Die geheimen Pläne VI

Seit Mittwoch habe ich 50 Besichtigungen im 30-Minuten-Takt durch mein Häusschen geschleust. War alles dabei: brutalste Wandkratzer mit Taschenlampe und Stemmhammer und super nette Menschen, die deutlich in der Überzahl waren. Richter, Staatsanwälte, Ärzte, Airline Chefs, Brasilianer, Urguayer, Kameruneraner, Indonesier, Engländer, Inder und ganz viele Kinder, die sich mit mir festgequatscht haben und nicht mehr gehen wollten: ein großes Spektakel mit riesiger Bandbreite. Viele haben sich in das Haus verknallt, ein paar fanden es doof. Als letzter der 50 Besichtiger kam ein gleichaltriger Frankfurter.

Frankfurter: „Wie machen wir das jetzt?“

Garnix: „Sie schlafen eine Nacht drüber und wenn Sie morgen noch Interesse haben, rufen Sie mich an.“

Frankfurter: „Nee. Ich will ja jetzt kaufen.“

Garnix: „Ich verkaufe das Haus wie gesehen und ohne Rücknahme. Sie können gerne einen Gutachter oder so einschalten. Dann sitzen wir entspannter beim Notar.“

F: „Nee, ist okay, will ich nicht, bin auch so entspannt.“

Garnix: „Dann bräuchten wir einen Finanzierungsnachweis.“

F: „Nee, brauche ich nicht.“

Garnix: „Dann bräuchten wir einen Kapitalnachweis.“

Der gleichaltrige Frankfurter zieht sein Handy raus, loggt sich bei seiner Bank ein und zeigt mir, dass sein Tagesgeldkonto auch noch für ein paar andere Häuser reicht.

Garnix: „Ach du Scheiße.“

F: „Wenn wir durch sind, lade ich Sie zu Vincenzo in die Nummer 16 ein.“

Garnix: „Äh, das ist mein Lieblingsrestaurant.“

F: „Dann passt das ja.“

Haus ist verkauft. Falls der Frankfurter abspringt, sieht es nach einer dicht besetzten Reservebank aus. Morgen gibt es aber schon ein erstes Gespräch mit dem Notar.

Nebenbei habe ich dem F. auch noch das halbe Mobiliar untergejubelt, für das ich keinen Platz in der neuen Wohnung habe.

Das Projekt „Neue Leichtigkeit“ kommt in Schwung, wobei ich zwischendurch schon die Nummer der ambulanten psychiatrischen Hotline rausgesucht hatte. Meine Fresse, was für ein Ritt durchs Unterholz.

Danke, Superman! Großer Schritt.

10 Kommentare zu „Die geheimen Pläne VI“

  1. Wow. Glückwunsch. Das gibt dem Guru wohl einen ordentlichen Freiheitsschub.

    Ich bin gespannt wie es hier weiter geht.

    Grüße Schwaberle

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  2. Gratulation!
    Heißt das, dass die Immopreise seit dem letzten (gescheiterten) Versuch noch einmal deutlich gestiegen sind, wenn jetzt der alte Preis so locker geschluckt wird? Ist doch kein halbes Jahr her?
    Ist das Haus dann bei DER Wertentwicklung nicht eine bessere Spekulation als jede Aktie? Vielleicht ist Superman eine Superwoman und heißt LaGarde?

    Ich frage auch, weil ich selbst überlege eine Wohnung in Berlin zu verkaufen a) wegen des kommunistischen Mietendeckels hier und b) weil ich FIRE-bedingt ins Häuschen am Stadtrand ziehe (hat aber 59 Jahre gedauert). Sonst würde ich lieber halten und vermieten (gefühlt, auch aus Respekt vor meinen „Eingebungen“ bei der Wiederanlage).

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  3. Hallo, FFriend.

    Danke! Erster Verkaufsversuch war vor etwa zehn Monaten. Damals 28 Besichtigungen und 1 Gebot, das mir zu niedrig war.
    Verkaufspreis ist heute gut 10 % höher als das damalige Gebot. Die Preissteigerung bei Immoscout für den Zeitraum lag etwas
    niedriger (so rund 8 %). Dafür war die Nachfrage besser. Eine leichte Kaufpanik gab’s dazu.

    Mein Haus ist schon etwas älter – momentan ist zwar alles ganz gut in Schuss. Aber das muss ja nicht so bleiben.
    Das „Cashflow-Risiko“ für so eine Bude ist fast nicht kalkulierbar, wenn man pedantisch-autistische Tendenzen hat.
    Und zum Vermieten nach meiner Erfahrung auch völlig ungeeignet, weil viel zu hohes Klumpen- bzw. Mieterrisiko.

    Und selber wohnen bleiben passt für mich nicht mehr: zu viel Streß mit dem Garten und viel zu viel Fläche.

    Vorteile für mich:
    1) Sehr kalkulierbarer Cashflow = bessere „Ausgabengenauigkeit“ (reichen 30k€ p.a. oder nicht?)
    2) Schuldenfreiheit = maximierter positiver Cashflow + Psychohygiene
    3) Finanzielle Luft für ein 80 k€ Wohnmobil
    4) Theoretisch bei 4 % Nachsteuerrendite (denke ich mir gerade aus) rund 12 k€ passives Extra-Einkommen (entspricht fast der Warmmiete)
    5) In der Wohnung kümmert sich ein Gärtner um den Garten und ein Putzkommando ums Treppenhaus
    6) Weniger Verantwortung = mehr Freizeit, mehr Freiheit
    7) Weniger Platz für Konsum-Tinnef
    8) Noch mal ein bisschen räumliche Nähe zur Tochter
    9) Schnellere Verkehrs-Anbindung zum aktuellen Arbeitsplatz
    10) Ich bin die alten Nachbarn nach 15 Jahren los (und die machen, glaube ich, ein Straßenfest)
    11) Reinschnuppern ins WOMO-Leben
    12) Neue Wege einschlagen (nach 15 Jahren HÖCHSTE Eisenbahn, bevor ich noch bekloppter werde)

    Viele Grüße
    Garnix

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  4. Hallo GoG,

    Wahnsinn! Weg mit dem Ballast!
    Kannst du dich damit schuldenfrei machen? Und wird dann bei CTSO nochmal aufgestockt?

    Freu mich für dich!
    Die Hard

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  5. Hallo, Die Hard.

    Danke fürs Mitfreuen! 🙂

    Bin dann sehr schuldenfrei, ja.

    Aufstocken: bin aktuell mit rund 345.000 Euro investiert. Ist halt schon viel für einen armen Drops wie mich. Überlegungen laufen. Dauert auch noch ein bisschen.

    Viele Grüße
    Garnix

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