Diversifikation = Promiskuität

Wir fangen mit einem legendären Buffett-Zitat an: „If you have a harem of 40 women, you never get to know any of them very well.“

Ich bin seit dreieinhalb Jahren mit Tina zusammen. Als wir uns kennenlernten, wollte sie wissen, was ich von einer Frau erwarte.

Tina: „Sag mal.“

Garnix: „Sicher?“

Tina: „Sicher!“

Garnix: „Geht’s auch auf Englisch?“

Tina: „Klar.“

Garnix. „Warm heart, sharp brain, wet pussy.“

[Schweigen. Dann Gelächter.]

Tina: „Ich glaube, du hast Glück.“

Lassen wir mal so stehen – und sprechen wir lieber über Aktien. Was sind meine drei magischen Kriterien für Aktien?

1. Umsatzwachstum

MEINE Traumaktie steht nicht nur in den Startlöchern, sie hat schon den Nachweis angetreten, dass es eine robuste und wachsende Nachfrage gibt und dass die Umsätze gerne sequentiell – meint von Quartal zu Quartal – ordentlich wachsen, je mehr desto besser.

2. Marge

Hier tut es für meine Begriffe schon die Brutto-Marge, die alle Produktions- und Vertriebskosten ins Verhältnis zum Umsatz setzt. Bleibt vom Umsatz(wachstum) ordentlich etwas hängen? Das was hängen bleibt, darf in einer Aufbauphase dabei gerne noch in den weiteren Aufbau des Geschäfts investiert werden.

3. Umsatzpotential

Wie bewerte ich das realistische Umsatzpotential einer Firma? Wie lange, in welchem Umfang und Tempo kann die fragliche Firma wachsen?

Und was bedeutet das konkret?

„MEINE“ aktuelle Traumaktie hat die folgenden „Maße“.

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) der letzten drei Jahre für CTSO lag bei 77 %. Super sexy, wie ich finde. Alles jenseits von 50% plus pro Jahr macht mich sehr glücklich.

Die aktuelle Gross Margin liegt bei rund 72 % – dank einer neuen Fabrik mit Potential, auf 80 % verbessert zu werden. Sehr geil, kann man nicht meckern – im Gegenteil für solche Margen braucht es schon einen gewaltigen Burggraben.

Und last but not least: wie in anderen Beiträgen ausgeführt, sehe ich ein Umsatzpotential NUR in Deutschland von 1,5 Mrd USD pro Jahr. Weltweit vermutlich so um die 20 Mrd USD.

Runden wir das ganze ein bisschen ab – auf 50 % Umsatzwachstum p.a. und 50 % Marge und applizieren wir mal ein peergroup- und wachstumstypisches KGV von 25, könnte CTSO bis 2024 seinen Umsatz auf rund 263 Mio USD steigern, einen Profit von rund 131 Mio USD einfahren, bei über 100 USD pro Aktie notieren und hätte dabei nur rund 1,3 % des weltweiten Umsatzpotentials abgedeckt.

ctsopeog

(Hinweis: das obige Modell bitte nicht für bare Münze nehmen – CTSO ist weit davon entfernt, beispielsweise eine Dividende zu bezahlen.)

Während das alles hoffentlich halbwegs so aufgeht, lernen wir uns richtig kennen, schauen trotzdem genau, was der Markt sonst noch so zu bieten hat, kommen bis auf weiteres aber froh, glücklich und dankbar abends nach Hause.

Bevor ich gesteinigt werde, wenn das nicht aufgeht: „Growth-Plays“ sind deutlich riskanter als „Value-Plays“. Inwieweit sich irgendein Wachstumspotential tatsächlich materialisiert, kann niemand mit Gewissheit sagen. Nachwievor gilt, dass hier bitte niemand ohne eigene Due Diligence auch nur einen Euro investiert.

Fazit: Monogamie bei Frauen und/oder Aktien muss nicht schlecht sein und kann für eine deutliche Outperformance stehen, wenn man alles bekommt, was man sich so vorstellt.

Gibt es dazu auch einen Soundtrack? Na klar…

5 Kommentare zu „Diversifikation = Promiskuität“

  1. Happy 2019 Guru! Ich hoffe Du hast ein fantastisches Jahr.

    Bezüglich Deiner Bilanzierung erinnert mich das mit warmen Herzen an den „Neuen Markt“ der Jahrtausendwende, bei der auch alle mit dem „Gross Income“ planten und Kosten/Aufwendungen ausgeblendeten. Dadurch war auch die defizitärste Bude im Gewinn.

    So würde das im „altmodischen“ Bewertungsmodell aussehen:
    CTSO Jahr 2018:
    Umsatz: Ca. $23M
    Gross Income ca. $14M
    Aufwendungen/Schuldendienst & Steuern: ca. $29M
    Nettoergebnis: Ca. minus $15M (dicke, fette rote Farbe)

    Das heisst jemand schiebt 23 Millionen Vermögen der Aktionäre von A nach B und wirft gleichzeitig davon 15 Millionen in den Mülleimer.

    Damit das funktioniert, gibt CTSO aktuell jedes Quartal ca. eine Million neue Aktien aus, die den Anteil der Altaktionäre verwässern. (In Deiner Tabelle Wert eingefroren).

    Da EPS mit dem Nettoergebnis bewertet wird, stehen hier damit für 2018 minus $0,5 pro Aktie

    Jahresübersicht:
    https://www.marketwatch.com/investing/stock/ctso/financials

    Letzte 5 Quartale:
    https://www.marketwatch.com/investing/stock/ctso/financials/income/quarter

    Wenn die 2019 Aufwendungen sich so entwickeln wie in den letzten Jahren, stehen dort am Jahresende $7-10M Nettoverlust und es gibt dann ca 35M Aktien.

    2020 könnte der Sprung in die Gewinnzone glücken, wenn der Wettbewerb jetzt einfach zuschaut und nichts tut.

    Kann funktionieren.

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  2. Hallo, Freiheitsmaschine.

    Danke für die Wünsche! Dir auch ein tolles Jahr.

    Biotechs sind Neuer Markt im Quadrat plus Steroide obendrauf. Loxo Oncology wurde heute von Lilly für satte 8 Mrd USD übernommen (https://ir.loxooncology.com/press-releases/2382271-Lilly-announces-agreement-to-acquire-loxo-oncology). Loxo hat bis dato und meines Wissens überhaupt keine eigenen Umsätze. Wäre mir persönlich für ein nenneswertes Investment viel zu heiß gewesen.

    CTSO schrabbelt aktuell am operativen Breakeven rum (exklusive Studienkosten). Das ist für mich der große Unterschied: man ist am Markt, hat steigende Umsätze, riesige Margen, exzellentes Anwenderfeedback und eigene Abrechnungsschlüssel bei den Krankenkassen in Deutschland und der Schweiz. Will sagen: man kann aus eigener Kraft organisch wachsen, für steigende Kursen sorgen, die Bude zum „Unicorn“ machen und sich danach für x Mrd übernehmen lassen. Das ist der Plan.

    Inwieweit Wachstumsprognosen in meinem oder in DCF-Modellen überhaupt jemals Sinn machen, darfst du natürlich gerne in Frage stellen – zumal DCF-Modelle in Neuen Markt Zeiten krachend gegen die Wand gefahren sind.

    Viele Grüße
    Garnix

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