CTSO – Fallstudie aus „The International Journal of Artificial Organs“ (2019)

„A spectacular decrease in vaspopressor requirements…“

Die Uniklinik in Lausanne in der Schweiz berichtet von der Behandlung eines 14jährigen Patienten mit „Panton-Valentine leucocidin producing methicilin-resistant Staphylococcus aureus infection and Influenza B pneumonia requiring veno-arterial extra-corporeal membrane oxygenator for refractory shock“.

Assoziierte Sterblichkeit liegt bei bis zu 75 %.

Es bestand die Sorge, dass der Adsorber neben den Toxinen auch Clindamycin, ein wichtiges Antibiotika in der Behandlung des Patienten, adsorbiert. Diese Sorge hat sich NICHT bestätigt.

Nachdem sich die Situation im Rahmen der Standard-Therapie über drei Tage nur verschlechterte, setzte man den Adsorber in den ECMO-Kreislauf ein. Neun Stunden später kam es zu einem Clotting des Adsorbers („due to inadequate setup“). Dennoch hatte sich der Vasopressor-Bedarf schon drastisch reduziert. Insgesamt wurden vier Adsorber über einen Zeitraum von 81 Stunden eingesetzt. Tatsächlich hing der Patient aber insgesamt 31 Tage an der ECMO. Am 43. Tag der Behandlung musste leider auch der Unterschenkel des rechten Beins amputiert werden. Insgesamt wurde der Patient 114 Tage auf der Intensiv-Station bzw. 156 Tage vor der Entlassung im Krankenhaus behandelt.

„… the causative role of CytoSorb in this striking improvement is plausible.. CytoSorb within an ECMO circuit was associated with a spectacular recovery in a patient with refractory septic shock secondary to PVL-MRSA infection… it did not result in significant clindamycin removal. Therefore, standard dosages can be applied during this therapy…“

5 Kommentare zu „CTSO – Fallstudie aus „The International Journal of Artificial Organs“ (2019)“

  1. Hört sich gut an, dass der Antibiotikaspiegel erhalten blieb.
    Die Filterwirkung auf alle möglichen Antiobiotikaarten müsste man doch gut erforschen können. Für einige hat man ja wohl schon Daten gesammelt. Da kann man sicher mit vertretbarem Aufwand noch nachlegen.

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  2. Hi, Kuma.

    Es gibt eine In-Vitro-Studie, die sich damit beschäftigt, die dann aber quasi selbst zum Schluss kommt, dass das in vitro nicht so viel bringt. Wäre schön, wenn man da Bedenken in vivo ausräumen könnte. Bedenken dieser Art sind sicher ein zentraler Grund, warum man den Adsorber oft erst jenseits von gut und böse einsetzt.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. Du sagst es, Garnix. Denn der Einsatz als Ultima Ratio ist ja gar nicht der, den wir wollen.

    Cytosorb demnächst auch in Israel… Die haben eine sehr moderne Medizintechnik.

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