Fragestunde & -runde

Falls irgendwer gerade ein Thema oder ein Problem wälzt, wäre hier in den Kommentaren Platz dafür. Vielleicht findet sich jemand in der Runde, der Rat weiß. Wenn nicht, schreibe ich irgendeinen Quatsch (mit Soße!) dazu.

Das Ding kommt dann per Dauerlink rechts in das Menü.

Ich darf aber auch mitmachen!

Fange auch gleich mal an.

Thema: Opa & Hund.

Mein Vater ist 76 Jahre alt, ständig beim Arzt und nicht mehr wirklich fit. Hat erstaunlicherweise seinen Lungenkrebs ohne Chemotherapie überlebt (großes Glück und ganz viel Zufall). Schlaganfall auch gut weggesteckt. Die Nierenfunktion ist aber nicht gut (noch so bei 25 – 30 %). Vor zwei, drei Wochen ist der Hund gestorben. Opa, wie ich ihn nenne, hat schwer geheult. Eigentlich war klar, dass nach Eddie ein Jagdhund keinen Sinn mehr macht, weil Opa in drei Jahren mutmasslich auch seine Jagd aufgibt (viiiiel Arbeit so ein Revier).

Opa sagt quasi „scheiß der Hund drauf – ich bin jetzt auch mal egoistisch“ und hätte gerne einen Jagdhund-Welpen. Am Sonntag ist Welpen-Besichtigung.

Der verlorene und undankbare Sohn meinte dazu: nimm dir doch einen gebrauchten und zeigt Bilder („Jagdhunde in Not“ vermittelt Jagdhunde).

Opa: „Nee. Sind schon geprägt. Welpe ist besser.“

Garnix: „Der kann locker 15 Jahre alt werden. Dann bist du 91. Du kannst heute schon nicht wirklich Gassi gehen und lässt die Hunde vorm Auto durch den Wald laufen. Und deine Frau wird mit einem 45-Kilo-Kraftpakethund die Leine keine zehn Sekunden in der Hand behalten ohne Oberschenkelhalsbruch. Kauf dir halt einen Dackel oder so.“

Opa: „Nee, will einen Jagdhund.“

Garnix: „Aber du gibst die Jagd hochwahrscheinlich in ein paar Jahren auf…“

Opa: „Was, wieso?“

Kurz der Opa dreht den Sachverhalt auf den Kopf, gibt zu, egoistisch sein zu wollen und wird sich am Sonntag einen Hund aussuchen, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit irgendwann bei einem Veganer landen könnte (mir!), der in seinem Wohnmobil nicht so richtig Platz hat. Ein Tier dann irgendwann wegzugeben finde ich auch asozial.

Ihr merkt schon: ein großes Drama.

Hat irgendwer einen Tipp für mich? Vielleicht kurz mal einen mit der Pompfe auf den Kopf? Lösungsvorschläge gerne zeitnah (Sonntag naht) als Kommentar.

Vielen Dank!

14 Kommentare zu „Fragestunde & -runde“

  1. Hallo Garnix,
    wie wäre es, wenn du die Initiative übernimmst und vor Sonntag einen „älteren“ Jagdhund organisierst, den Du Opa zur Verfügung stellst mit dem Ziel, das Delta zwischen Nutzungsende und Lebensende des Hundes zu minimieren…

    … oder Du findest jetzt schon einen Jungjäger, der zusammen mit Opa den Welpen aufzieht und ihn später übernimmt – also den dann nicht-mehr-Welpen 😉 – …

    Dadurch dass Du jetzt schon die Initiative ergreifst gibt es ggf. jetzt ein bisschen Reibereien (der Hund ist ja dann schon vorgeprägt oder Opa muiss sich mit dem Jungjäger arrangieren) aber am langen Ende gewinnst Du Gestaltungsspielraum….

    just my 2 cents,
    herr k.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo, herr k.

    Nicht schlecht! Das mit dem älteren Jagdhund bekomme ich nicht mehr hin. Aber so ein geteiltes Sorgerecht mit einem Jungjäger ist eine sehr gute Idee! Zumal da gerade einer rumrennt…

    Vielen Dank und viele Grüße
    Garnix

    ps_
    Der Beitrag hat sich schon bezahlt gemacht. Sehr cool!

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  3. Super Idee, und perfektes Timing! Ich würde gerne auch um Rat fragen…

    Ich gehe bald für 3 Monate in Elternzeit. Mein Arbeitgeber (seit 9 Jahren) hat mir jetzt einen Aufhebungsvertrag angeboten. Ich frage mich, ob es ein gutes Angebot ist, da ich leider keinen Vergleich habe.

    Die Konditionen:
    – Freistellung ab dem 1. Juni bis zum Start der Elternzeit
    – Betriebsbedingte Kündigung nach der Elternzeit mit Freistellung bis zum 31.12.2019
    – Volles Gehalt inkl Bonus während der Freistellung
    – Abfindung für die Differenz zwischen dem monatlichen netto Gehalt und dem Elterngeld
    – Super Zeugnis und sehr gute Referenz, wenn potenzielle Arbeitgeber sich bei ihm melden
    – Firmenauto, Handy und Laptop darf ich bis Ende des Jahres behalten

    Ich bin nicht traurig, da ich eh vor hatte, nach meiner Elternzeit Job zu wechseln und möchte keine verbrannte Erde hinterlassen.

    Was meint ihr, Deal oder no Deal?

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  4. Hi, Markus.

    Juni, Juli, August = Elternzeit
    Sep, Okt, Nov, Dez = 4 x Gehalt

    Gesetzlicher Anspruch wäre 9 Jahre x 0,5 Gehalt = 4,5 x Gehalt
    Üblich – gerade bei Betrieben mit Betriebsrat wären aber eher sowas wie 9 x 1,5 Gehalt = 13,5 Gehälter.

    Du willst keinen Stress – aber ich würde ein Gespräch suchen, denen sagen, dass üblicherweise bei einer betriebsbedingten Entlassung über 0,5 gezahlt wird, dass ihr euch vermutlich in einer Range von 4,5 bis 13,5 bewegt und du ungerne am unteren Ende einschlagen würdest. Vielleicht einigt ihr euch auf die Mitte? 9 Gehälter?

    Könnte klappen. Wenn du eine Rechtschutz mit Arbeitsrecht hast, auf jeden Fall mal einschalten, kostet ja nix. Und lass dir bestätigen, was ich so erzähle. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  5. Update Opa & Hund: wurde für die „Scheiße-Idee“ telefonisch angeschnauzt und zum 472. Mal enterbt. Es gilt jetzt nicht mehr „jetzt bin ich auch mal egoistisch“. Neue Parole: „Jetzt sind WIR auch mal egoistisch.“ Sei’s drum. Hatte auch überlegt, den Züchter anzurufen. Geht aber zu weit. Die Idee mit dem Jungjäger war trotzdem gut.

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  6. Muss es unbedingt ein Jagdhund sein? Ansonsten bin ich zwar nicht so für Rassehunde, ein Vorteil bei einem „Modehund“ wie Mops, Puggle oder Labradoodle (letzterer haart nicht, Muddi drauf aufmerksam machen) ist allerdings, dass die so beliebt sind, dass sich wahrscheinlich problemloser ein gutes Anschlußzuhause finden lässt. Bei Jagdhunden kenne ich mich nicht so aus, aber kann mir schon vorstellen, dass sie schlechter zu vermitteln sind. Vielleicht könnte man (nach reiflicher Überlegung und Entschuldigung) ja einfach ganz begeistert die Idee eines Nachfolgerhundes unterstützen und nebenbei auf diese tollen modischen Hunderassen hinweisen? Auch wenn ich Rassehunde nur bedingt mag, Hund ist Hund (und wer weiß, vielleicht wird er ja 91:)

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  7. Hallo, blubb.

    Der Fall ist durch. Die Eltern sind bockig. Immerhin: Opa hat sich gesundheitlich noch mal durchchecken lassen und hält sich für fit genug. Jetzt er freut er sich auf seinen Welpen. So be it. Drücke ihm gerne alle Daumen, dass es so wird, wie er sich das wünscht. Danke dir trotzdem. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. Garnix, vielen Dank für deinen Input. Wir habe leider keinen Betriebsrat…
    Kennt ihr mal einen guten Dienstleister, der bei der Zeugniserstellung oder Überprüfung unterstützen kann?

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  9. Hallo, Markus.

    Vielleicht noch mal zu meinem Input: bin selbst kein Experte und hatte mit dem Thema selbst direkt auch noch nix zu tun. Die anderthalb Gehälter pro Jahr Betriebszugehörigkeit wurden mir aus dem Versicherungs-/Bankenbereich zugetragen. Grundsätzlich geht man wohl vom 0,5 Gehältern Abfindung pro Jahr Betriebszugehörigkeit aus. Im nachfolgenden Link findest du noch ein paar Angaben, wann, wie, wo mehr gezahlt werden könnte: https://kuendigungsanwalt.de/abfindung.html

    Wenn du unsicher bist bzw. wenn es dir die Sache wert ist, würde ich mal einen Arbeitsrechtler besuchen, wobei da immer die Frage ist, ob der dich neutral berät. Vielleicht kommt ja hier noch ein besserer Rat rein?

    Viele Grüße
    Garnix

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  10. Ich hätte tatsächlich eine Frage, die zwar wenig mit dem eigentlich Blog, als mehr mit dir als erfolgreicher Arbeitnehmer zu tun hat. Ich stehe in Mitten meines Bachelorstudiums der BWL, mit relativen guten Noten und Praxiserfahrung. Mir hat nun ein großer deutscher Einzelhändler ein attraktives Einstiegsangebot über ein duales Studienmodell angeboten. Ich bin unentschlossen, ob ich das Angebot annehmen sollte oder mich nach dem Studium vielleicht auf noch anspruchsvollere Stellen bewerben sollte.
    Ich frage mich außerdem, ob ein Branchenwechsel von Einzelhandel in Industrie in einigen Jahren noch möglich wäre.
    Angebot wären ca. 52k im ersten Jahr, was für mich als Arbeiterkind und normaler BWLer einer FH schon eine riesige Vorstellung ist.

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  11. Hallo, Daniel.

    Ohne Kenner der Einzelhandelsszene zu sein, wenn das in Richtung Filialleitung geht, würden mich zwei Fragen interessieren: 1) wie sind die Entwicklungsmöglichkeiten – ist die Zentrale in der Nähe, kann man irgendwann in die Konzernführung wechseln? 2) Wie ist das Leben so als Filialleiter und passt das für dich? Ein Freund von mir arbeitet in dem Umfeld, hat 60-Stunden-Wochen und 45 Kollegen, für die er Zirkusdirektor und Löwenbändiger spielen muss. Verdienst ist sehr gut. Aber viel Zeit und Kraft für was anderes hat er nicht mehr. Er ist damit aber 100%ig glücklich. Ist wirklich eine Typfrage. Personalführung kann maximal undankbar sein. Ich selbst hätte damit eher Schwierigkeiten.

    Ich versuche mal, meinen idealen Angestellten-Arbeitsplatz zu beschreiben, um dich anzuregen, dass du für dich deinen idealen Arbeitsplatz beschreibst.

    1) Bezahlung muss zumindest potentiell gut sein – es müssen grundsätzlich höhere Gehälter gezahlt werden als irgendwo anders
    2) Ich brauche Gestaltungsspielraum, Prozesse zu verändern/zu verbessern
    3) Ich hätte gerne möglichst kluge und leistungsbereite Kollegen um mich
    4) Ich möchte auch als Arbeitnehmer unternehmerisch denken und handeln können
    5) Ich möchte, dass Leistung angemessen gesehen und gewürdigt wird

    Tipp: bau dir einen für dich passenden Kriterienkatalog zusammen. Überschrift: mein idealer Arbeitsplatz. Dann mindestens zwei, drei Optionen (Einzelhandel, Industrie, Bank, Versicherung) durchspielen bzw. punktemäßig einordnen. Wenn das richtig gut läuft, steht am Ende ein „Hell Yeah – das mache ich“. Wenn es so mittel läuft und für dich alles die gleiche Suppe ist, hast du dir zumindest Gedanken gemacht, hast dir nix vorzuwerfen und springst einfach mal ins Wasser und testest dich aus. Währenddessen hältst du dein CV immer schön aktuell und streckst einmal im Jahr die Fühler in alle Richtungen aus, die dich noch interessieren.

    Viele Grüße
    Garnix

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  12. Hallo in die Runde,
    mal was anderes, weil das Thema vor kurzem mit Kollegen aufkam: wie stehen eigentlich die Vegetarier/Veganer hier zur Haustierhaltung bzw. auch nicht-vegetarischem Tierfutter? Einerseits ist ein Kollege Vegetarier, seine Katze aber nicht, andererseits finde ich es ziemlich unfair, wenn hier im Viertel mit gutem Futter und Tierarzt gepäppelte Katzen haufenweise Vögel erlegen, z.B. zuletzt drei gerade flügge gewordene Amseln, deren Eltern das Nest etwas zu niedrig gebaut hatten.
    Bin auch nicht sicher, ob eine Menschenwohnung immer artgerecht ist, mir fallen da Treppen ein und Hunde mit Arthrose.

    VG und nichts für ungut…
    inventivedog

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  13. Hallo, inventivedog.

    Hätte ich Haustiere, würde ich sie vegan ernähren. „Bramble“ ein Border-Collie ist immerhin 27 Jahre alt geworden.

    Und wegen Nestern und Katzen eine kleine Analogie: von März bis September sollte man als „Heckenbesitzer“ beispielsweise nur sehr vorsichtig (wenn überhaupt) seine Hecken schneiden, so will es das Bundesnaturschutzgesetz zum Vogelschutz. Alle Jäger, die ich kenne und die Jagdhunde führen, lassen Ihre Hunde in der Zeit in der Rehe jungen Nachwuchs (Kitze) haben, nicht wirklich frei in ihrem Wald laufen. Meint: hätte ich Katzen, hätten die partiell Hausarrest.

    Ansonsten gilt: Tierheime sind voll, wer sich da den Kauf eines Welpen verkneift, tut meiner Meinung nach ordentlich was für sein Karmakonto.

    Viele Grüße
    Garnix (Moralotto)

    Anbei ein paar Quellen zum Thema:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/die-hoehle-der-loewen-ist-veganes-hundefutter-gesund-a-1237198.html#js-article-comments-box-pager
    https://www.peta.org/living/animal-companions/vegetarian-cats-dogs/

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