CTSO – PACIFIC Studie

Die Uni München hat im letzten Oktober mit der Rekrutierung von 30 Patienten mit einer „Severe Acute Pancreatitis“ begonnen.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist üblicherweise nur mit 1 % Sterblichkeit assoziiert. Etwa 10 % der Patienten mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickeln aber eine schwere akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die eine Sterblichkeit von etwa 42 % aufweist.

Aktuelle Fallzahlen aus den USA: 240.000 akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen pro Jahr – entsprechend 24.000 schwere Fälle.

Primary Outcome der Studie: Hämodynamik bzw: „Improvement in the vasopressor dependency > 20 %“ innerhalb vom 48 Stunden nach Beginn der Cytosorb-Therapie

Secondary Outcomes:

  • Sterblichkeit
    • 28-Tage-Sterblichkeit
    • Intensiv-Station-Sterblichkeit
    • Krankenhaus-Sterblichkeit
  • Entzündungsparameter
    • IL-6, CRP und PCT-Werte
  • Beatmung
    • beatmungsfreie Tage
  • Nierenfunktion
    • Klassifizierung nach KDIGO

Statistische Aussagekraft der Studie wird bei 87,8 % gesehen.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6358351/

 

7 Kommentare zu „CTSO – PACIFIC Studie“

  1. Hallo lieber Guru,

    Ich bin schon sehr gespannt, was die Studie ergeben wird. Wenn da am Ende eine Senkung der Mortalität stünde, wäre es stark. Wenn wenigstens eine Steigerung der beatmungsfreien Tage oder eine deutliche Verbesserung der Nierenfunktion herauskäme, wäre es auch schon was. Die übrigen Endpunkte der Studie sind eher von (hohem) akademischen Interesse. Leider ist die Studie nicht randomisiert, sonst wäre sie besser. Dennoch, wir dürfen gespannt sein 🙂

    Ich bleibe skeptisch was den Nutzen des Filters in seiner jetzigen Form und Anwendung angeht. Aber ich glaube auch, dass diesem und ähnlichen Filtern eine große Zukunft bevorstehen könnte. Forschungsarbeiten wie diese Studie schaffen Erkenntnisse, die zu Weiterentwicklungen der Produkte und deren Einsatz führen. Die extrakorporale Hämofiltration (vulgo „Dialyse“) ist ein Wachstumsmarkt und Cytosorb mischt mit. Alles ist denkbar, z.B die Sache geht schief und Cytosorb geht Pleite oder aber der Filter oder eine Variante wird die neue Killerapplication in dem Bereich, millionen Patienten werden gerettet und es gibt Linsensuppe auf dem Katamaran.
    Ich habe leider immer noch keine Anteile:((wegen ACM – akuter CASHMANGEL)

    LG Stockpicker

    Gefällt mir

  2. „Wenn da am Ende eine Senkung der Mortalität stünde, wäre es stark. Wenn wenigstens eine Steigerung der beatmungsfreien Tage oder eine deutliche Verbesserung der Nierenfunktion herauskäme, wäre es auch schon was.“

    Aus der Sicht des Patienten mag das stimmen, aber für Krankenhäuser ist das „tödlich“. Die Vergütung der Intensivpatienten richtet sich auch nach den angefallenen Beatmungsstunden. Je mehr Beatmung, desto höher die Vergütung.

    Beatmung macht wenig Aufwand und bringt viel Ertrag. Jetzt kann jeder seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen.

    Gefällt mir

  3. Hallo Karl,
    Was Du ansprichst ist leider ein reales Problem. Vielfach erhält der Patient nicht unbedingt die für ihn geeignetste Therapie, sondern eine, die die Kasse klingeln lässt. Künstliche Beatmung und deren Vergütung ist ein heißes Eisen. Unsere Klinik hat sich auf das Weaning (Entwöhnung von der Beatmung) spezialisiert, sodass ich relativ viel mit der Thematik zu tun habe. Im Moment ist die künstliche Beatmung sehr lukrativ, was sich jedoch auch schnell ändern kann. Soviel ich weiß soll die Vergütung für Beatmungsstunden reduziert werden. Hämofiltrationsverfahren werden ebenfalls sehr gut vergütet. Auf dem Medizinmarkt sind verschiedene Akteure mit sehr unterschiedlichen Interessen zugange. Wenn der Cytosorb-Filter zu einer deutlichen Reduktion der Beatmungszeiten führen sollte, so wäre dies ein starker Anreiz für die Krankenkassen die Behandlungskosten des Filters zu übernehmen und dessen Einsatz zu forcieren.

    Gefällt mir

  4. Hallo, lieber Stockpicker.

    >Ich bleibe skeptisch

    Ich dachte, mit „Hell Boy“ hätte ich eine Chance. Ich bleibe am Ball. 🙂

    @ACM – akuter CASHMANGEL:

    Schau mal bei frugalisten.de vorbei. Die sind bald zu dritt, sehen glücklich aus und können sich quasi vom Kindergeld schon zur Ruhe setzen. Also so fast.

    Viele Grüße
    Garnix

    Gefällt mir

  5. Hallo, karl.

    Danke für den Blick hinter den Zaun! Klingt furchtbar. Immerhin gibt es inzwischen wohl schon 850 Kunden bzw. Krankenhausstationen, die den Adsorber einsetzen. Ich persönlich wüsste gar nicht, was ich so als den „Game Changer“ sehe. Gibt Stimmen: die hier https://garnixoderguru.com/2018/10/26/ctso-ticagrelor/ ein großes Potential sehen. Könnte mir auch Lebergeschichten und schwere Traumata vorstellen. Unterm Strich warten „wir“ derzeit wohl auf den Abschluss der randomisierten Endokarditits-Studie (REMOVE), die gute Fortschritte macht (>130 von 250 Patienten wurden schon verarztet – Im Dezember müsste man 250 / 250 haben). Wobei in dieser Studie der Adsorber nur intraoperativ eingesetzt wird, was mir gar nicht so gut gefällt. Dauert alles noch ein bisschen und man zittert sich so von Quartal zu Quartal.

    Viele Grüße
    Garnix

    Gefällt mir

  6. Hallo, Stockpicker.

    Bad Oeyenhausen (HDZ) muss regelmäßig seine Hausjuristen bemühen, um sich der Krankenkassen zu erwehren, die den Einsatz des Adsorbers in Frage stellen. Siehe die letzten zwei, drei Minuten dieses Videos: https://garnixoderguru.com/2019/03/20/ctso-als-ultima-ratio/

    Die sind mit 858 behandelten Patienten (> 4.300 Adsorbern) nachwievor der größte Kunde und stehen für rund 1 Mio Umsatz pro Jahr. Interessant: die durchschnittliche Verweildauer der CTSO-Patienten auf der Internsivstation in Bad Oeyenhausen liegt bei 36 Tagen (46 % überleben). Die haben wohl 60 Intensivbetten. Über den Daumen sind das aktuell so 15 Adsorber pro Intensivbett pro Jahr.

    Viele Grüße
    Garnix

    Gefällt mir

  7. @Hellboy und Skepsis
    „Hellboy“ ist ein weiterer interessanter Einzelfall, mehr aber auch nicht. Über Patienten, die trotz Filtereinsatz sang und klanglos versterben werden keine Publikationen veröffentlicht. Bessere Chancen meine Skepsis zu beseitigen hast Du bei positiven Resultaten der laufenden prospektiven Studien.
    @ACM und Frugalistenoli
    LOL, Kindergeld/-freibetrag als Booster für die finanzielle Freiheit:) Danke für den Tipp.
    Ich hatte den Artikel bei Oli, dessen Blog ich sehr schätze auch schon gelesen. Natürlich wird man mit staatlichen Zulagen für den Nachwuchs nicht reich aber teuer müssen Kinder eben auch nicht sein wenn man es frugalistisch-geschickt angeht.
    Ich werde dennoch versuchen eine kleine Portion CTSO aus der nächsten regulären Monatssparrate abzuzwacken. Bis ein Kindergeldcashflow da wäre, würde es eh noch mindestens 9 Monate dauern;)

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s