Ed Talk

Neben „Google-it-in-your-heart“-Joey-Carbstrong schaue ich mir Videos von diesem Kollegen hier an.

Er argumentiert primär mit einer Werteentscheidung: wenn es pflanzliche Alternativen gibt, sich ordentlich zu ernähren, erschöpft sich die „persönliche Entscheidung“, Fleisch zu essen und Milchprodukte zu konsumieren, in einem „schmeckt mir halt“. Geschmack gegen Tierleid.

Apropos – falls sich jemand über die Fastfood-Ecke dem Thema nähern möchte: der Country/Veggie-Burger von Burger-King ohne Käse und mit einer anderen Sauce (Barbeque) müsste vegan sein und erinnert mich geschmacklich an den Zinger von KFC, den ich früher mal anbetungswürdig fand. Kommt bei weitem nicht an Beyond Meat ran, ist aber deutlich besser als die McDonalds-Veggie-Variante.

3 Kommentare zu „Ed Talk“

  1. Kleiner rant zum Wochenende, wegen Meinungsvielfalt uns so und um das beredte Schweigen in den Kommentaren hier zu brechen:
    Mich stößt dieser rigorose Moralismus ehrlich gesagt eher ab . Natürlich müssen wir der Umwelt und der Gesundheit zu Liebe weniger tierische Produkte essen und die dann zu anderen Preisen, mit denen bessere Lebensbedingungen für die Nutztiere geschaffen werden.
    Aber der Perspektivwechsel: „stell dir mal vor, wie die Kuh sich fühlt, wenn ihr Kälbchen und so weiter „
    Oder deine Ausführungen zum 20-minütigen grausamsten Erstickungskampf des Fischleins funktioniert meines Erachtens nicht .
    Das zeigt doch bereits der Umstand, dass wir ganz gut damit leben können, das tagtäglich Millionen der eigenen Spezies getötet, missbraucht, erniedrigt und auf verschiedenste Weisen schlecht und unwürdig behandelt werden, während wir seelenruhig unsere Portfolio Performance checken. Da hilft dann auch der Verweis auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Tier und Mensch wenig. Kompromisslosigkeit a la Greta ist vielleicht objektiv angebracht. Sie verkennt jedoch die Natur des Menschen, die sich nicht durch ins absurde überhöhte moralische Ansprüche oder Appelle von heute auf morgen ändern lässt . Kommt mir als altem Ossi auch alles ein bisschen totalitär vor -wir bauen uns einen neuen Menschen, der sich ab sofort in jedes Fischlein hineinfühlt
    und im völligen Einklang mit der Natur nur noch in sich hinein emittiert .
    Dafür, dass wir uns emotional vor allem mit unserem sozialen Nahfeld verbinden können, gibt es letztlich gute evolutionsbiologische Gründe.
    Ich versuche aktuell, insbesondere meinen Fleischverbrauch auf 25 % des deutschen Durchschnittsverbrauches pro Kopf zu reduzieren und dafür vermehrt Hülsenfrüchte und Fisch zu essen .
    Jahrtausende alte Kulturleistungen, wie großartigen französischen oder Schweizer Käse werde ich aber nicht über Bord werfen, genauso wenig wie den Genuss eines dry aged Beef Steak à la drei Monate oder so .
    Das scheint den meisten so zu gehen, wie Instagram Accounts wie der
    des osmanischen Zeremonienmeisters nusre-et
    zeigen, die mit ihren Klickzahlen jedes Unterwäsche Model vor Neid erblassen lassen . In Umkehrung deines Posts zu Earthlings möchte ich fast sagen: „wem läuft nicht das Wasser im Mund zusammen, wenn er den Meister in seinen Kurzvideos bei der Zubereitung sieht . Oder: „woran Lionel Messi sich labt, das kann nicht falsch sein .“
    Mag sich in 100 Jahren anders darstellen. Bereits meine 23-jährige Tochter genießt mit uns all diese wunderbaren Schweinereien, Lebt aber in ihren eigenen vier Wänden quasi vegetarisch. Und wie gesagt, ich verstehe auch verschiedene Punkte und arbeite an mir ..

    Schönes Wochenende
    Dirk

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  2. Hallo, Dirk.

    Danke für deinen Kommentar!

    @Rigoroser Moralismus: wie du richtig feststellst, gibt es hier drei Perspektiven – Umwelt, Gesundheit und Ethik. Die beiden ersten gehen für dich offensichtlich in Ordnung. Bei der dritten Perspektive (Ethik) machst du, wie so viele andere, „dicht“ und verweist auf Greueltaten, die ja offensichtlich auch an Menschen verübt werden. So nach dem Motto: was schert uns irgendeine Moral, die sich nur auf Tiere bezieht, während Menschen millionenfach leiden. Wie kann man Tierleid wichtiger als Menschenleid ansehen?

    Tue ich nicht, tut kein Veganer. Die gängige Theorie unter Veganern hierzu ist, dass das konnotiert ist. Wenn du die Menschen dazu bringst, Tiere anständig zu behandeln, ist es diesen Menschen unmöglich, Menschen schlecht zu behandeln bzw. irgendwelchen rassischten oder sonstigen Abartigkeiten nachzugehen. Diese „Konnotation“ von Tier- und Menschenleid ist sehr vielschichtig. Nehmen wir nur mal den „Hungeraspekt“. 82 % der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion wird an Nutzviecher verfüttert, die ihrerseits aber nur 17 % der weltweit zur Verfügung stehenden Kalorien liefern. Wenn wir morgen mit der Massentierhaltung aufhören würden, hätten wir übermorgen das Hungerproblem gelöst, weil die Produktion der aktuellen Landwirtschaft für rund 10 – 12 Mrd Menschen ausreicht. Krasserweise gibt es die meisten Hungertoten in Ländern, die ihre landwirtschaftlichen Produkte an Viecher verfüttern. Dass wir nebenbei den CO2-Haushalt MASSIV verbessern würden, ist, glaube ich, bekannt.

    @Kulturleistung Käse, Dry Aged Fleisch, Gemütlichkeit, Emotionalität & Miteinander: ich verstehe dich total. Vor 2015 fand ich Vegetarier heimlich gut, Veganer aber total extremistisch. Ein Essen ohne Fleisch, gabs für mich und meine Tochter nicht. Schönes Kalbsschnitzel, einen marinierten Lammrücken und die besten argentinischen Steaks überhaupt (aus der Stadt „Mercedes“ in meinem damaligen Lieblingssteakrestaurant „Buffalo“ in Frankfurt) standen für Lebensqualität, Freude und Genuss. Im Garten vorne gab’s einen Holz, im Garten hinten einen Gasgrill. Für einen Kindergeburtstag meiner Tochter habe ich mal 60 Kalbsschnitzel gemacht (die besten überhaupt). Will sagen: ich weiß, wovon du sprichst. Frei nach Loriot: ein Leben ohne Fleisch ist denkbar, aber sinnlos. Scheißegal, ob ganz leise irgendwo das Gewissen ein bisschen quietscht. Mein damaliges inneres Alibi: die werden ja schließlich nur zum Aufessen gezüchtet.

    Ich bin moralisch/ethisch alles mögliche – aber nicht besonders sensibel. Die Hälfte meiner Kollegen würden mich vermutlich als rücksichtslos bis brutal schildern. Wenn ich den Kram schon für so falsch halte, dauert das nicht mehr lange, bis es die Mehrheit auch tut. Das dauert keine 100 Jahre mehr.

    Ja, es stimmt: aktuell muss man geschmacklich hier und da noch Abstriche machen, wenn man die Viecher in Ruhe lässt. Aber schau dir bitte mal ein paar Essensfotos aus meinem neuen Lieblingsrestaurant an: https://www.google.com/maps/uv?hl=de&pb=!1s0x47bd0f890bf73ee5%3A0xc50316a6999daae8!2m22!2m2!1i80!2i80!3m1!2i20!16m16!1b1!2m2!1m1!1e1!2m2!1m1!1e3!2m2!1m1!1e5!2m2!1m1!1e4!2m2!1m1!1e6!3m1!7e115!4shttps%3A%2F%2Flh5.googleusercontent.com%2Fp%2FAF1QipN9k_ft_US-zh4yFYoqAaCmDTEvy8DOQ0P2VY7s%3Dw260-h175-n-k-no!5srestaurant%20balagan%20frankfurt%20-%20Google-Suche!15sCAQ&imagekey=!1e10!2sAF1QipN9k_ft_US-zh4yFYoqAaCmDTEvy8DOQ0P2VY7s – der Verzicht fällt mit neuen Angeboten jeden Tag leichter.

    @Deine Tochter: wenn sie sich irgendwann nur eine Stunde mit dem Thema Milchwirtschaft auseinandersetzt, hast du eine Veganerin in der Familie. Die Stufen sind: schlechtes Gewissen, Vegetarier, Veganer und veganer Aktivist. Man kann es drehen und wenden wie man will: sobald man einen vertretbaren kulinarischen Verlust ablehnt, auf seine persönliche Freiheit abstellt und Tier-, Umwelt- und Menschenleid als zu vernachlässigend darstellt, ist man im Schweinsgalopp in der falschen Richtung unterwegs.

    Viel besser ausgedrückt hat das alles ein Ex-Bänker der Citibank: https://www.youtube.com/watch?v=uQCe4qEexjc

    Viele Grüße und frohe Feiertage!
    Garnix

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  3. Alles richtig, wobei meine Mensch-Tier Relation nicht ganz so gemeint war. Ich wollte eher darauf hinaus, dass die menschliche Empathie in der Masse , egal, ob sie sich auf Mensch oder Tier bezieht, nicht besonders stark ausgeprägt ist und dies wie gesagt evolutionsbiologische Ursachen haben mag(Empathie nur für die kleine Gruppe, mit der man vor 100.000 Jahren überleben musste, Gegenüber dem Rest: Ellenbogen raus) Deswegen kommt die emotionale Argumentation, der Veganer -anders als andere Argumentationslinien -bei mir und vielen anderen wenig an. Ich bin jetzt jetzt 50 und will – unterstützt durch vermehrte pflanzliche Kost-gern 100 werden. Nicht auszuschließen, dass auch ich noch den doppelten Kampf, einerseits gegen Altersstarrsinn und andererseits gegen lieb gewonnene Gewohnheiten, aufnehme. Bis dahin setze ich weiter auf hoffentlich immer maßvolleren Genuss hochwertiger tierischer Produkte, im Fleischbereich vorzugsweise von Rindern, die auf einer Bio Wellness Farm beim Herumtollen auf der Wiese aufgrund Altersschwäche, was lückenlos Video zu dokumentieren ist, plötzlich und schmerzfrei das zeitliche gesegnet haben, natürlich nicht unter 120 € das Kilo, damit ich mir jeden Konsum dreimal überlege und Das Luxusleben von Bauer Kuh und eine Ausgleichsabgabe für den Methanausstoß gegenfinanziert sind. Da soll noch mal einer sagen, es gäbe kein richtiges Leben im falschen.. Das alles quasi als Brückenlösung, bis ich durch ständige mentale Arbeit den Bewusstseinszustand erreicht habe, den die Irregeleiteten bei Scientology wohl als OT 8 Level beschreiben.. Fazit: Wenn selbst alte verbohrte Säcke, wie wir eine Generalinventur der eigenen Lebensweise -wenn auch grantelnd und keckernd- nicht völlig von sich weisen, dann ist noch nix verloren…

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