CTSO: Sales-Entwicklung 2013 – 2018

Die ersten kleinen CTSO Sales-Umsätze wurden in 2012-Q3 bzw. 2012-Q4 generiert, die ich für die folgende Darstellung aber ausgeklammert habe. Nachfolgend die reinen Sales-Umsätze aus den Jahren 2013 bis 2018:

cagrctso

Der erste komplette Jahresumsatz aus 2013 wurde im Jahr 2018 vervierundzwanzigfacht. Die „Compound Annual Growth Rate“ liegt bei strammen 70,5 %. Und das ganze OHNE eine wirklich belastbare große randomisierte Studie.

Ist das gut?

Der Austausch hier – beispielsweise mit Karl (Internist) oder Erick (Krankenhauseinkäufer) – zeigt, dass der massenhafte Einsatz des Adsorbers trotz der vielen Fallbeispiele und kleineren Studien und auch trotz eines dedizierten Abrechnungsschlüssels der Krankenkassen Wunschdenken bleibt. Die Widerstände und Zweifel sind und bleiben bis auf weiteres zu groß. Die Masse der Medizinier lässt sich hier einfach nicht auf einen Indizien-Prozess ein und wartet auf handfeste Beweise. Eine sogenannte „Listung“ in Krankenhauseinkaufsverbänden kann dauern.

Dass man es trotzdem beispielsweise geschafft hat, den Anwenderkreis im letzten Jahr von 400 auf 800 Anwender zu vergrößern, ist meiner Meinung nach sehr beeindruckend, weil die Skeptiker bei weitem in der Überzahl sind, man hier gegen Wände läuft und weil das Reservoir an wagemutigen Ärzten nicht unerschöpflich ist bzw. für ein lineares oder exponentielles Wachstum vermutlich nicht ausreicht.

Muss man jetzt investiert sein?

Unterm Strich geht es hier fast schon um so etwas wie einen Paradigmenwechsel in der Medizin. Althergebrachtes Wissen ist tief verwurzelt, die Widerstände gegen ein vermeintliches Wundermittel sind berechtigt und groß. Es braucht Zeit und viel Anstrengung, die Welt umzukrempeln. Zumal CTSO und seine Anwender immer noch dabei sind, Erfahrungen und Best Practises in der Anwendung des Adsorbers zu sammeln und auszutauschen. Ob und inwieweit erste Zwischenergebnisse von REMOVE und ggf. REFRESH II schon ausreichen, hier Widerstände abzubauen, kann vermutlich niemand sagen – ich bin da auch eher skeptisch. Zumal beide Studien in der Kardiologie angesiedelt sind.

Lässt man sich heute aber auf den „Indizienprozess CTSO“ ein und glaubt an die Wirksamkeit und den Mehrwert des Adsorbers und gesteht diesem ein Umsatzpotential von weltweit 2 Mrd USD zu (ein Zehntel dessen, was der CEO in Aussicht stellt), könnte man ab sofort neun Jahre mit 70 % p.a. wachsen., was etwa einer Verhundertfachung des Umsatzes entsprechen würde.

Wem das zu bescheuert klingt und wer nur 1 % des weltweiten Umsatzpotentials für möglich hält (= 200 Mio USD), sieht immerhin einer weiteren Verzehnfachung des Umsatzes entgegen.

Meine aus der Luft gegriffene Prognose: die Marktkapitalisierung klettert im Zuge hoffentlich positiver Studienergebnisse in den nächsten drei bis vier Jahren auf eine Mrd USD (Vervierfachung zu heute) und danach wird man für fünf Mrd USD übernommen.

Der Unterschied zu allen anderen „Biotech-Klitschen“?

Die Annahme, dass einzelne Kliniken, 1.000 Adsorber pro Jahr einsetzen, ist nicht nur eine Annahme: das ist partiell schon Realität. Die Umsatzzuwächse mit einer CAGR von 70 % sind Realität.

Den „Tipping-Point“ kann man meiner Meinung nach nur erreichen, sobald es handfeste Beweise gibt. Bis dahin muss jeder Anwender quasi einzeln eingefangen werden. Die Doppelstrategie, in den Kernländern selber den Vertrieb aufzubauen und sich in anderen Ländern Kooperationspartner reinzuholen, ist richtig – auch wenn sie sich erst später auszahlen wird.

Kritik?

Dr. Chan macht mit seiner Mannschaft einen tollen Job. Was man da quasi aus dem Nichts aufgebaut hat, ist großartig. Dass sowas kapital-, arbeits- und zeitinvestiv ist, kann man ihm schwer anlasten. Unterm Strich würde ich selbst heute keinen Fuß mehr in eine Klinik setzen, die den Adsorber nicht im Einsatz hat.

Wenn ich Dr. Chan einen Tipp geben dürfte, dann den, bitte nur noch wasserdichte Prognosen zu machen. Wunschdenken und Euphorie von wegen Reflection- und Tipping-Point können schwer nach hinten losgehen.

34 Kommentare zu „CTSO: Sales-Entwicklung 2013 – 2018“

  1. Hi, Karl.

    Langsam wird es Zeit, dass du uns erzählst, was du so im Depot hast. Gerne Werte, die ihren Umsatz seit 2013 vervierundzwanzigfacht haben, gerne auch mit Gross-Margins > 70 % und einem Umsatzpotential im ein- oder zweistelligen Milliardenbereich (x 100 – 1000 zu heute).

    Die Zitate des Anästhesisten dürften aus 2014 stammen. Es gab inzwischen wiegesagt etwas fundiertere und teilweise auch randomisierte Studien, deren Aussagekraft und -qualität ich etwas höher einschätze.

    Viele Grüße
    Garnix

    Bonusfragen: sind deine Kollegen aus Bad Oeyenhausen, Hamburg, Emden, Ulm, in rund 18 deutschen Unikliniken und insgesamt in 800 Krankenhausabteilungen weltweit alle doof bzw. von CTSO bezahlt? Oder lesen die hier am Ende alle mit und ich habe die einfach nur ins Verderben geführt? 🙂

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  2. Hallo, inventivedog.

    Wegen Einzelaktien: Ziel wäre es hier aus meiner Sicht, jeweils so tief im Thema zu sein, dass du für dich ein einen Investmentcase / ein Chance-Risiko-Verhältnis aufbauen und auch so was wie einen Fair-Value berechnen kannst. Ist alles keine exakte Wissenschaft und fliegt dir im Zweifel um die Ohren – aber es hilft ein bisschen in der Unterscheidbarkeit von Investments.

    Viel Erfolg und viel Spaß dabei!

    Dir auch eine gute Woche…
    Garnix

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  3. Hi Garnix,

    ich zocke nicht mehr. Mir reichen 4% Nettorendite. Deshalb hab ich sowas wie ABBV, MO, BASF, ATLANTIA, etc.

    Ich kenne persönlich Ärzte an fünf Unikliniken näher. Habe selbst in Berlin und Freiburg an der Uni gearbeitet und kann nur sagen, dass meine persönlichen Bekannten auf Nachfrage das Produkt gar nicht kennen oder aber kennen und kaum anwenden.

    Aktuell arbeite ich bei einem der vier großen privaten Anbietern. Dort ist das Produkt gar nicht im Einsatz.

    Zu guter letzt spricht die Umsatzentwicklung für sich.

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  4. Hi,
    kleine Korrektur zu meinem letzten Kommentar: den DWS Telemedia habe ich wohl 2001 verkauft aber 500% Gewinn waren Anglerlatein, der Fisch war wohl nur so 100% im Plus…
    2002 gab’s dann reichlich Gelegenheit, Lehrgeld zu zahlen, those were the days.
    LG
    Frank

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  5. Hui, ein paar Tage nicht reingeschaut und schon 20 Kommentare hinterher..
    Zu deinen Gegenfragen:
    Frage 1 /Frage 2: Ich würde mir einbilden, mich auch auf dem Laufenden zu halten.. Bin aber aktuell zu weit weg, um zu beurteilen, ob der Filter in der Literatur da jetzt so das Wahnsinns-Aha-Ding ist oder eins von vielen. Und selbst wenn ich eine Studie lese und danach völlig überzeugt bin, dass es funktionieren kann: Gehe ich dann zu meinem Einkäufer und sage: Pass auf, ich teste mal den Filter, kannst du mir ein paar bestellen? Wenn ich die letzten Kommentare hier lese, ist das doch genau der Punkt. Man kann von den Studien überzeugt sein oder auch nicht. Es sind am Ende immer Studien, die einen kleinen Teil testen und unter bestimmten Kriterien bestimmte Dinge herausfinden. In deinen Blog-Artikeln klingt es so, als würden die Umfänge dabei schon Stück für Stück größer und damit gewinnt man vermutlich auch mehr und mehr „Anhänger“ unter den Ärzten. Aber es liegt dann am Ende ja auch in ihrer Verantwortung, wenn sie den Filter einsetzen, weshalb ich eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht finde. Und auch wenn es ein Filter und kein zu verabreichendes Medikament ist, greife ich ja doch ziemlich in die Körper-eigenen Funktionen ein.
    Frage 3: Natürlich würde ich mir wünschen, dass meine Überlebenschancen so hoch wie möglich sind. Aber ich kann es mir wohl in dem Fall nicht aussuchen, wo ich lande.. und wenn mir dann der Arzt mitteilt, meine Überlebenswahrscheinlichkeit wäre sehr gering und er hätte da eine neue Methode (=CTSO-Filter), würde ich sicher in jedem Fall zustimmen, das zu probieren. Ohne es besser zu wissen: Ich glaub nicht, dass das so einfach geht.

    Viele Grüße und gute Erholung/Auszeit,
    daniel

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  6. So, wollte mich doch nochmal melden – habe vor 2 Wochen ein kleines C++-Progrämmchen zusammengehackt, das MC-Simulationen machen kann. Idee ist, dass es als Input eine Aufteilung des Depots auf „Cash, ETF und Shares“ (mit steigender Chance/steigendem Risiko) und ein Jahr, bis zu dem ich Arbiete (< 15) bekommt und erstmal nur für z.B. 15 Jahre ("bis zur Rente") MC-Simulationen macht. Dann gibt es eine heuristische, auf mich angepasste Zielfunktion, die bewertet, wie gut ein Ergebnis ist. Gut ist z.B. nicht mehr lange arbeiten und ein möglichst hoher Depotstand des 15%-Medians der MC-Simulationen. Das Progrämmchen macht dann mit vielen MC-Simulationen eine Grid-Search über viele mögliche Aufteilungen+Arbeitsjahre, bewertet die und gibt die guten Kombinationen aus (mit ein paar KPI).
    Grob kommt mit meinen Rahmenbedingungen raus: noch 7 Jahre arbeiten, ca. 0% Cash und 1/3 Shares.
    Alles sehr ohne Gewähr 🙂

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  7. >“Zu guter letzt spricht die Umsatzentwicklung für sich.“

    Hi, Karl.

    Lustig: genau so sehe ich das auch! 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. Hi Karl,

    >Zu guter letzt spricht die Umsatzentwicklung für sich.

    Aktuell werden rund 20.000 Adsorber pro Jahr verkauft (das sind etwa 25 Adorber pro Krankenhausabteilung, die man als Kunde gewinnen konnte). Der Umsatz hat sich seit dem ersten kompletten „Umsatzjahr“ 2013 vervierundzwanzigfacht. Ich habe letzte Woche an einem Webinar in Sachen “Ticagrelor/Rivaroxaban and active infective endocarditis” teilgenommen. Moderiert wurde das Ding vom Chefkardiologen der Uniklinik Sorbonne/Paris, der mit dem Adsorber schon aufgegebene junge Patienten zurückgeholt hat. Prof. Wendt aus der Uniklinik Essen, der den Adsorber inzwischen bei jeder Endokarditis einsetzt, war auch dabei. Ebenso wie 250 Teilnehmer weltweit – u.a. etwa 50 Mediziner aus Indien.

    Bin gespannt, ob und wann die Info zu dir durchdringt. Im Dezember 2019 müssten die 250 Patienten der großen randomisierten Endokarditis-Studie alle behandelt worden sein.

    Viele Grüße
    Garnix

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