Case of the week 48 / 2018 mit Lesebefehl

56jähriger Patient, der nach einer Reanimation u.a. durch seinen Sohn mit einem ST-Hebungsmyokardinfarkt der Hinterwand ins Klinikum Fürth eingeliefert wurde. In einer Röntgen-Thorax-Untersuchung konnten bilaterale Infiltrate im Sinne eines ARDS nachgewiesen werden. „Als Acute Respiratory Distress Syndrome (Akutes Atemnotsyndrom), kurz ARDS, wird die massive Reaktion (Insuffizienz) der Lunge auf verschiedene schädigende Faktoren bezeichnet; unabhängig davon, ob die daraus resultierenden pulmonalen Entzündungsmechanismen primär pulmonal oder systemisch ausgelöst werden. Dem ARDS muss eine identifizierbare, nichtkardiale Ursache zugrunde liegen.“ weiß Wikipedia. Im vorliegenden Fall hatte das ARDS seine Ursache wohl in einer Magensaftaspiration.

Danach ausgeprägte hämdynamische Instabilität bzw. eine ausgeprägte inflammatorische Reaktion im Kontext der Entzündungreaktion der Lunge. Schweres Schockgeschehen und Nierenschädigung inklusive. Nach 22 Stunden kamen drei CTSO Adsorber für 72 Stunden bzw. jeweils 24 Stunden zum Einsatz.

„Schlussfolgerung:

  • Im vorliegenden Fall eines Patienten mit distributivem Schock und schwerem ARDS bei Mendelson-Syndrom nach Magensaftaspiration konnte nach Beginn der Zytokinadsorption mit CytoSorb eine rasche Remission der klinischen Symptomatik einschließlich einer Verbesserung der Hämodynamik und pulmonalen Situation sowie eine Resolution der metabolischen Azidose beobachtet werden
  • Das Mendelson-Syndrom ist eine mitunter lebensbedrohliche Erkrankung, bei der die therapeutischen Möglichkeiten bislang stark limitiert sind. Mit der extrakorporalen Zytokinadsorption besteht eine mögliche Behandlungsoption, die den Verlauf dieser Erkrankung positiv beeinflussen könnte“

So. Noch nicht aufhören und schön weiter lesen!

„Unter dem Mendelson-Syndrom versteht man eine Aspirationspneumonie, die durch die Aspiration von saurem Mageninhalt bei narkotisierten Patienten hervorgerufen wird. Im ICD wird sie im Gegensatz zu den anderen Aspirationspneumonien unter den Schäden „nach medizinischen Maßnahmen“ gelistet. Bei ca. 50 % der Aspirationsfälle führt die Aspiration des Mageninhalts zu einer Pneumonie. Hierzu muss der pH-Wert <2,5 sein und die Aspirationsmenge mehr als 20 ml betragen. Ursprünglich trat das Mendelson-Syndrom vorwiegend bei Entbindungen unter Vollnarkose auf. Die Magensäure verursacht eine Alveolitis. Es kann zu Bronchospasmus, Atelektasen, Schock und ARDS kommen. Die Letalität des Mendelson-Syndroms liegt je nach Klinik zwischen 20 und 50 %.“

Fallzahlen für die Aspirationspneumonie muss ich noch nachliefern. Aber vielleicht wird so langsam deutlich, warum unsere hoch verehrte Annabella höchstens noch ihren ungeliebten Erbonkel in einer Klinik sehen wollte, die den Adsorber nicht einsetzt.

🙂

Zum selber Nachlesen hier entlang: cytosorb-therapie.de/wp-content/uploads/2018/12/CoW_482018_D_web.pdf?_ga=2.240835911.591108203.1543793614-1255974210.1537901230

 

2 Kommentare zu „Case of the week 48 / 2018 mit Lesebefehl“

  1. Guten Abend,

    mit meiner Hand voll CTSO-Aktien lese ich die darauf bezogenen Artikel wirklich deutlich interessierter als zuvor. Sachen gibt‘s….

    Beste Grüße
    LGN

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  2. Guten Abend, LGN.

    Altbewährter Trick: auch eine kleine Position hilft ungemein, einen Fokus zu setzen.

    Viele Grüße
    Garnix

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