Jesus, jetzt auch noch Jesus

„Prof. Erich Gräßer, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn, erklärte in einer Ansprache zum Thema «Kirche und Tierschutz»: «Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema ‹Kirche und Tierschutz› im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema ‹Kirche und Hexenverbrennung› im Mittelalter. […] Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes, schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen.

Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der ‹Ehrfurcht vor dem Leben› wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspredigt. / Dabei ist die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben biblisch. Die Bibel des Alten und Neuen Testaments ist voller Zeugnisse von Gottes Fürsorge für alle Geschöpfe. Weil das Gutsein zu den Tieren eine Selbstverständlichkeit ist, hat man das Zentrum des christlichen Glaubens, die Dahingabe des Lebens Jesu für die Sünden der Menschen, mit dem Bilde vom guten Hirten umschrieben: ‹Ich bin der gute Hirte, der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.›»“

Wunderbarer Artikel über den Vegetarismus in den Weltreligionen:

„Die modernen religiösen Institutionen verschließen jedoch ihre Augen vor dieser Sünde, ja manche behaupten sogar in ihren offiziellen Lehrmeinungen, das Schlachten und Schächten von Tieren sei dem Menschen von Gott erlaubt. Wenn wir allerdings die ursprünglichen Lehren der einzelnen Religionen untersuchen, sehen wir, daß das Schlachten von Tieren nirgendwo gutgeheißen wurde. In vielen Religionen war es sogar ausdrücklich verboten. Im folgenden werden wir die fünf großen Weltreligionen – Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus – unter diesem Aspekt genauer betrachten.“

http://vegetarisch-leben.de/buch/vegetarismus-weltreligionen.html

11 Kommentare zu „Jesus, jetzt auch noch Jesus“

  1. Moin Guru,

    was willst du uns damit sagen?

    Im Paradies scheint es tatsaechlich vegan zugegangen sein (https://www.bibleserver.com/text/ELB/1.Mose1%2C29),
    danach aber nicht mehr …
    Selbst Jesus ass manchmal totes Tier: https://www.bibleserver.com/text/NLB/Lukas24%2C35-43

    Bestimmt sollten wir unter/nach? vielem anderen (10 Gebote?) auch Tiere gut behandeln, aber das Neue Testament wurde nicht dafuer aufgeschrieben, sondern:

    Genau, damit du die Liebe Jesu Christus, der vor allem fuer Dich – mein Lieber – an’s Kreuz ging, nachlesen, erkennen und hoffentlich pers. erleben kannst.

    „Die Kirche“ gibt es uebrigens nicht, genausowenig wie „die Regierung“, „die Gruenen“, „der VW-Konzern“ …
    Es gibt ueberall (in allen Organisationen) Menschen – manche die es besser koennen oder besser meinen und andere 😉

    Alle werden ueber kurz oder lang schuldig, deshalb die geniale Vergebungsmoeglichkeit von Gott durch Jesu Opfertod.

    LG Joerg

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  2. Moin, Joerg.

    >Was will ich sagen?

    Meine Tochter hat kürzlich das Christentum in Frage gestellt, weil nach unserem Wissensstand Jesus nicht vegetarisch/vegan gelebt hat.

    Wenn man sich den im Beitrag verlinkten Text durchliest und auf die Chronologie achtet, gab es in der Zeit zwischen 325 bis 382 schwerwiegende „Korrekturen“ von urchristlichen Dokumenten.

    „Der Theologe und Urchristentumforscher G. Ousley kommentiert diese vorsätzliche Änderung bzw. Verwässerung der Lehren Jesu wie folgt: «Alles, was diese correctores taten, war, daß sie mit peinlicher Sorgfalt die Evangelien um ganz bestimmte Lehren unseres Herrn beschnitten, denen sie (bzw. Konstantin) nicht zu folgen gedachten. Und zwar handelt es sich hierbei um jene Verbote, die sich gegen das Fleischessen, berauschende Getränke usw. richteten.» (Evangelium der Heiligen Zwölf, Vorwort)“

    War mir nicht bekannt. Starker Tobak, finde ich.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. Ahso, hatte die Verlinkung nicht gelesen …

    Also ICH war damals dabei, im Gegensatz zu ein 2 gebildeten Herren und sage dir …
    Spass 😉

    Ein beliebtes Konzept der „aetsch-ich-zweifle-alles-an-damit-ich-mich-nicht-naeher-damit-beschaeftigen-muss“-Fraktion ist es, die kanonische Bildung (also welche Schriften, gehoeren warum zur Bibel und welche nicht = manipulatives? Menschenwerk?) zu hinterfragen.
    Ist auch voellig OK – also historisch und erkenntnistheoretisch.
    Nur wird das wesentliche Konzept der lebendigen Beziehung (zB innerliche Zwiesprache mit Gott, der durch seinen Geist in uns lebt, Dreieck: Bibel-Gebet-Gemeinschaft) nicht verstanden/missachtet.

    Falls Gott existiert, Wunder tun kann, in unser pers. Leben wirkt, wie koennte ER nicht auch einfach darueber wachen, was, wann, warum in die Bibel aufgenommen wird und was nicht und vor allem auch noch dir pers. was zu sagen hat?

    Selbst, wenn ER Veganer lieber haette: fuer uns Carnivoren reicht’s auch noch – ist einfach nicht Heils entscheidend (vielleicht im Lichte der heutigen Ueberbevoelkerung? nicht egal – aber eben nicht prioritaer)
    Gott wird wegen viel schwerwiegenderen Gruenden negiert: Warum Leid? Warum Zugelassen?
    Nur, bockig sein nuetzt nix – auch wenn du als verlorener Sohn abhaust, ER wartet auf dich und freut sich, wenn du zurueck kommst.

    Einfach mit Loechtertein hinsetzen und ein einfaches Gebet sprechen: „Herr Jesus, wenn es dich wirklich gibt, zeige es mir bitte, dass ich pers. es begreifen/verstehen kann“.
    Dann wartest du ab – vergisst das Gebet vielleicht sogar – aber irgendwann kommt ER um die Ecke und kuesst dich wach – versprochen!

    LG Joerg

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  4. Also bisher war ich vom Veganismus nicht überzeugt. Aber nachdem jetzt rausgekommen ist, dass ein aramäisch/syrischer Wanderprediger jüdischen Glaubens, über den ein paar hundert Jahre später ein Buch geschrieben wurde, meinen Fleisch- und Weinverzicht wollte, muss ich das wohl umsetzen.

    Ob Ihr es mir glaubt oder nicht, gestern kam ich an einem alten, leerstehenden Klamottenladen vorbei.
    Auf ein Mal ist mir darin eine südländisch Aussehende Person erschienen. Die Person lächelte mich an und hatte etwas in der Hand was ich nicht sofort identifizieren konnte.
    Ein wohliges Gefühl steig in mir hoch, zusammen mit einem besonderen Geruch in der Nase und ich realisierte, dass in dem alten Laden eine syrische Falafelbude aufgemacht hat.

    EIN WUNDER!

    Und die Moral von der Geschicht? Keine! Ich hoffe ich habe einigen Leuten diesen Beitrag samt Kommentarbereich erträglicher gemacht. Möp.

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  5. Hi, Joerg.

    Bevor wir jetzt die Hände falten: ich bin in keiner Kirche und die allermeisten Anteile in mir sind atheistisch. Die historische Figur (mit oder ohne Auferstehung) Jesus finde ich aber gut – und noch besser, seit ich annehmen kann, dass sie höchstwahrscheinlich vegan/vegetarisch gelebt hat. Sein Halbbruder Jakobus, der wohl relativ sicher auch vegan lebte, wurde übrigens stramme 96 Jahre alt.

    Nächstes Mal schreibe ich was über Pythagoras, der war rund 500 Jahre früher am Start und Vegetarier. Der hat nicht nur „a² + b² = c²“ rausgehauen, sondern auch sowas hier: „Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück“ oder „Reichtum spendet die Erde verschwenderisch, friedsame Nahrung.“

    Viele Grüße
    Garnix

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  6. Angeregt vom Thema frage ich mich, was passieren würde, wenn die Menschheit den Fleischkonsum von jetzt auf gleich einstellen würde – und das primär aus evolutionstechnischer Sicht. Mit Religion kann ich persönlich nämlich nicht viel anfangen. Und drastischer Weise stelle ich auch noch die These auf, dass zumindest der christliche Glaube in der westlichen Welt es in Zukunft in seiner Verankerung in der Gesellschaft schwer haben wird.

    Kategorisch werden wir als Mensch ja als „Säugetier“unter der Kategorie „Raubtier“ eingeordnet. Und diesen Raub haben wir in pervertierter Form in die Massentierhaltung gemünzt. Drastisch gesagt, wir haben das Töten für uns perfektioniert. Mit allen Folgen: Umwelt, Übergewicht, Krankheiten, etc…. ganz klar ist aber: zum Überleben brauchen wir heute kein Fleisch mehr. Wäre aber interessant, was kein Fleischkonsum über Generationen hinweg mit uns machen würde. Die Wissenschaft ist sich ja schon einig, dass wir erst durch den Fleischkonsum zu dem geworden sind, wo wir uns evolutionstechnisch heute befinden. Wir haben ja aber mittlerweile die Möglichkeiten der Substitution.

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  7. Hallo SK,

    interessant das so von dir zu lesen. Hast du zufällig Antifragilität von N. Taleb gelesen?
    Im Buch kommt er auch auf das Thema Ernährung… Wenn wir vor 10.000 Jahren Fleisch essen wollten dann mussten wir uns dafür richtig anstrengen. Mit leerem Bauch ein Paar Kilometer Tieren hinterher jagen um dann ihr Fleisch zu essen ist für den Körper etwas ganz anderes als es im Supermarkt zu kaufen und dann zu essen.
    Was ich noch einen interessanten Gedanken finde: Unsere Vorfahren haben ein ganz anderes Fleisch gegessen. Die Tiere die sie aßen hatten den ganzen Tag bewegung und eine abwechslungsreiche Ernährung. Die Tiere die wir heute Essen erhalten diverse Medikamente, monotone Ernährung, keine Bewegung und auch kein Tageslicht.
    Also stellt sich für mich die Frage: Was passiert mit uns evolutionstechnisch wenn wir weiter (grundlos) so viel Fleisch verzehren?

    Nero

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  8. Hallo, SK.

    Ich muss gestehen, dass ich allein heute schon zwei Bananen gegessen habe. Vorschlag: ich beobachte meinen Bananenkonsum und melde mich spätestens, wenn mir ein Fell wächst oder ich plane, auf einen Baum umzuziehen.

    Viele Grüße
    Garnix

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  9. Mir schon klar, dass das Argument gerne von Karnivoren genutzt wird, um den Konsum zu rechtfertigen. In die Ecke wollte ich mich aber gar nicht hinzugesellen. Genauso interessant halte ich auch den Aspekt von Nero, was passieren würde, wenn wir den übermäßigen Konsum so aufrecht erhalten würden. Verändern wir uns evolutionstechnisch noch weiter? Ich fands letztens auch schon interessant, dass Menschen einen Knochen bzw. Stachelfortsatz im Nacken ausbilden, weil sie zu viel ins Smartphone lunzen. Anpassen und vor allem Mutationen wird es ja unumstritten weiter geben.
    Und ich bin auch der Meinung: mehr „Einsteine“ wird es wohl nicht geben 😉 Rausfinden wird es von uns eh keiner – außer man liegt sich auf Eis. 🙂

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  10. Moin, Joerg.

    Klingt interessant. Müssen wir aber leider verschieben, bis ich mehr „Ressourcen“ frei habe.

    Viele Grüße
    Garnix

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