CTSO in der klinischen Routine

Im unten verlinkten Video wird der Einsatz des Adsorbers im klinischen Alltag einer kleineren Klinik mit 300 Betten in der Schweiz beschrieben, die die Kosten dafür quasi selbst stemmt.

Ein paar interessante Aussagen und Aspekte in Stichpunkten

  • Entwicklung der Patientenzahlen im Kontext CTSO
    • 2016 – 3 Patienten
    • 2017 – 23 Patienten
    • 2018 – 36 Patienten (100 Adsorber bzw. 3,6 pro Patient)
    • 2019 – 32 Patienten in den ersten sechs Monaten
  • Motto: „pick the right patient at the right time“ – mit einem Einsatz bei
    • Sepsis / SIRS
    • Rhabdomyolysis
    • Intoxications (Diazepam, Quetiapin)
  • Eigenes Scoring-Sytstem, das der Zeitkritikalität Rechnung trägtscoring1scoring
  • Bei hohen Scores von 6 – 8 und einem Einsatz des Adsorbers spätestens 24 Stunden nach Diagnose, ergeben sich folgende Mortalitäten im Kontext von Sepsis mit Lungenentzündungen – sieht so nach 15 – 20 % weniger Todesfällen aus
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  • Dann noch ein paar Hinweise, wann und wie oft man den Adsorber wechseln könnte oder sollte (alle zwölf Stunden, wenn…)
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  • In der Standard Operating Procedure für Sepsis ist der Adsorber hier auch schon eingebaut
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  • Und noch der Hinweis, dass man NICHT auf ein Nierenversagen warten muss.sop2

 

 

Mein Kommentar: als Krankenhausfuzzi würde ich alles sehr ähnlich machen. Plus Einsatz bei Leberversagen. Mit oder ohne Kostenerstattung. Der Trend scheint in Richtung „Schwerstkranke“ und „schneller Adsorbereinsatz“ zu gehen. Wird spannend, wie es in diesem Krankenhaus weitergeht – insbesondere wenn die Adsorber demnächst, wie ich hoffe, abgerechnet werden können.

In einer Hochrechnung für 2019 darf man wohl von 64 Adsorber-Patienten ausgehen, die im Schnitt an 3,6 Adsorber angeklemmt werden = macht rund 230 kUSD Umsatz fürs laufende Jahr (ohne Leberprobleme) für ein eher kleines Krankenhaus. Nur zum Vergleich: in Deutschland gibt es mehr als 400 Krankhäuser mit mindestens 400 Betten.

 

 

 

 

2 Kommentare zu „CTSO in der klinischen Routine“

  1. Frage an die Experten. Wären solche Ergebnisse bei einer offiziellen FDA-Studie einer Zulassung würdig, oder ist das noch nicht signifikant genug?

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