108 Tage

Der letzte 10.000er-Sprung auf damals 410.000 Euro Netto-Depotwert ist inwischen 108 Tage her. Die längste Durststrecke bisher.

Zur Erinnerung: die Sprünge von 0 – 100.000, 100.001 – 200.000, 200.001 – 300.000 und 300.001 – 400.000 waren nach 405, 217, 30 und 75 Tagen angenehm schnell erledigt. Der Sprung auf die 500.000 ziert sich etwas und wird nach den ordentlichen Rücksetzern seit September etwas länger dauern.

10000er

Bevor die Freiheitsmaschine voller Anteilnahme und Sorge um mein Vorgehen wieder um die Ecke kommt, schnell ein proaktives Gemütsupdate, das – unter uns Zahlen-Ottos – natürlich mit Portfolio-Performance konnotiert ist. Voila:

pp

Die 2018er Performance liegt aktuell bei 63,79 %. Der Blick auf meine Benchmarks soll uns sagen, ob das Anlass zum Meckern bietet:

ppb

Um den Verdacht des Größenwahns zu vermeiden, sagen wir mal: nee. Passt schon. Ruppiges Jahr, in dem „wir“ schon mal besser dastanden, aber unterm Strich darf man nicht meckern, denke ich.

Ansonsten: der Finanzwesir und sein Begriff „arschlochfreie Zone“ begleitet mich gedanklich rund um die Uhr. Ich habe beruflich so viel Stress, dass ich alle beruflichen Probleme und alle Stimmen non-stop in mir und mit mir rumtrage. Es ist spürbar, wie viel Kraft das zieht und dass das auf Kosten meiner Gesundheit geht. Meiner Meinung nach wird das ein Foto-Finish: psychische und physische Gesundheit versus finanzielle Unabhängigkeit.

Ganz ehrlich: ich habe eine halbe Stunde nachgedacht, ob ich mich bei DocSchneider als Autoverkäufer bewerbe. 🙂

Schönes Wochenende in die Runde!

11 Kommentare zu „108 Tage“

  1. „Meiner Meinung nach wird das ein Foto-Finish: psychische und physische Gesundheit versus finanzielle Unabhängigkeit.“

    Das kenne ich nur zu gut. Gerade jetzt, wo mal wieder die Zeit zur Reflektion ist, frage ich mich, ob und wie lange ich mir den Kram noch antun möchte.

    Mal ne andere Frage. CTSO steht nachbörslich bei USD 11 https://seekingalpha.com/symbol/CTSO

    Ist das ein Phantasiekurs oder gabs irgendeine kursbewegende News?

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  2. Meistens kann man den Hauptdarsteller selbst nicht beinflussen aber einige Leser. Seine eigene Überzeugung hat Ihn schliesslich in die jeweilige aktuelle Situation gebracht und das Ego verteidigt bei den meisten Menschen danach diese Entscheidung. Wenn man das dann noch bei Familie, Freunden & Kindern kommuniziert und auch mit deren Geld besiegelt, ist das Thema komplett durch.

    Hopp oder Top

    Das Schöne für die Leser ist, das dieser Blog zu 100% Kultstatus erreichen wird.

    Geht CTSO auf 50, gibt es wunderbare Bilder vom Meer und der erfüllte Traum von Millionen von Menschen: Reich werden mit einem einzigen Trade. Also wie 6 Richtige am Stamstag Abend.
    Tausende Angestellte werden mit einer Mischung aus Neid und Sehnsucht täglich nach dem Mittagskaffe Deine Berichte verschlingen und bei der Nieselregenheimfahrt im Kleinwagen einen kleinen Stich im Herzen spüren, der Sie wieder zurück kommen läßt.

    Wenn CTSO wieder auf 4 zurückwackelt, kannst Du Dich vor Aufmerksamkeit und Querverlinkungen noch viel weniger retten. Noch mehr Emotionen und verschiedene Menschen werden Dich hier besuchen und jedes Gefühl aufsaugen. Ein Jahrmarkt der Hormone und Du als Regissör.

    Also hat Dein Ego auf jeden Fall jetzt schon gewonnen.

    Mein eigenes Ego war und ist an der Börse immer mein allerschlimmster Feind. Fürchterlicher Charakter. Will immer recht behalten und das ist Ihm wichtiger als das ich als Mensch Geld verdiene. Habs dann nach vielen Schmerzen irgendwann aufgegeben und nehme Ihn an die Börse nicht mehr mit. Habe seitdem viele kleine Verlierer, die ausgestoppt werden. Obwohl ich mir oft so sicher war. In Summe verdiene ich seitdem Geld. Natürlich prozentual viel weniger als Du im ersten Halbjahr 2018 und mit Kokain vergleichbare Hormonstöße habe ich dadurch leider auch nicht mehr.

    Mahner-Maschinist

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  3. Lieber Maschinist,

    danke fürs Mitspielen und die mahnenden Worte! Ein paar Anmerkungen dazu:

    @Hopp oder Top & Ego: ich bin sehr kritisch – so mit Argusaugen und -ohren – und kann prima loslassen, wenn meine Modelle nicht aufgehen – hat mir hier und da schon den Hintern gerettet

    @Kultstatus: siehe Hopp oder Top – bin nicht sicher, ob ich mit CTSO 2024 durchs Ziel laufe, hätte natürlich nix dagegen, muss aber auch nicht sein. Ansonsten… so ein paar Extremisten muss die Maschine schon aushalten. Bei dem Kollegen hier bin ich beispielsweise sehr gespannt, ob das aufgeht: https://vermietertagebuch.com/

    Wenn ich darf, hätte ich zwei Fragen an dich.

    1. Kannst du abschätzen, für welches Investment du am meisten Zeit in die Recherche gesteckt hast – und wie viel Zeit das war?
    2. Wenn du dich selbstständig machen würdest und deiner Sache sicher wärst, wie viel Prozent deines Vermögens würdest du investieren?

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    An alle Mitinvestierten: nehmt euch den Mahner-Maschinisten bitte zu Herzen! Das sind richtige und wichtige Hinweise von ihm. Das kann böse ausgehen und arg weh tun, einem hergelaufenen Garnix blindlings hinterherzulaufen.

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  4. Guten Morgen Guru,
    zu Deiner 2. Frage:
    Ich habe 2005 alles plus Kredit in die Selbstständigkeit investiert (ein ordentlicher 6-stelliger Betrag). Das
    Hamsterrad des Angestellten hatte ich somit verlassen. Allerdings betrat ich ein Neues, Kunden bzw. Auftraggeber sind mitunter das üblere Joch.
    Zwar habe ich heute relative Sicherheit erlangt, diese aber mit vielen schlaflosen Nächten erkauft. An jeder Kreuzung kannst Du den falschen Weg einschlagen und wenn es ganz dumm läuft, bleibt am Ende nur noch die Grundsicherung.
    Ob ich blauäugig oder gnadenlos optimistisch (dem Optimisten fehlt es an Information) war, vermag ich heute nicht mehr zu sagen – es ist gut gegangen.

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  5. Guten Abend, lieber Baumaier.

    Könntest du sagen, was den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg in deinem Fall ausgemacht hat? Und wenn man dich 2005 gefragt hätte, wie hoch hättest du das Risiko eingeschätzt, dass du scheiterst? Und könntest du bitte rückrechnen, wie sich das retrospektiv – also so im Sinne von Variante A: du wärst in deiner Festanstellung geblieben und Variante B: du bist in die Selbstständigkeit gesprungen – finanziell ausgewirkt hat? Du brauchst natürlich keine absoluten Beträge zu nennen – mehr so: Variante A = 12 x 100.000 Euro = 1,2 Mio Euro Brutto-Einkommen und Variante B = 12 x 300.000 Euro = 3,6 Mio Brutto (nach Kosten) -> 3,6 / 1,2 = Faktor 3 – mich würde nur der Faktor interessieren.

    Hintergrund: ich bastele an einem Risikomodell, das sich mit sowas beschäftigt. Fühl dich aber bitte nicht bedrängt. Alles freiwillig. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  6. Nette Hausaufgabe, die ich Dir gerne beantworten will.
    1. Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg resultiert aus verschiedenen Faktoren. Ein klarer Plan, unbeirrbare Überzeugung, viel Klinkenputzen (Aquisition), übermäßiger Einsatz (meist 7-Tage Woche mit 10, 12 und mitunter mehr Stunden, was im Laufe der Zeit zum Glück abnimmt)
    2. Das Risiko zu scheitern stand nicht auf dem Zettel, hätte ich dieses Risiko gefühlt, wäre es nicht zur Umsetzung gekommen.
    3. Die Ermittlung der Zahlen zu Variante A und B ist gar nicht so leicht.
    Mein damaliges Einkommen bestand aus einem fixen und einem variablen Teil. Letzters war an die Baupreisentwicklung gekoppelt. Daraus resultierend habe den Durchschnitt der letzten 3 angestellten Jahre gebildet und diesen mit jährlich 2% Steigerung versehen. Hinzurechnen muss den Ertrag der Ersparnisse, die ja ohne Firmengründung weiterhin Zinsen gebracht hätten (oder auch nicht, damals lag das Geld auf einem Tagesgeldkonto bei Diba zu 3%). Diese 3% habe ich, inkl. Zinseszins auf die 13 Jahre (2005-2017) draufgerechnet. Daraus ergibt sich das Geamteinkommen, welches zum Vergleich mit Variante B herangezogen werden soll.
    Für Variante B habe ich mein jähliches Salär als GF mit den Ausschüttungen addiert (welche die ersten 4 Jahre nicht statt fanden) Hinzu kommen die Rückführung des EK sowie der Kapitaldienst abzüglich Zinsen auf die Darlehen. Weiterhin die Mieteinnahmen der geschaffenen Objekte (ebenfalls abzüglich Zinsen)
    Daraus ergibt sich bis hierhin ein Faktor 2,2
    Nicht berücksichtigt sind die Marktwerte der Immobilien (der Markt ging vor allem rund um Frankfurt ordentlich in die Höhe) sowie der Werte der Firma als solches mit Hallen, Maschinen und Fahrzeugen. Der Buchwert hilft hier nicht weiter, auch nicht der fiktive Unternehmenswert, welchen die Finanzbehörde unterstellen würde.
    Wenn ich einen Abverkauf der einzelnen Bestandteile zu moderaten Preisen (also unter möglichem Marktwert) berücksichtige und diesen Erlös mit in den Ertrag einbeziehe, dürfte der Faktor über 4 liegen.
    Alles oben genannte vor Steuern, wobei die innerhalb der Kapitalgesellschaft entstehenden Körperschafts- und Gewerbesteuern natürlich abgezogen sind.
    Das alles ist aber letztendlich nur graue Theorie, da die Einkommensentwicklung für einen vor fast 14 Jahren aufgegebenen Job Kaffeesatzleserei ist; ebenso die Zinsentwicklung des Eigenkapitals, da ich ein völlig uninformierter Anleger war.
    Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.

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  7. Vielen Dank, Baumaier! Freue mich sehr für dich, dass das so gut bei dir geklappt hat. Alles um den Faktor 3 ist richtig gut, denke ich.

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. @Martini: dem schließe ich mich an. Und noch viel Freude und Besinnlichkeit beim Depot-Check zwischen den Jahren.

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