Garnix der Berufsberater

Seit ein paar Jahren schon sammele ich zusammen mit meiner Tochter Berufsideen. Wenn sie sich in der Schule langweilt, hat sie von mir den Auftrag, sich zu fragen, was sie beruflich mal machen will. Ihre Berufsideen werden dann in Excel eingekloppt, bewertet und ins Verhältnis gesetzt. Ich halte, so weit es mir möglich ist, die Schnauze und lasse sie machen.

Kriterien hat sie alle selbst ausgewählt: Spaß, Wachstum, Abwechslung, Geld, Sinn, Begeisterung, Freizeit.

Bewertet wird im 1 – 6 Schulnotensystem (1 = sehr gut).

Bislang bewertete Jobs: Grunschullehrerin, Erzieher, Papas Job, Fußpflege, Filmotto (= -schaffender), Veganer Weltverbesserer, Architekt, Wedding Planner, Abenteuer Youtuber, Häuserotto (so vermietertagebuchartig), McDonalds (war vor der veganen Zeit und um das Prinzip zu kalibrieren – wie schneiden Kackjobs ab), Investor und Fluglotse.

Hier der aktuelle Stand:

Berufe

Im Einser-Bereich liegen: Häuserotto, Abenteuer-Youtuber, Architekt, Grundschullehrerin und Filmotto.

Uns ist beiden klar, dass sich Ansichten ändern. Nächsten Monat wird sie 14. Deshalb schauen wir periodisch noch mal nach, ob es irgendwelche neuen Berufsideen gibt und ob sich die Bewertung der alten Berufsideen irgendwie verändert hat.

Nebenbei gibt es noch ein paar Erziehungsexperimente.

18 Kommentare zu „Garnix der Berufsberater“

  1. Moin, LGN.

    Wir kennen zwei Grundschullehrerinnen, die so um 3,200 – 3.300 Euro rausbekommen. Das ganze etwa in der halben Zeit, die ich für meinen Job aufwende. Also 3.250 x 2 = 6.500 Euro. Und der fehlende Bonus wird über 30 Tage (sechs Wochen) Extra-Urlaub wettgemacht. Und frage lieber nicht, wie viele Jahre ich gebraucht habe, um sechsstellig zu verdienen und wen ich dafür alles erpresst habe (14 Jahre & ganz viele).

    Viele Grüße
    Garnix

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  2. #Lehrer:

    In Berlin werden die Grundschullehrer zum 01.08.2019 auf A13 (Beamte) bzw. E13 (Tarifbeschäftigte) gehoben, da kommt dann schon ein recht nettes Nettogehalt zusammen:
    Die Tarifler werden in Berlin, sofern vollausgebildete Lehrkraft, gleich nach Stufe 5 (von 6) entlohnt, statt wie üblich Stufe 1, d.h. dass eine Grundschullehrerin kommt bereits als Tarifler auf 37.367.69 € netto im Jahr (Steuerklasse 1, KK 15,5%).

    Ein vergleichbarer verbeamteter GSL kommt in Stufe 7 (von 8) bereits auf 45.096.86 netto vor Abzug Krankenkasse. Hat der dann noch Frau/Mann und Kind(er) gibts jeweils noch ca einen Hunni brutto pro Sachverhalt oben drauf.

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  3. Siehe auch: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/die-privilegien-der-beamten-hohe-pension-und-mehr-kindergeld-a-1081028.html

    Die Familien- und Kinderzuschläge sind auch sehr ordentlich:

    „Zusätzlich zur Besoldung und zum „normalen“ Kindergeld bekommen Beamte einen Ehegattenzuschlag in Höhe von 133 Euro monatlich und Kinderzuschläge in Höhe von 111 Euro für das erste und zweite Kind, für das dritte und jedes weitere in Höhe von 347 Euro.
    Sogar verwitwete Beamte erhalten den Ehegattenzuschlag, und auch geschiedene, wenn sie unterhaltspflichtig sind.“

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  4. Ob man Lehrer an einer Problemschule sein möchte, ist natrüöich fraglich. Da sind die Bezüge wohl eher Schmerzensgeld.

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  5. Großartig finde ich ja, dass Häuserotto bei einer 13 Jährigen im 1er Bereich landet was den Spass angeht. Ich sehe das zwar ähnlich und trotzdem kenne ich kaum jemand in meinem Alter, der das auch so sieht.

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  6. Hi, daeda.

    Muss ich etwas erklären: ihr Opa und so ein paar Typen aus dem Umfeld sind oder waren Bauträger und haben ganze Siedlungen hochgezogen. Ihr Opa hat auch das ultimative Mallorca-Häusschen selbst gezeichnet und gebaut.

    „Häuserotto“ assoziiert sie beispielsweise mit dem aktuellen Header-Bild der Seite hier. Das Bild zeigt so ein minimalistisches Häusschen in Irland, das wir beide richtig gut finden. Der Gedanke war: rumzureisen, Grundstücke einzusammeln und quasi immer das gleiche Haus zu bauen (super modern und cool – gleichzeitig relativ simpel und kostengünstig). Dafür quasi eine Marke/ein Label aufzubauen und es in die Vermietung zu geben.

    Also so eine Mischung aus Location-Scout, Architekt. Bauträger, Vermieter, Gastgeber. Nicht so Chemnitz, Leipzig (da hat der Opa schon Häuser), sondern mehr so irgendwo am Meer. Aus Kostengründen eher in abgelegen Gegenden für so halbe Burnout-Kunden wie mich. Denke, dass man mit 200 – 250 k€ pro Objekt hinkäme inkl. Grundstück und dass man die Finanzierung innerhalb der Familie für die ersten ein, zwei Objekte stemmen könnte. Vermietpreise lägen so bei 500 – 800 Euro pro Woche. Sagen wir im Durchschnitt 650 € pro Woche bei einer Auslastung von 70 % = wären das rund 24.000 Euro Brutto pro Objekt. Wenn die Bude leer steht, ist man selber da. Irgendwann hast du vielleicht, sagen wir, sechs von den Dingern, reist rum und bist recht schnell unabhängig. Wir haben sogar schon Grundrisse und sowas diskutiert. Bislang aber alles nur Gelaber. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  7. Hört sich gut an,

    wollte das bei meinem Urlaub in Südafrika auch starten und habe mit den Leuten geredet wo wir übernachtet haben.
    Gute Auslastung ist eher bei 50% als bei 70%, wenn du dann noch Personal für Reinigung usw. brauchst dann tut man sich schon schwer beim 15 fachen bevor Personal abgezogen wurde ;( Laut meinen Rechnungen zumindest.

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  8. Hallo, MrMat.

    Danke für die Info. War mir nicht bewusst. Komischerweise sind die Artikel im Manager Magazin überwiegend gut.

    Viele Grüße
    Garnix

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  9. Hallo garnix,

    ich würde mich sehr freuen, wenn du mal best practices bzgl. des Teils „Und frage lieber nicht, wie viele Jahre ich gebraucht habe, um sechsstellig zu verdienen und wen ich dafür alles erpresst habe (14 Jahre & ganz viele).“ ausführen könntest.

    Wenn die Kohle stimmen soll, muss man ein harter Hund sein, nehm ich an… Welche Tricks fernab vom guten Jack Nasher hast du denn noch so auf Lager? Tatsächlich hab ich erst gedacht, dass du das nur so geschrieben hast mit dem Erpressen, aber wenn man drüber nachdenkt, bekommt man doch nur was man will, wenn man auch mal den Schraubstock anzieht, oder?

    Viele Grüße
    buegel

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  10. Hallo, buegel.

    In concreto: wie verfünfacht man sein Gehalt in 18 Jahren?

    1. Das Unternehmen dazu darf gerne ein bisschen schlampig – dafür aber relativ durchlässig organisiert sein. Ich brauche Entfaltungs- und Gestaltungsspielraum. Große Unternehmen zahlen übrigens besser. Je größer, desto besser. Und irgendwo müssen da auch Leute rumsitzen, die dicke Gehälter beziehen, weil du dann nicht erst grundsätzlich neue Gehaltsstrukturen entwickeln musst.

    2. Mein Chef ist mein Kunde, ich mache ihn so glücklich, dass er sich in mich verliebt. Wie mache ich das? Ich lasse ihn besser aussehen als er sich das selber hätte vorstellen können. Nebenbei mache ich seine ganze Arbeit, bis er quasi abhängig von mir ist. Parallel etabliere ich das Prinzip quid pro quo: ich mache dich glücklich, jetzt mach mich glücklich.

    3. Irgendwann sickert durch, dass du der große Macher bist, der seinen Chef sehr glücklich macht. Der Chef deines Chefs holt dich gegen den massivsten Widerstand deines Chefs aus den Niederungen raus: du bist zu wertvoll, um dich noch mit niederen Chefs abzugeben. Dann beginnt das Spiel neu: mit dem Chef des Chefs setzt du dich hin und fragst, wie du ihn persönlich glücklich machen kannst. Er wird dir irgendeine Scheiße, die seit Jahren nicht funktioniert, aufdrücken oder dir freie Hand geben, dir irgendein Thema selber zu suchen. Du räumst die Kacke auf, lässt es kinderleicht aussehen oder etablierst bahnbrechende Konzepte und Prozesse, die wiederum den Chef der Chefs richtig gut aussehen lassen. Dein Gehalt steigt entsprechend. Oder auch nicht: dann ist der Punkt für Erpressung erreicht. An dieser Stelle habe ich mal ein Ultimatum gestellt und so um die 35 % Gehaltserhöhung rausgequetscht. Angeblich die höchste Einmalgehaltserhöhung in der Geschichte unserer Personalabteilung. Wenn das nicht klappt, MUSS man das Unternehmen wechseln.

    4. Für den nächsten Schritt braucht es dann leider Glück, Ausdauer und eine größere Portion Marketing: hin und wieder präsentierst du irgendwas dem Vorstand und machst den CEO auf dich aufmerksam. Irgendwann tut sich eine Lücke auf, du wirst befördert, berichtest an den CEO und hast Personalverantwortung. Runde 3: du machst den CEO sehr glücklich. Das geht nur, wenn du in globalen Programmen alles wegsprengst bzw. dir international einen entsprechenden Ruf erarbeitest. Wenn du selber nicht im Headquarter sitzt, musst du es schaffen, dass das Headquarter bei dir anruft und um Rat fragt. Das passiert, nachdem du eine Reihe von Show Cases und Proof of Concepts international präsentiert hast, die alle ihrer Zeit weit voraus sind. So Sachen bei denen man Gänsehaut bekommt, weil sie sexy und so ein bisschen Science Fiction sind – aber halt in konkret und praktikabel. Nebenbei gewinnst du ein paar Preise und bekommst pünktlich zum Appraisal bzw. zu den Gehaltsverhandlungen schriftliche Lobeshymnen von deiner globalen Managementlinie, die du direkt an den CEO schicken lässt. Deine 360-Grad-Reviews sind besser als alle anderen. Ansonsten ist dein Reporting zehnmal präziser und aussagestärker als alle anderen: alles zahlenbasiert. Dein Verantwortungsbereich ist nachweislich x-fach besser als identische Verantwortungsbereiche in 30 anderen Ländern. Du bist der Benchmark. Jahr für Jahr.

    5. Der CEO hängt in deinem Büro und vor deinem Beamer rum und fragt dich um Rat, der auf McKinsey-Niveau – aber sozialverträglicher, passgenauer und nachhaltiger ist.

    6. Zwischendurch hast du es dir verdient, auch mal nein zu sagen. Hebt dich von den Ja-Sagern ab und schafft dir den Freiraum, dich nicht mit jedem Scheiß beschäftigen zu müssen bzw. dir deine Schlachten selbst aussuchen zu könnnen.

    7. Fertig: Gehalt = Qualität x Umsetzungsstärke x Geschwindigkeit x Marketing x Verhandlung/Erpressung

    Unterwegs halt noch die üblichen Scheidungen und Schlafstörungen, weil du in den ersten Jahren in keiner Sekunde abschaltest.

    Viele Grüße
    Garnix

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  11. In einer 50h Woche schaffst du aber nicht deine Aufgaben und die deines Chef, oder ;-)?

    Würde mich freuen, wenn du den Beitrag in einen längeren „Karriere-Guide“ ausbauen würdest.

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  12. Gerade zufällig als Bonustrack auf einer DVD meiner Tochter gefunden, thematisch nur halbwegs passend und vielleicht schon bekannt:

    Inner Workings von Disney: https://vimeo.com/256356137

    Es geht um den Konflikt zwischen Herz & Hirn in Freizeit & Büro.
    Der Regisseur ist halb Japaner (Hirn) und halb Brasilianer (Herz).

    Viel Spass
    inventivedog

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  13. Hallo, Peter.

    Ich bin totaler Quereinsteiger, Schul- und Univerweigerer. Der Gedanke, dass ich einen Karriere-Guide schreibe, hat sich mir noch nicht aufgedrängt.

    Viele Grüße
    Garnix

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  14. Hallo, inventivedog.

    Inzwischen zweimal angesehen (1 x mit Tochter) und für toll befunden. Vielen Dank!

    Viele Grüße
    Garnix

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  15. Wie hast du es als Quereinsteiger in einen großen Betrieb geschafft? Achten die nicht besonders auf Studium & Co?

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  16. Hallo, Peter.

    Gute Frage. War eine andere Zeit, ich war noch schlank, markant und charmant. Naja, ein bisschen studiert habe ich ja schon. Und ausgezeichnete Arbeitszeugnisse gab es auch. Aber für Karrieretipps fühle ich mich eher nur so mittel berufen bzw. könnte das in zweieinhalb Sätzen abwickeln – so a la: sei besser als alle um dich herum – einer von hundert wäre gut. Und verbindlich bis nett zu sein – wenigstens die ersten Jahre -, schadet auch nicht.

    Viele Grüße
    Garnix

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