Und was ist mit den Kindern?

Oder: Wofür ich gerne Geld ausgebe – Teil 2

Wie hier beschrieben, können Kinder und ihre Mütter ein brutaler Kostenfaktor sein. Ja, ich knabbere immer noch an der 6.000-Euro-Zahnspange für Schnöselkinder und zahle wie selbstverständlich jedes Jahr rund 12.000 Euro Unterhalt.

Aber unterm Strich werfen die Kinders ja doch eine ordentliche emotionale Rendite ab und sorgen nebenbei dafür, dass man sich nicht hintern Zug wirft, in den Suff abrutscht, nicht alles mit Nutten verballert, ab und zu sogar die Bude mal feucht durchwischt und zu Weihnachten Deko-Elche aufbaut und Kerzen anzündet.

Außerdem taugen die eigenen Kinder hervorragend als Versuchsobjekte – insbesondere für Themen, bei denen man selbst gescheitert ist. Ich kenne da diese Mutter, die 140 Kilo wiegt, ihre Tochter morgens und abends ins Tennistraining schickt und ihr die Süßigkeiten wegfrisst. Ja, die gibt es wirklich noch, die guten alten Tenniseltern.

In meinem Fall: ich bin auch zu fett und fresse der Tochter die Süßigkeiten weg – die sportlichen Ziele sind aber aller finanzieller Natur. Tina, die meine Tricks bei ihren vier Kindern adaptiert (klingt besser als klaut), zwingt mich quasi, mit diesem Quatsch auch andere Eltern zu penetrieren. Keine Ahnung, ob das mehrheitsfähig ist. Glaube eher nicht. Sei’s drum. Schauen wir uns den Masterplan für meine Tochter an:

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Zur Erklärung:

  • Im 14. Lebensjahr hat meine Tochter die Challenge, 1.000 Euro in so etwas wie einem Angestelltenverhältnis zu verdienen. Der Chef darf niemand aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis sein. Es geht also darum, sich mit Fremden zu arrangieren und abhängig beschäftigt Geld zu verdienen. Warum sollte man das tun? Diese Frage stelle ich mir mit 46 Jahren noch jeden Tag! Im Fall meiner bald 14jährigen Tochter: um 4.000 Euro Bonus von ihrem Vater abzukassieren.
  • Im 15. Lebensjahr sieht der Schlachtplan vor, mit einer Selbstständigkeit 2.000 Euro zu verdienen und wieder 4.000 Euro Bonus zu kassieren. Die „Selbstständigkeit“ könnte so was sein wie An- und Verkauf von Kleidung, Turnschuhen irgendwas.
  • Im 16. Lebensjahr heißt die Challenge: 3.000 Euro mit einer „skalierbaren Selbstständigkeit“ zu verdienen und wiederum 4.000 Euro Bonus zu kassieren.
  • Im 18. Lebensjahr gilt es, für einen Bonus von 5.000 Euro aus einer skalierbaren Selbstständigkeit und Mieteinnahmen rund 10.000 Euro einzunehmen. Mieteinnahmen? Bis zum 18. Lebensjahr hat sie sehr wahrscheinlich genug Eigenkapital, um beispielsweise eine Eigentumswohnung zu kaufen. Hier hat sie aber Vorteile und kann auf große Immobilienprofis mit guten Kontakten im Familienumfeld zurückgreifen.

Der Bonus ist übrigens wirklich ein Bonus und hat nichts mit dem Unterhalt oder Taschengeld zu tun. Sollte Sie zur Erreichung ihrer Ziele irgendeine Hilfe brauchen, bekommt sie diese nach Möglichkeit – so was wie eine Yoga-Lehrer-Ausbildung, ein Coaching von Madame Moneypenny oder so. 🙂

Einen weiteren Vorteil hat sie auch noch: sie startet – primär dank der Großeltern – nicht bei 0, sondern hat aktuell schon ein Vermögen von rund 43.000 Euro.

Nebenbei gilt eine Sparquote von rund 50 % als lohnens- und erstrebenswert. Da sind wir mit Sparquoten von 85 % in 2018 und 80 % in 2019 aber schon auf einem guten Weg.

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Jeder Punkt des Schlachtplans beruht auf maximaler Freiwilligkeit. Sie weiß, dass ich gar nicht so scharf drauf bin, so viele Boni zu verteilen und hätte große Lust daran, mich hier finanziell bluten zu lassen, während ich sage: „gar nicht schlimm, wenn du das nicht schaffst. Mach langsam.“

Hinter allem steht die Idee, dass sie mit 30 Jahren finanziell unabhängig ist – und das überwiegend aus eigenem Antrieb und eigener Kraft. Dass sie einen Startvorteil hat und auf Unterstützung zurückgreifen kann ist klar, aber ohne eigenes Zutun wird da nichts passieren.

Aktuell hat sie Bock auf den recht ambitionierten Plan. Wenn sie das ganze in drei Monaten doof findet, ist das auch in Ordnung.

Schauen wir mal.

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