WOMO Urlaub 2019 – Tag 2 bis 10

Tag 2. Wir sind nachwievor in Bad Orb, einem Kurort mit reichlich Rentnern, die in Pensionen mit verheißungsvollen Namen abhängen: „Haus Abendsonne“, „Pension Valhalla“, „Herberge fünf vor zwölf“ und „Jetzt ist auch egal“. Im Park spielt die Oberkrainer Abschiedskapelle. Wetter und Stimmung sind gut. Die Rollatoren rollatoren durch die Gegend. Auch wenn man nicht weiß, was morgen ist: heute geht’s noch mal.

Garnix: „Wenn du so weit bist, spielen hier Mero und Shirin David. Gib ihm.“

Die Tochter hat mich auf den neuesten Stand in Sachen Deutschrap gebracht. Bei vielen Mero-Liedern kann ich jetzt mitpfeifen und -schaukeln. Baller los. Aber schon Heinz Rudolf Kunze orakelte: „In den Mehrzweckhallen ahnt man: es hat alles keinen Zweck.“

Tag 3. Der Augenarzttermin früh morgens ist durchwachsen. Mein Wolfsmilchauge ist immer noch zerfleddert und will stündlich gepflegt werden. Ich bekomme sechs verschiedene Salben und Tropfen verschrieben. Dankenswerterweise hat das andere Auge sich mit der Situation arrangiert. Gegen 8.30 Uhr lichte ich die Anker und fahre mit der noch im Queensbett schlafenden Tochter los. Und, ja, ich bin mir bewusst, dass Unfälle nicht gut sind, wenn die Tochter hinten im Plastikanbau pennt. Ist wohl aber so, dass man in meiner Familie zum Rauditum neigt. Hatte ich erwähnt, dass ich von zwölf bis 16 meinen Vater jeden Samstag nachts 40 km über Landstraßen nach Hause gefahren habe, weil er viel zu besoffen war, um selber zu fahren? Vieles lässt sich auf solche Anekdoten schieben, finde ich.

Der Hunger weckt die Tochter gegen 13 Uhr. Wir sind schon in Frankreich. Kühlschrank und Gefrierfach sind gut gefüllt. Wir biegen in einen Feldweg ab. Ich koche irgendwas. Das klappt richtig gut dieses Mal. So mit Salat, einem Haufen Gemüse, Humus und Wraps. Humus ist immer gut. Danach wieder Strecke machen: wir schaffen rund 1.000 km und pennen in einem Sonnenblumenfeld.

Tag 4. Noch 370 km bis nach Messanges. Der Tipp mit Messanges stammt übrigens aus dem Film 303 (https://garnixoderguru.com/2019/01/23/303/), den ich weiterhin empfehle, weil er einen WOMO-Roadtrip ganz gut einfängt. Gegen 6.30 Uhr wache ich auf, weil ich der Tochter Meerluft zum Aufwachen versprochen habe. Vier Stunden später sind wir da. Noch mal: Mautstraßen kann/soll man ruhig vermeiden, sieht man wenigstens was vom Land und Tim Schäfer freut sich auch, wenn er das mitbekommt.

Der Strand ist malerisch. Die Wellen sind gut. Surfschule ist oben auf einer Düne. Termin steht. Wir hüpfen vorab ins Meer. Die Wellen sind nicht nur gut, sie sind sogar umwerfend. Aber deshalb sind wir ja hier: am Atlantik.

Tierfreie Nahrung ist (noch) nicht die größte Stärke der französischen Küche. Macht aber nix. Kühlschrank ist nachwievor gut gefüllt. Und ich komme mit dem Platzangebot im WOMO dieses Mal besser zu recht. Werfe alles in eine Pfanne, rufe „PÖMMPÖMMPÖMM“ und was rauskommt, schmeckt.

Tag 5. Tochter hat ihren Surfunterricht. Lektion 1: irgendwie aufs Board hüpfen und dann darauf stehen bleiben, wenn die Welle eine Welle macht. Gottweißwie: nach 90 Minuten ist sie ein halbes Dutzend Wellen geritten. Konnte auch nach drei Minuten Ski fahren, das Kind.

Tochter: „Warum machst du eigentlich nicht mit?“

Garnix: „Wolfsauge. Ist blöd.“

Tochter: „Ah. Na gut. Stimmt.“

Stimmt wirklich. Aber es stimmt auch, dass alle Surfboards unter mir zu Unterseeboards werden. Das wird aber noch und zwar nebenbei: man isst im WOMO weniger, einfach weil nicht so viele Burger in die Pfanne passen.

Dafür darf ich nach dem Unterricht das Surfboard die Düne hochschleifen. Tochter behauptet, dass das ja alle Väter machen.

Tag 6. Wir sind in Biarritz und kurven so die Küste runter, bis wir beiden finden, dass wir die Küste lieber hochfahren sollten – in der Hoffnung, dass da schönere und leerere Strände sind.

Tag 7 bis 10. Dank Google Maps finden wir tatsächlich die schönsten Strände zwischen Biarritz und der Ile d’Oléron. Zweimal – inbesondere zum Wasser auftanken – pennen wir auf einem Campingplatz. Ansonsten stehen wir „wild“.

Nach zehn Tagen is mein 30 GB LTE Roaming aufgebraucht (20 GB davon durch meine Tochter). Außerdem warten Freunde der Tochter auf ihre Rückkehr. Wir treten die Heimreise an.

Fazit kommt noch. Habe das WOMO noch bis Samstag und simuliere bis dahin den Einsatz im Alltag.

7 Kommentare zu „WOMO Urlaub 2019 – Tag 2 bis 10“

  1. Ich glaube in Bad Orb ist sogar der Ort mit dem höchsten Durchschnittsalter in ganz DE. Zumindest fühlt es sich so an 😉

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  2. Hey Guru , eigentlich wollte ich ja Garnix kommentieren , aber da Du ja immer so schöne Bilder
    und Geschichten lieferst , wirst du ja wohl auch mal deine Verbrauchskosten , verfolgt haben ?
    Betr. Womo vs Hütte Rentnerguruparadies near by FM .
    Also MIR , z.b. würden so 1 bis 1,5k/mon. dann natürlich ohne U Boot Surfbrett ( könnte dann
    also NORMAL benutzt werden ) wohl schon reichen . Insbesondere bei on the Road und frei
    stehen . Gruß Restlebenszeit bis zur Rente / ggf. Erbe , 18k p.a. mal 15 ? SIND ? Alternativ
    Hamsterad 120k mal 18 SIND ??? Entscheiden Sie sich für einen Lebensentwurf ………………
    ………..incl. Verbrauchsmaterial ..?……………….Zählt das Leben dazu ….?……………….
    Weitere Alternative 18k p.a. werden noch durch Teil Hamsterrad Teilnahme aufgepeppt ,
    z.b. Parkplatzwächter , Schriftsteller , U Boot Surflehrer , Tankwart ………………………………….
    ………..Sorry Guru …….. ich konnte nich anders, habe quasi immer noch Hoffnung für Dich .

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  3. Hi, Lewin.

    So ein bisschen Walking (oder Rolling) Dead war dabei. Wobei das Humptahumpta-Konzert im Park schon ein Erlebnis war. Braucht man keine Drogen nehmen. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  4. Hallo, Det, altes Expeditionsmobil.

    Warum sollte man auch keine Hoffnung haben mit mir? Ein Auge funktioniert noch. Bisschen Degradierung ist normal für mein Alter und ist ein Fingerzeig für eine schöne Abfindung. Ich stottere brav alle Schulden ab. Und wenn CTSO bei sowas um die 15 Euro ist, und ich die Bude verkloppe, dürfte ich sehr dicht bei 1,2 Mio Euro Networth landen. Bei 3 % sind das vor Steuern 36.000 Euro bzw. 3 k€ im Monat. Dazu der Midijob für die Krankenversicherung. Unterm Strich reicht es dann auch für den Unterhalt, weil ich selber auch ganz gut mit 1,5 k€ hinkäme.
    Ich sehe und spüre also a) Hoffnung & Land und b) bis auf den fehlenden Unterhalt keinen Widerspruch in unseren Annahmen.

    Bin seit zwei Jahren auf dem Weg in die FU. Ich hätte nix dagegen, wenn es Ende der Woche (Ende meines Urlaubs) so weit ist, aber wenn Superman glaubt, dass ich noch ein paar Runden an alter Wirkungsstätte drehen soll, dann ist das eben so. Laut Bord- und Bloguhr ist der 28.08.2024 der Stichtag für eine siebenjährige FU-„Reise“. Selbst das wäre unter normalen Verhältnisses schon sehr sportlich.

    Und bei dir? Alles gut?

    Viele Grüße
    Garnix

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  5. Ja Guru , allet Chic , ich lese ja n.w.v. bei Dir öffter
    mit und muss immer wieder schmunzeln .
    Ich glaube Du wirst es schon noch schaffen .
    Und JAAAA, wenn noch nicht die Zeit ist ,
    dann wird Sie schon noch kommen .
    War halt noch nicht im großen Supermann-Plan
    so verzeichnet . Alles hat halt seine Zeit
    ( Ein wenig Demut gehört halt mit DAZU ) .
    Aber so eine kleine Probefahrt , war doch auch
    schon mal wieder eine Möglichkeit , so seinen
    tatsächlichen VERBRAUCH zu prüfen .
    Und meistens ( ZUMINDEST BEI MIR ) ist der
    eigentlich , nicht SO GROSS , wie man immer denkt .

    Wenn erst mal diese ganze Lifestyle Inflation wechhhh
    ist , beschränkt sich das Leben , eigentlich auf rel. wenig
    Sachen die man WIRKLICH braucht ( Quasi Sockenfrage )
    Und die wenigen Sachen , dann lieber etwas Hochwertiger
    wie 3 mal das Gleiche gekauft . Ist bei t.i.n.a. genau das Gleiche .
    Lieber 1 mal die Richtige , wie 4 mal die Falsche . Außer man
    steht auf Drama . Ein Paar Unterwäschemodelle hatte ich VOR
    meiner t.i.n.a. auch , aber würde ich zu Jugendsünden zählen .
    War halt eine andere Zeit . JETZT ( und die ca. letzten 30 Jahre ),
    eigentlich ALLES sehr Einfach , Bescheiden , Klar .
    Quasi Pömm , Pöm , Pömmm , kam was Leckeres raus .

    Und so ist es ja eigentlich öffter , man weiss nicht so
    richtig wie , oder warum , aber am Ende passt ES
    dann , halt doch immer wieder . Zumindest bei Mir .
    Also im Grunde , Keine Jugendsünden mehr , sondern ein
    langweiliges einfaches Leben , ohne große Dramen , aber
    mit kleinen Fluchten . DS Verbrauch zvE , ca. 2 mal 1-1,5k
    = 2 bis 3k/mon. , plus Lastenfreien Wohnen KM ,
    eingependelt nach ca. 30 Jahren , bei m.M.n. , rel.
    NORMALEN , Langweilig , angepassten , Networth .

    Ich rechne die Rentenanspüche übrigens zu meinen
    Networth dazu !!! Habe Ich/Wir , ja auch BEZAHLT !!!
    Evt. solltest Du da auch nochmal , in Bezug auf
    Restlebenszeit , darüber nachdenken .

    LG Det

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  6. PS “ WILD “ stehen = “ FREI “ stehen !!! Auch eine besser angepasste Sicht !!!
    der Womo-Gemeinde . i.d.R. wollen die GARNIX “ WILD “ , sondern eher mehr
    langweilig “ FREI “ sein ………………………………manchmal auch nur in Bad Orb .
    ( Für MANCHE ist das natürlich auch schon ganz schön “ WILD “ !!! )

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