Die geheimen Pläne IV

Kuma hat mir einen Aktienkorb zusammengebastelt und hegt die Hoffnung, dass ich im Kontext Hausverkauf vernünftig werde.

Hier kurz die Pläne aus dem dem Garnix-Unvernunftslager.

#Cashflow

  • Das A und O bleibt die Cashflowoptimierung, meint: zu einem guten Preis relativ zügig das Haus verkaufen, Ausgaben und Einnahmen optimieren.
  • Miete wird mit allen Nebenkosten ca. 1.150 Euro betragen
  • Wir kaufen stapelweise frisches Gemüse und Obst und esssen so viel gesundes und selbstbereitetes Zeug wie möglich (ca. 200 Euro pro Monat)
  • Weil das mein Steckenpferd ist, kalkuliere ich aber 150 – 200 Euro monatlich für Restaurantbesuche ein
  • Tochter bekommt bis auf weiteres 150 Euro Taschengeld, zahlt davon beispielsweise aber ihr Handygedöns. Eventuell erhöhe ich hier auf 250 Euro monatlich, so dass sie sich selbst um den Einkauf ihrer Kleidung kümmern kann.
  • Mobilität: mit Versicherungen und allem drum und dran setze ich hier 100 Euro an (dank Jobticket und Fahrrad usw.) – hier ist der Plan, das Auto durch einen Kastenwagen oder WOMO zu ersetzen – nebenbei reduziert das die Urlaubskosten auch noch Richtung 0
  • Freizeit: noch mal einen 100er für irgendwas (Kino, Schwimmbad)
  • Kostenfazit:
    • € 1.150 € Miete
    • € 400 € Lebensmittel und Restaurant
    • € 250 € Taschen- & Kleidergeld
    • € 100 € Mobilität
    • € 100 € Freizeit
    • In Summe 2.000 Euro Monatsbudget
  • Rein theoretisch hätte ich auch einen Kindesunterhaltsanspruch von ca. 370 Euro monatlich – aber den lassen wir an dieser Stelle mal unter den Tisch fallen.
  • Auf der Einkommensseite: mein aktueller Arbeitgeber gibt sich gerade Mühe mit mir, während meine Bewerbungen ganz guten Anklang finden, wobei das in der Preisklasse immer etwas langwieriger ist – ist halt doof, wenn man mehr fordert als das der zukünftige Line Manager gerade verdient… O-Ton einer Personalchefin am Telefon: „wir haben uns ein bisschen in ihr Profil verliebt, wir haben nur Bedenken, dass wir beim Gehalt nicht zusammenfinden…“
  • Realistische Sparbeträge aus Gehalt vs Ausgaben sehe ich so bei +60 k€ p.a. (also so ein halber Monatsverdienst des Sparkojoten)

Kommentar: Preis-Leistung passt für mich. Was ich besonders gut finde: für den Fall, dass meine Tochter nach der Schule in der Gegend bleibt, ändert sich für mich während ihrer Ausbildung cashflowmäßig nix. Falls sie mich aus der Wohnung rauswirft, weil sie sich die Bude lieber mit einem Partner teilt, zahle ich weiterhin die Miete komplett, sie kassiert vom jeweiligen Partner die Hälfte der Miete (sagen wir 600 Euro) und hat somit selbst ein Dach über dem Kopf und ein bisschen Cash. Und weil ich so nett bin, darf ich ab und zu vorbeikommen und meine Wäsche waschen oder so. Neben dem Kindesunterhalt fällt noch ein Aspekt unter den Tisch: ungefähr 250 bis 330 k€ frisches Kapital durch den Hausverkauf (nach Abzug aller Schulden), das theoretisch ja auch ein bisschen was dazu verdient. Bei 4 % netto und 300k€ = immerhin so rund 12 k€ p.a. Wenn ich kurz so verwegen sein darf: unter Berücksichtigung dieser 12 k€ + Kindesunterhalt (370€ x 12 = 4,5 k€) und Lebenshaltungskosten von 24 k€, stünden unterm Strich nur 7,5 k€ Kosten p.a. auf der Uhr – nicht schlecht zumal dabei ja auch noch ein WOMO oder Kastenwagen drin wäre und ich mit meiner Freundin schon mal hier und da unsere Pläne in der Realität testen könnte. Das am Ende immer alles anders kommt, ist eh klar. Rechnet sich alles aber auch, wenn mich meine Tochter schreiend verlässt und zurück zu ihrer Mutter will.

#Investmentstrategie

Das alte Thema: Sicherheitsbedürfnis vs Renditegeilheit.

  • Je nach Wetterlage hätte ich gerne 3 – 10 Jahresausgabenbudgets als Sicherheitspuffer. Bei 24 k€ Kosten p.a., die wir an dieser Stelle mal auf 30 k€ aufrunden (habe oben nämlich zum Beispiel Geschenke unterschlagen), wären das 90 bis 300 k€ Cashpolster, die mich nachts ruhig schlafen lassen sollten.
  • Ich könnte mir vorstellen, diese 90 – 300 k€ in vier bis fünf ausländischen Staatsanleihen anzulegen – weit weg vom Euroraum. Wenn’s gut läuft gerne mit einem kleinen Coupon, der aber nicht wirklich hoch sein muss, vielleicht aber hilft, die Inflation etwas auszugleichen. Motto: soll der Euroraum doch implo- oder explodieren.
  • Alles, was über die 90 – 300 k€ hinausgeht, sehe ich in einem auf vielleicht fünf Werte konzentrierten Depot mit ethisch einwandfreien Firmen, die wachstums, margen und umsatzpotentialmäßig gerne alles wegsprengen dürfen
  • Wenn mir da gerade selbst neben CTSO nix einfällt, schaue ich gerne bei Stefan Waldhauser und Kollegen dieser Art vorbei

Kommentar: so sehr ich die geschundenen Anlegerseelen verstehe, die sich mit Dividenden trösten, Dividenden bleiben im Gesamtzusammenhang Nebelkerzen. Mein Sicherheitsbedürfnistrostpflaster wird das Bewusstsein, die nächsten 3 – 10 Jahre dank Cashpolster komfortabel nix machen zu müssen, während bis zu fünf Wachstums-, Umsatzpotential- und Margenkracher das Geld für ein Expeditionsmobil und vielleicht auch einen (klitzekleinen) Katamaran verdienen. Für den Fall, dass einer meiner WUM-Kracher durch die Decke geht, kann ich das Cashpolster zur Beruhigung von Kuma gerne auch auf 50 Jahre (1,5 Mio in vier, fünf ausländischen Staatsanleihen) aufbohren.

Inwieweit das Konzept mehrheitsfähig ist – keine Ahnung. Aber wofür haben wir die Kommentare? Kuma?

 

 

7 Kommentare zu „Die geheimen Pläne IV“

  1. Dein Sicherheitspuffer brauche ich nicht und Anleihen auch nicht. Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto tut es für mich auch. Mein Job ist sehr sicher und der meiner Frau noch sicherer.

    Ich bin bezüglich der WUM-Kracher ganz bei Dir. Ich investiere gerne in Mid-Caps mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell. Die Dividende ist dabei das Letzte auf was ich schaue.
    Da der Mid-Cap-Bonus in den letzten Jahre aber nicht mehr so gezogen hat und zugegebenermaßen die ganz Großen (AMZN, AAPL, MSFT, GOOG) mehr und mehr an Einfluss gewinnen und überall hineinsickern, kommt man an denen nicht mehr vorbei, wenn man dauerhaft den Index schlagen will. Die geringere Volatilität gibt es gratis mit dazu.
    Im Gegensatz zu den anderen hat Amazon keine Aktien zurückgekauft, was der einzige Grund ist, warum AAPL und MSFT zuletzt mehr gestiegen sind. Wenn der Hr. Bezos stattdessen sein Geld woanders wertschöpfend eingesetzt hat, sollte AMZN mittel- und langfristig mehr Potential besitzen. Das ist zumindest meine Theorie.
    Bezüglich der krachenden Margen kommt man an MA oder V nicht vorbei. Absolute Basisinvestments – da bin ich ganz bei Kissig (mit dem Unterschied, dass mir eine der beiden Firmen reicht).
    Zu den Kleineren:
    Mit Datagroup und FTNT habe ich schon schöne Gewinne gemacht und nehme an, dass es so weitergeht.
    BLFS ist für mich der Schaufelverkäufer im Biotechbereich und sie gewinnen Quartal für Quartal viele neue Kunden. Hier sehe ich hervorragende Wachstumschancen und später dann bestimmt mal eine Übernahme von TMO oder ähnlichen Playern.

    Meine bevorzugte Anzahl an Einzelpositionen liegt bei 15. Für die größte Einzelposition kann ich mir nicht mehr als 15 bis 20 % Anteil vorstellen. Ziel kann für mich nur sein, dauerhaft den Index zu schlagen. Jedes andere Ziel, wie z.B. hohe Ausschüttungen ist in meinen Augen Selbstbetrug.

    Wenn Du nur bei 5 Kracheraktien bleiben willst, würde ich noch einmal unterteilen in einen Aktienanteil über ETF und dann die 5 Einzelpositionen. Vielleicht dann in Deinem Fall für das Gesamtvermögen 1/3 in Anleihen, 1/3 in ETF und 1/3 in die „Kracher“.

    Schön, mal über andere Aktien zu reden. Und Gratulation zur Erkenntnis, dass CTSO nicht jedes Risiko wert ist. Ich bin bei CTSO 2018 in den Aufwärtstrend mit wenig Geld eingestiegen und habe seitdem keinen Grund für einen Nachkauf gefunden. Aber lass uns nicht über CTSO reden… 😉

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  2. Hi Garnix,

    zu „Wir kaufen stapelweise frisches Gemüse und Obst und esssen so viel gesundes und selbstbereitetes Zeug wie möglich (ca. 200 Euro pro Monat)“:
    Da du offensichtlich ja gerne (auch, hehe) gutes tust.. informiere dich doch mal über Foodsharing (foodsharing.de). Ist eine wahrlich gute Sache und beschert nebenbei auch noch stapelweise gewünschtes. Und Geld spart’s obendrein, so als Zuckerl.

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  3. Hi, stupid_man_suit.

    Schöne Initiative. Danke für die Info. Finde ich gut. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  4. Hier kommt schon fast die Sparhyäne, Wolf, Kojote wie auch immer in mir durch. Kommst du wirklich mit 200 € für Lebensmittel abseits der Restaurantbesuche hin?
    Mit Haferflocken zum Frühstück, 4€ das günstigste Gericht in der Kantine zu Mittag und 4€ für Hähnchen und Reis am Abend bin ich da als Student schon drüber. 🙂

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  5. Hi, Daniel.

    Ich verstehe dich und habe mich immer über die 80 Euro (oder so) des Frugalisten gewundert bis aufgeregt.

    Meine aktuellen Tricks:

    1) Ein Kollege hat mir angeboten, mir jeden Tag ein Avocado-Brötchen mit Tomaten und Meersalz zuzubereiten. Kosten pro Tag so 1,25 Euro (wir haben es wirklich ausgerechnet). Dazu gibt es von meinem Arbeitgeber Obstkörbe. Frühstück also 1,25 Euro – so grob.
    2) Ich esse dann so früh wie möglich eine zweite und letzte Mahlzeit. Wenn alles ideal läuft, möglichst unbearbeitetes Zeug aus dem Aldi. Wenn (wie immer) irgendwas dazwischen kommt, dann halt auch mal was unterwegs (Take Aways – Chinese oder so – zähle ich nicht als Restaurant).
    3) Meine Freundin kocht gute Suppen und bringt fast immer alle Zutaten mit. Bin Suppenkasper und kann tagelang Linsensuppe und so was essen.
    4) Ich habe früher LOCKER 50 % der Lebensmittel weggeworfen (weil immer was dazwischen kam). Bin da inzwischen viel besser.
    5) Ehrlicherweise habe ich Essensschecks vom Arbeitgeber unterschlagen – wenn ich die dazu zähle, sind es wohl doch eher 250 Euro monatlich exklusive Restaurants.

    Viele Grüße
    Garnix

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