Every Argument Against Veganism

Nachfolgend meine „Entwicklungsstufen“ in Sachen veganer Ernährung. Ich bin aktuell und grob geschätzt in Stufe 9,2:

  1. Dumpf-latent doofes Gefühl, tierische Produkte zu konsumieren
  2. Heimliche Bewunderung für Vegetarier
  3. Schlechtes Gewissen
  4. Bisschen Fleisch weglassen
  5. Das nächste Auto dann halt ohne Ledersitze
  6. Vegetarier
  7. Heimliche Bewunderung für Veganer
  8. Schlechtes Gewissen
  9. Veganer
  10. Veganer Aktivist

In Summe dürfte es, sagen wir, 100 Argumente oder Vorbehalte gegen das Vegansein geben. Alle sind wunderbar zu widerlegen. Die gängisten werden hier widerlegt:

8 Kommentare zu „Every Argument Against Veganism“

  1. Hi, Andreas.

    Stufe 10 erreicht man erst, wenn man bei TEDx rumhängt, einen Youtube-Kanal hat und sich vor Schweinelaster legt. Das dauert bei mir noch zwei, drei Monate. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

    Liken

  2. Ich bin noch bei Stufe 5, neuer Geldbeutel nicht aus Leder und so. Allerdings esse ich nicht nur bisschen weniger Fleisch, sondern weniger als einmal die Woche.
    Da ist noch viel Luft nach oben, aber ich bin zuversichtlich.

    Mach weiter so!

    Liken

  3. Hallo, Peter Ponkel.

    Weniger als einmal die Woche ist schon sehr gut. Daher: danke im Namen deiner Umwelt, deiner Gesundheit und der Viecher, die du verschonst! 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

    Liken

  4. Hallo Guru,

    ich habe neulich in einem Podcast mal wieder etwas über unser Schwarzwild-Problem gehört… und dann an dich gedacht. Ich glaube jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um dich damit von den Q1 Ergebnissen abzulenken.

    Ich habe zwar noch nie ein Wildschwein im Wald gesehen, aber milde Winter und wahnsinniger Maisanbau scheinen die Wildscheinpopulation in Deutschland ja zum explodieren zu bringen. Die Tierchen wissen scheinbar, dass sie uns besser aus dem Weg gehen. Nicht dumm, so ein Schwein. Das macht die Jagd wohl auch so schwierig. Die TiHo Hannover gibt an, dass ein Jäger im Schnitt 20 Stunden aufbringen muss, um ein Wildschwein zu erlegen. Da geht also ganz schön viel Zeit drauf. Die Reproduktionsrate liegt bei ca. 250% habe ich gelesen. Der Wolf hilft auch nicht so richtig mit, den Bestand zu kontrollieren. Schwierig also, dem „Problem“ Herr zu werden.

    Meine Grundannahme ist also: In Deutschland gibt es eher zu viele Wildschweine, als zu wenig. Deshalb müssen sie bejagt werden. Artgerechte „Haltung“ ist bei Wildtieren gegeben. Einen Jäger mit einer ruhigen Hand vorausgesetzt: Das Tier leidet nicht lange. Es wird nicht extra für die Gulaschsuppe gezüchtet, und erlegen müssen die Jäger sowieso eine ganze Menge. In der Jagdsaison 2017/2018 wurden in Deutschland über 800.000 Wildschweine erlegt. Die Population wird wohl trotzdem größer.

    Das Thema Fleischkonsum und Gesundheit mal außer Acht gelassen, darf man Wildschwein essen?

    Du hast die Selbstverständlichkeit mit der ich Fleisch esse in den letzten Wochen ganz ordentlich ins Wanken gebracht. Ich esse nicht viel und bei dem was ich esse achte ich sehr auf die Herkunft. Jetzt bin ich gespannt auf deine Gedanken.

    Vielleicht gibt es hier ja auch einen mitlesenden Jäger, der zu dem Thema was sagen kann.

    Viele Grüße
    Julius II

    Liken

  5. Hallo, Julius II.

    Erstmal tausend Dank, dass du dich auf das Thema Ernährung einlässt. Da hängen richtig Emotionen und vermeintliche Lebensqualität dran. Alles nicht so einfach.

    Mein Vater ist Jäger und Jagdpächter und erlegt im Rahmen von Ansitz- und Gesellschaftsjagden sowas um die 50 – 80 Wildschweine pro Jahr (plus andere Viecher). Ich habe ihn als Kind und Jugendlicher immer begleitet und habe selbst sicher 100+ Schweine ins Jenseits befördert. Nur als Hintergrundinfo für dich.

    Eine Gewehrkugel legt pro Sekunde etwa 900 Meter zurück. Der Schall ist mit rund 340 Metern deutlich langsamer. Wenn du also einen guten Schützen hast, der hinter den „Teller“ bzw. hinters Ohr zielt, dann würde ich aus eigener Beobachtung sagen, dass die Schweine tot sind, ohne auch nur den Knall dazu gehört zu haben.

    Das fand ich früher gut und habe so lange geübt, bis ich auf 200 Meter ein Fünfmarkstück getroffen habe, wobei man üblicherweise und im Wald maximal 100 – 120 Meter weit schießt. Ich fand das human und auch ein bisschen sexy: sterben, ohne irgendwas zu hören oder zu spüren. Für Füchse habe ich eine Highspeed-Munition in einem anderen Kaliber verwendet, die noch mal 200 Meter pro Sekunde schneller war: so ab 1.100 m/sek Vnull schockst du den Organismus, den du triffst. Die fallen tot um, ohne sich auch nur noch einen Milimeter zu bewegen (vom Umfallen abgesehen).

    Blöd: so viele Jäger, die das so praktizieren, gibt es nicht. Die allermeisten schießen ausschließlich aufs „Blatt“. Wenn eine Sau quer steht halten die so zwei Finger breit hinter den Vorderlauf und versuchen so in den Brustbereich bzw. in die Herzgegend zu kommen, weil die Trefferfläche da größer ist. Blöd: die so getroffenen Schweine dackeln mehr oder weniger alle noch 30 – 200 Meter durch die Gegend, bis sie umfallen. Bei Lungen- oder Lebertreffern auch deutlich weiter – manche überleben damit auch noch ein paar Stunden. Als Jäger würdest du dann ein bisschen abwarten und mit deinem „Jagdgebrauchshund“ eine Nachsuche starten (falls das Wildschwein den Blickbereich verlassen hat). Relativ selten kommt es dann noch zu einem „Fangschuss“. Hängt davon ab, wann du nachsuchst und wie gut der Treffer war. Das alles beschreibt die optimalen Voraussetzungen einer Ansitzjagd.

    Auf einer Gesellschafts- bzw. einer Drückjagd fallen oft gerne mal 100 Schüsse und am Ende hat man eine „Strecke“ von fünf, sechs Sauen. Meint: da passiert viel Scheiße. Wobei die gängige Meinung ist, dass die Drückjagd den „Jagddruck“ für die Sauen reduziert und somit der Ansitzjagd vorzuziehen ist. Hintergrund: weniger Jagddruck = eventuell weniger Wildschäden im Feld, die übrigens die Pächter bezahlen müssen.

    Ich kenne aus der Beobachtung über die Jahre vermutlich 100 Jäger. Allerallerhöchstens fünf davon trainieren, gehen mal in ein Schießkino und legen wert darauf, quasi schmerzfrei zu töten. Was auf einer Drückjagd ohnehin sehrsehr schwierig ist, weil die Tiere ja meist in voller Flucht sind.

    So. Genug Hintergrundfarbe. Erste Erkenntnis: ein schmerzfreier oder schmerzarmer Tod im Wald ist die absolute Ausnahme. Dass die Viecher, wenn sie die Wahl hätten, lieber weiterleben würden, dürfen wir ohnehin als gegeben ansehen (sind ja frei und müssen nie ins Büro).

    Dann kommen wir zur Überpopulation und zum „man muss die ja eh abknallen“. Ich zitiere mal:

    „Die rasante Vermehrung der Wildschweine ist paradoxerweise vor allem auf die starke Bejagung zurückzuführen. Eine französische Studie belegt, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der Bachen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Diesen Fakten fügen sich nun auch die Waidmänner und räumen ein: „Insgesamt haben alle Bemühungen der vergangenen Jahre keinen Erfolg gebracht. Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter.“ Namhafte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Reichholf beschreiben die Jagd als „Erhaltung hoher Bestandsproduktivität“. Auch die anderen Aktivitäten der Jäger haben den Erhalt hoher Wildbestände zum Ziel. Wie beispielsweise die Fütterungen um Nahrungsengpässe zu überbrücken, oder Tiere anzulocken. Schließlich sollen die Waidmänner bei ihrem nächsten Feldzug voll auf ihre Kosten kommen.“ Quelle: https://www.veganblog.de/unterhaltung/jagd/jaeger-geben-jetzt-zu-jagd-kann-wildschweine-nicht-regulieren/

    Ich fürchte, das stimmt. Klingt vielleicht erstmal paradox, aber macht schon Sinn. Tendenziell findet die Natur ein Korrektiv, würde ich sagen. Nilgänse besprechen wir dann ein anderes mal.

    Fazit: ich esse keine Wildschweine. Quelle surprise.

    Sorry und viele Grüße
    Garnix

    Liken

  6. Auf dich ist Verlass. Danke für die Insiderinfos! Dass das mit dem schnellen Tod in der Praxis wahrscheinlich die Ausnahme ist habe ich befürchtet. Mist. Tja… und wenn die Jagd erst dazu führt, dass sich die Wildschweine mehr vermehren als uns lieb ist… nochmal Mist. Ich muss nachdenken…

    Viele Grüße und danke
    Julius II

    Liken

  7. Hallo, Julius II.

    Gerne. Vorschlag für die nächste Fragen in deinem Gedankenexperiment: darf man Tiere essen, die nicht vorsätzlich getötet wurden? Also Tiere, die verunfallt sind, an einer Krankheit oder altersbedingt gestorben sind. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    Meine Antwort: nicht so gerne. Mein aktueller Stand in solchen Gedankenexperimenten: als Schiffbrüchiger auf hoher See ohne Alternative würde ich angeln und schön Sushi essen.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s