Kinderfrage

Heute diskutieren wir die ultimative Frugalisten-, Minimalisten und FU-Frage: welches ist die „richtige“ Familienform? Und viel wichtiger kann/darf/soll man sich Kinder leisten?

Wenn mich nicht alles täuscht, war Dirk „Crash“ Müller der erste, der in seinen Büchern den privaten Hauskauf als Lifestyle-Entscheidung enttarnte. Wir wissen jetzt: kann man machen, wenn man Spaß dran hat – man kann’s aber auch sein lassen und schön zur Miete wohnen.

Wie prinzipiell bei allen Erkenntnissen der Menschheit klingt das schon nach fünf Minuten trivial und profan. Als hätte man es ohnehin und längst gewusst. Es bleibt aber richtig und wichtig und die ersten 4:59 Minuten, wenn die Erkenntnisglühbirne leuchtet, macht sich durchaus so etwas wie Erkenntnisstolz bemerkbar. Bei mir ist das jedenfalls so. Insbesondere wenn die neue Erkenntnis festsitzende und als sicher verortete Paradigmen aufbricht und das aktive Vokabular um einen (blöden) Anglizismus erweitert: Lifestyle-Entscheidung. Danke dafür, Herr Müller.

Dass die für sich zu wählende Lebens- und Familienform Geschmackssache und die zentrale Lifestyle-Entscheidung überhaupt ist, nehmen wir für diesen Beitrag mal als gesetzt an. Von allen universellen biologischen Fortpflanzungsneigungen abgesehen konstatieren wir bei diesem Thema gleichzeitig einen gesellschaftlichen Erwartungs- und damit auch einen inneren Paradigmendruck.

So hat meine 13jährige Tochter beispielsweise den klaren Auftrag, mich eines Tages zum Opa zu machen. Grundsätzlich steht ihr natürlich auch frei, als Lesbe auf dem Mars zu leben. Mein Wunschplan sieht aber vor, irgendwann als Opa auf- und abzutreten. Circle of Life, König der Löwen und so weiter.

In meinem näheren und großstädtisch geprägtem Freundeskreis bin ich nun tatsächlich der einzige mit Kind. Meine Jungs sind geschieden oder Dauer-Single und behaupten, dass die Mädchen doof sind. Und die Mädchen behaupten das Gegenteil oder sind gleich lesbisch geworden. Kurzer Schwenk und Schwank: ja, ich war auch schon als Trauzeuge auf einer Lesbenhochzeit im Einsatz.

Ausnahmslos alle meine Freunde hatten oder haben einen zumindest latenten Kinderwunsch. Teilweise habe ich den sogar an die Oberfläche befördert, weil ich im Laufe der Zeit mindestens eintausend herzerwärmende Geschichten von meiner Tochter erzählt habe.

So weit zum Vorgeplänkel. Machen wir es konkreter und tauchen in einen Dialog ein, der so letzte Woche zwischen mir und einem 42jährigen Kollegen stattgefunden hat, mit dem ich ich in den letzten Jahren mehr Zeit verbracht habe als mit allen anderen Menschen.

Mit 39 sollte es losgehen mit dem Schwangerwerden. Zu der Zeit saß seine Frau als Ärztin fest im Berufssattel und sah keine Probleme, ein Kind mit ihrer Karriere zu vereinbaren. Das Einkommen der beiden lag deutlich über 200 k€. Man wohnte noch bescheiden zur Miete, hatte sich tolle Urlaube gegönnt aber auch eifrig gespart, um demnächst eine Immobilie anzuschaffen. Drei Monate später trennte man sich. Der Kollege war schwer gebeutelt. Irgendwas hatte die beiden aus der Kurve getragen. Inzwischen sind die beiden geschieden. Vor sechs Monaten ist der Kollege Onkel geworden.

K.: „Ich werde mein ganzes Geld meinem Neffen vererben.“

Garnix: „Was ist mit einem eigenen Kind?“

K.: „Ich kann dir drei Fälle aus meinem Freundeskreis nennen, in denen die Väter ihrer Kinder nur unter Aufsicht des Jugendamtes hier und da mal sehen dürfen, was wegen totaler Entfremdung so gut wie keinen Sinn macht und allen irgendwie nur weh tut. Einer hat deutlich über zwanzigtausend Euro Anwaltskosten auf der Uhr.“

Garnix: „Verstehe. Ich würde es trotzdem versuchen. Erstens kann die Beziehung zur Mutter aus Versehen ja auch halten. Zweitens muss es im Fall der Trennung nicht so schlimm sein wie bei deinen Freunden. Probier’s mal mit Geschmeidigkeit.“

K.: „Das Risiko schwingt aber mit. Außerdem habe ich keinen Bock mehr zu heiraten.“

Garnix: „Hat damit nix zu tun. Wenn du Bock auf ein Kind hast und die Frau, mit der du zusammen bist, als Mutter deines Kindes in Frage kommt, leg los. Dass nix für die Ewigkeit ist, hast du ja jetzt rausgefunden. Ich kann es trotzdem empfehlen. Und das obwohl ich meine Tochter längst an ihr Smartphone und an ihre Freunde verloren habe.“

K.: „Bin zu sehr Autist. Zu viel Risiko. Da ist nix mit Geschmeidigkeit. Bringt mich alles um. Dann lieber die Onkel-Schiene mit meinem Neffen.“

Normalerweise bin ich sehr dominant und drücke alles und jedem meine Meinung auf. Hier nicht. Ich hätte wirklich Sorgen um ihn, wenn der Umgang mit seinem Kind irgendwann auf der Kippe steht. Das Risiko besteht.

Ohne jeden Streit und trotz großzügiger Unterhaltsregelungen, wollte meine Ex wegen irgendwelcher Typen mindestens dreimal die Gegend hier verlassen. Hat viel Kraft gekostet, das alles immer hinzubiegen.

Kann man so leben? Soll man nach einer Scheidung schon den Schwanz einziehen? Ich kann es zumindest verstehen.

Und was hat das mit Eingangsthema zu tun und wie bekommen wir jetzt die Kurve zur Frugalisten–Schiene? Gar nix und gar nicht.

Naja. Um doch wenigstens halbwegs die Kurve zu bekommen: diese Onkel-Schiene ist gar nicht so schlecht. Mein Kollege tritt regelmäßig als Babysitter mit Windelwechselservice auf und arbeitet daran, der beste Onkel überhaupt zu werden.

Family light. Preis-/leistungsmäßig und risikotechnisch nicht so schlecht. Bisschen wie mieten.

30 Kommentare zu „Kinderfrage“

  1. Ich bin zeitlich gesehen noch ein Ticken weiter zurück: Anfang meiner 30iger-Jahre und stehe quasi an der Startlinie zu dem ganzen Thema. Mein Umfeld ist das klassische Parade-Beispiel für deine genannten Paradigmen.
    Heiraten, Haus und Nachwuchs sind federführende Themen bei Gesprächen. Alle meiner Kumpels sind gut ausgebildet, haben erträgliche Einkommen, sind mittlerweile aus der Stadt zurück aufs „Dorf“ und stellen grad genau diese weiteren Weichen. Da werden absurde Summen für Grundstücke bezahlt (sind im Speckgürtel einer größeren Stadt) und es werden Unsummen für den Hausbau ausgegeben etc. Aber „Zinsen sind ja günstig und ich hab 20 Jahre Zinsbindung.“ Alles klaro. Obwohl fast alle eine akademische Ausbildung durchlaufen haben, ist das wie der Querschnitt unserer Gesellschaft – finanzielle Bildung = nicht vorhanden.
    In dieser zuckerbunten Blase der heilen Welt von Hochzeit, Kind und Haus habe ich häufig das Gefühl, dass die Realität leider immer wie ein allmächtiger Hammer (Scheidung, Rosenschlachten ums Kind, etc.) um sich schlägt. Das wird aber munter ausgeblendet. Vielleicht ist das aber auch die richtige Heransgehensweise – wer es nicht ausprobiert, wird es nie wissen wie es gewesen sein könnte.

    PS: und wie sieht es bei mir aus? Lebe zur Miete (bewusst), Sparquote hoch und gutes Einkommen, gönne mir gutes Essen, Wein und Gesang und alles mit dem Ziel, was auch der Guru hier verfolgt. Vielleicht bin ich auch zu verkopft und aufgeklärt… das Leben ist halt nicht schwarz und weiß. Meine Partnerin lebt den Konsum sehr gern, verlässt sich auf mich (mit all den oben genannten Wünschen) und macht schon eine Zeitrechnung auf („dann das und das“). Ob wir da zusammen kommen werden…

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  2. Hi, Simon.

    Meine Meinung: Kinder haben es verdient, Wunschkinder zu sein. Auch wenn man sich hinterher trennt, finde ich es – naiv wie ich bin – wichtig, dass zum Zeitpunkt der Zeugung für beide Seiten klar ist, dass man sich liebt, zusammen bleiben und ein Kind will. Ich kann es sogar praktisch begründen: wenn man hinterher scheitert und sich trennt, ist es unter diesen Voraussetzungen sehr leicht, irgendwelche taktische, machtpolitische, monetäre oder persönliche Geschichten hintenanzustellen und zu jeder Zeit auf die Interessen des Kindes abzustellen. Wenn das beide Seiten schaffen, kann man fast immer einen gemeinsamen Nenner finden.

    Ansonsten: der Unterhalt ist und bleibt einer der größten Ausgabeposten. Wenn man da in seinem FU-Wahn zögert, kann ich das nachvollziehen. Das passt aber zu dem Wunschkind-Kontext: wenn man im richtigen Alter mit der richtigen Frau zusammen ist, sollte der Kinderwunsch die Sparquotenziele in den Hintergrund treten lassen. Und wenn das nicht der Fall ist, ist das ebenso. Dann gibt’s eben keine Enkelkinder.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. Naja, also eine Abwägung FIRE vs Kind(er) finde ich schon etwas krass…das macht man doch nicht. Auch wenn man noch so rational denkt (und dazu zähle ich mich)!

    Das die dann getroffene Entscheidung Auswirkungen auf eine angestrebte FIRE-Aspiration haben wird – unbestritten, aber es geht auch dann, wie verschiedene Beispiele aus den US ja zeigen und auch Nico (finanzglueck.de) ist ja auch auf dem Weg.

    Und das bei einer Partnerschaft immer was schief gehen kann – geschenkt, oder ist hier in den 30ern oder 40ern noch jemand mit seiner ersten Liebe zusammen???

    Also letztlich doch eine „Lifestyle-Entscheidung“ mit den ganz normalen Lebensrisiken, die jeder alleine treffen muss 🙂

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  4. Die Entscheidung für oder gegen Kinder sollte nie eine finanzielle sein. Es gibt „Dinge“ im Leben, die sind unbezahlbar und in keiner Währung dieser Welt messbar.
    Wer das erlebt hat, kann nachvollziehen, wovon ich spreche.

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  5. Bin Anfang (na gut, fast Mitte) dreißig und mittlerweile ist bei uns Kind Nummer vier unterwegs. Ich bin Beamter (buuhhh!), daher ist das Gehalt nicht überragend, aber ordentlich und sicher. Von meiner Warte her kann ich die Diskussion um die finanzielle Belastung durch Kinder nicht verstehen. Ich hab’s nicht genau ausgerechnet, aber gefühlt machen wir mit Kindergeld und Familienzuschlägen derzeit sogar ein kleines Plus gegenüber unserer kinderlosen Zeit. Wo die ganzen oft zitierten horrenden Kosten für Kinder herkommen sollen, ist mir ehrlich schleierhaft. Fast alles kann man mit Freunden, Bekannten etc. tauschen, weitergeben oder gebraucht kaufen. Sonstige Wäsche für Kinder kostet nicht viel, teurere Sachen (Schuhe, Schneeanzüge…) tragen die jüngeren Geschwister auf. Beim Essen müssen wir nur ein bisschen mehr kochen als für uns Erwachsene sowieso und am nächsten Tag kommen die Reste auf den Tisch. Ich finde es gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit gar nicht so verkehrt, die Kleinen so (hoffentlich) zu ein bisschen Demut (im besten Sinne) zu erziehen.
    Wir leben erst seit ca zwei Jahren finanziell bewusster und auch materiell einfacher (von MMM missioniert) und haben davor lange Geld für allen möglichen Krempel, Kredite etc. versenkt, sodass wir praktisch bei 0 begonnen haben, obwohl ich schon einige Jahre im Beruf war. In der kinderlosen Zeit haben wir übrigens noch weit mehr Geld für Blödsinn ausgegeben als danach. Jetzt wollen wir im kommenden Sommer über die 50.000,- Euro-Schwelle mit unserem ETF-Depot. Kinder und FIRE schließen sich daher meiner Erfahrung nach überhaupt nicht aus, im Gegenteil: Die Erfahrung wäscht einem den Kopf und lässt die Prioritäten im Leben klarer werden. Warum überhaupt Kinder? Das muss jeder für sich selber wissen. Für mich sind meine Kinder das mit Abstand anstrengendste aber auch wundervollste und am meisten Sinn stiftende, was mir je widerfahren ist. Das man sich manchmal nach alten, einfachen Single-Zeiten zurücksehnt, schließt das nicht aus…;-)

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  6. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass mir diese Entscheidung etwas unfreiwillig abgenommen wurde. Inzwischen ist das kleine „oopsalla“ zwei Jahre alt und ich möchte den Kleinen nicht mehr missen. Wenn es dann auch noch mit der Partnerin und den beteiligten Familien passt, kann man sich nur glücklich schätzen. Die Heiratsfrage ist da viel einschneidender – ein Kind kostet dich Geld, eine Scheidung ein Vermögen…oder so….

    M.M. ist mit nur einem Kind noch vieles erreichbar im Sinne von Sparquote, Lifestyle etc. Inzwischen ist aber das zweite Kind unterwegs und da wird sich dann doch einiges ändern. Aber auch daraus ergeben sich neue Visionen: In meiner naiven Vorstellung sehe ich mich schon als Gründer der „Tegernseer Familienstiftung“, der sein im Arbeitsleben erwirtschaftetes Vermögen eben nicht in der Rente aufgebraucht hat, sondern den Grundstein gelegt hat für das finanzielle Auskommen der kommenden Generationen. Inklusive einem Regelwerk wie die Erträge aus Kapital und Eigentum zu verwenden sind. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon mit 80 eine Art Stammbaum an die Wand hängen – ich an oberster Stelle mit weissem Rauschebart und breitem, wissendem Grinsen dass die darunter folgenden Personen zu einem Großteil finanziell abgesichert sind und von Anfang an ein selbstbestimmtes Leben leben können. Hach ja…Tagträume an einem Freitagmittag…

    Am Ende läuft es doch darauf hinaus ein glückliches und gutes Leben gelebt zu haben und das will ich nicht als „Mieten oder Kaufen“-Frage verstehen. Und es kommt darauf an ob man es mehr bereuen würde keine Nachkommen gehabt zu haben, als ein wenig mehr „Freiheit“. In meinem Fall wäre es das Erstere. Amen.

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  7. Hi, Thorsten.

    Vielleicht müsste die Gesetzgebung langsam mal aktiv werden: gemeinsames Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht, günstigste Steuerklasse für Unterhaltszahler wären mal so Ideen.

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. Hi, Jimi is God.

    Klingt gut. Ich glaube, dass der Beamtenstatus auch ein bisschen Existenzstress rausnehmen kann. Drücke die Daumen, dass es bei euch so gemütlich bleibt.

    Viele Grüße
    Garnix

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  9. Hi,
    hier mal als Frau. Wir führen seit gefühlten 100 Jahren eine Fernbeziehung (mit 2jähriger Trennung wegen jüngerer Frauen, die ja auch alle soooo toll sind). Und ja, die Gefahr der Trennung besteht ständig. Wir haben nicht geheiratet und es hat leider nur zu einem Kind gereicht. Nach bzw. bei Trennung musste ich auf Kontakt zum Kind drängen… Ist ja nicht ok so zu tun als wär da nichts. Ich weiß nicht, wie es mein Holder sieht (schließlich zahlt er (freiwillig) Unterhalt) aber ich habe es bisher nicht bereut ein Kind bekommen zu haben. Finanziell frei… wär doch irgendwie doof das an „Fremde“ zu vererben. Und ja, wir haben 3 Nichten und 2 Neffen. Nicht sooo liebe Kinder, aber ja Gott sei dank nicht meine eigenen :o) Sie sind sehr gern mit uns im Urlaub und ich kann Unfug mit ihnen machen, da ich nicht den Erziehungsauftrag habe. Problem dabei… ohne Erziehungsauftrag auch keine Chance auf Finanzbildung zu pochen. Garantiert ist auch beim eigenen Kind nichts, aber so bleib ich die liebe Tante.. ohne die verhasste, noch nicht tote Erbtante zu werden. Und verwöhnen möchte ich gerne alle Kinder, aber mein eigenes irgendwie doch ein bisschen mehr.

    An den 42jährigen Kumpel von Garnix: Ich kenne Männer, die mit dem Alter überhaupt erst anfangen an eine Familie zu denken. Bei einer Frau ist mit 40 so gut wie Ende. Er hat noch die Chance eine hübsche Mitzwanzigerin aufzureißen ;o) Er muss ja nicht heiraten. Kinder gibt es auch ohne Trauschein. Klar so eine Scheidung ist doof, aber jeder hat sicherlich seine Aktie daran gehabt. Lass ein, zwei Jahre ins Land gehen und alles wird gut, wenn man sich nicht vergräbt und gemein wird zum anderen Geschlecht :o)

    Liebe Grüße

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  10. Hi, Jacqueline.

    Danke für deinen Kommentar. Ein bisschen rollen sich ja meine Fußnägel auf, wenn man auf den Kontakt zum Kind drängen muss, weil irgendeine neue „Uschi“ zu viel Zeit und Raum für sich reklamiert und der Vater den Überblick verliert. Schön dass du die Nerven behalten hast!

    Der 42jährige ist mit einer 38jährigen Pilotin zusammen, die einen Kinderwunsch hat. Er ziert sich. Bin gespannt, wie lange sie das mitmacht und wie es ausgeht. Es gilt,

    die Liebe kommt, die Liebe geht,
    sie brennt und bricht,
    die Liebe hält, was sie verspricht

    Viele Grüße
    Garnix

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  11. Ich wollte schon als kleines Kind mal eine Familie, dass ich mich zwischendrin gefragt habe, ob der Wunsch nicht nur anerzogen ist. Jetzt darf ich erst mal meine kleine Nichte aufwachsen sehen. Tolles Gefühl, so ein kleines Wesen einfach auf dem Bauch liegen zu haben und ein wenig zu kuscheln. Für mich gehört das Kinder bekommen tatsächlich zum Sinn des Lebens. Mit Kindern ist es lebensfroher als irgendwann nur noch über Krankheiten zu reden. Für mich gehört Heiraten / Kinderbekommen nicht unbedingt zusammen. Man kann gute Eltern sein ohne Trauschein und auch umgekehrt. Ein wenig traurig ist es jedoch, wenn man den Kinderwunsch immer mehr nach hinten schiebt (Ü40), davon habe ich 2 Fälle im Bekanntenkreis.

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  12. Hallo, Ex-Studentin.

    Mit dem Wissen, das ich heute habe, würde ich das Alter für eine Schwangerschaft am geplanten Zeitpunkt der FU festmachen. In der Praxis ist man mit Kind dann doch eher örtlich gebunden und kann übers Abhauen erst nachdenken, wenn der Nachwuchs so um die 18 Jahre alt ist. Konkret: wenn alles super läuft und man die FU beispielsweise mit 45 anpeilt, würde ich mit 26-27 loslegen.

    Viele Grüße
    Garnix

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  13. „man die FU beispielsweise mit 45 anpeilt, würde ich mit 26-27 loslegen“

    So, Papa und Mama sind jetzt finanziell frei. Pack bitte Deine Sachen und such Dir ne eigene Bude. Wir sind dann mal weg.

    *LOL*

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  14. Hi, Thorsten.

    In meinem Fall und wenn alles nach Plan läuft, wird es in beiderseitigem Einverständnis genau so laufen. Tochter macht eine WG auf, hängt mit ihren Freunden ab und bekommt so viele Freitickets wie sie will, um mich irgendwo unterwegs zu besuchen. Als vereinbart gilt, dass wir uns MINDESTENS viermal pro Jahr sehen. Eltern, die nur zu Hause rumhängen, haben ein deutlich höheres Nervpotential als solche, die in Bewegung sind, finden wir zumindest.

    Viele Grüße
    Garnix

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  15. Hi Garnix, bisher habe ich gar nicht mehr so den Drang „abzuhauen“. Ändert sich vielleicht noch bei anstrengenden Kindern. 😀 Ich würde mich im Alter gerne um meine Enkelkinder kümmern, das hält fit. Wenn möglich, sollte man tatsächlich vor 30 Kinder bekommen. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, die eigenen Kinder groß zu ziehen und ggf. seine Enkel noch zu erleben. Ich kenne viele, die mit Mitte 50 einfach umfallen oder Krebs bekommen. Die FF plane ich deswegen derzeit nicht sonderlich ein. Wir wollen schon mit Kindern möglichst wenig arbeiten, um miteinander Zeit zu verbringen.

    Liebe Grüße
    Jenny

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  16. Hallo Garnix,
    hier mal einer der rückwärts schauen darf.
    4 Kinder, zwei haben fertig studiert, einer ist Handwerksmeister und Prinzessin ist kurz vorm Studienende.
    Lifestyle-Entscheidung Haus haben wir zweimal getroffen. das erste große für alle. das jetztige, kleine nur für zwei, mitten in einer romantischen Altstadt (da iss nix mit mieten).
    Es geht auf alle Fälle, wenn man den Mut aufbringt und alle „wenns“ und „aber“ in den Wind schlägt. Kinder, geben so viel, dass das mit nichts auf der Welt aufzuwiegen ist.
    Finaziell auf alle Fälle unabhängig, arbeite aber immer noch – mit viel Freude. Eigenes Unternehmen und die Arbeitszeit habe ich reduziert.
    Der Tag der Veröffentlichung dieses Artikels war übrigens mein 58. Geburtstag.
    P.S.: Lese Deine Beiträge sehr gerne und bin begeistert von Deinem Schreibstil.

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  17. Hallo, Baumeier.

    Meinen Glückwunsch zu den vier Kindern und zum 58. Geburtstag! Dass du noch mit Freude ins eigene Unternehmen gehst, hört sich auch gut an. Falls du einen Tipp hast, wie man das anstellt, mit 58 noch gerne zu arbeiten, raus damit. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    Danke für die Blumen!

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  18. Hallo Garnix,
    um es kurz zu machen, ich habe keinen Tip.
    Mein Unternehmen baut Holzhäuser (kein Blockhaus) somit habe ich immer mit positiv gestimmten Menschen zu tun. Zusätzlich entwickele ich Grundstücke und verkaufe das Ergebnis. Ich bin nicht weisungsgebunden, Anweisungen gebe ich selbst. Alles Administrative habe ich delegiert. Daraus resultiert eine Menge Spaß – Geld natürlich auch.
    Ich bin mit Anfang 20 viel gereist. Seit Jahren verschwinde ich den ganzen Januar nach Asien. Ich habe dabei allerdings die Backpacker-Unterkünfte gegen die Beach-Front-Villa getauscht.
    Mein Leben bietet somit alles was ich mir wünsche – und mal ehrlich, ohne Unternehmung müsste ich den Harald Junke machen, „keine Termine und leicht einen sitzen“.
    Als abhängig Beschäftigter wäre ich vermutlich nicht da wo ich mich befinde und würde eher früher als später aussteigen wollen. (´ne Menge Konjunktiv).
    Ich bin hoch zufrieden und ruhe in meiner Mitte.
    Schöne Zeit

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  19. Lieber Baumaier,

    vielen Dank für die Einblicke! Klingt alles sehr schön und gut.
    Lustig dass du hier in diesem Sturm- und Drang Blog dabei bist.
    Naja, ich glaube, ich würde auch mitlesen. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  20. Ums mal ganz einfach und verständlich zu halten, hier mein Senf zu der o.g. Diskussion:
    1) Ehe und Kinder sind „Value Investments“, deren Rendite sich nur long-term offenbaren kann.
    Alles andere (vorschnelle Scheidung, nicht überbrückte Differenzen wegen Verletzungen und Unvergebenheit, etc.) ist nur getrieben von unserer heutigen Fear-of-Missing-Out (Das Gras auf der anderen Seite erscheint nur oft grüner…gemäht und gedüngt werden muss das aber auch!), und daher vergleichbar mit hitzköpfigen Day-Tradern an der Börse, die nach „Flash-Cash“ (hier: höchstmögliche sofortige Selbsterfüllung, emotionale Happyness, Sorgen- und Problemminimierung, etc.) gieren.
    2) Dein Kumpel scheint momentan eher zu den Flash-Cash Leuten zu gehören und Angst vor einem Long-Term-Investment zu haben, bei dem der Volatilitäts-Index auch mal (begründet oder unbegründet) in Angst-Territorien ansteigen wird. Wichtig: Nicht „ansteigen kann“, sondern „ansteigen wird“! Er sollte sich als erfahrener Börsianer vllt. fragen,
    a) ob es das wirklich wert ist, aus Angst vor dem was kommen könnte nicht in den Markt Ehe und eigene Kinder einzusteigen.
    b) und wo er einen Faktor in seinem Leben finden kann, der diese (leider) irrationalen – weil nicht kontrollierbaren – Zukunftsängste effektiv bekämpfen und damit kaltstellen kann. Für mich persönlich ist der christliche Glaube da ein effektives Gegenmittel.
    3) Seine Vergleichsmöglichkeiten erinnern mich an viele deutsche Börsenanleger der 2000er Jahre: gebrannte Dot-Com-Kinder scheuen das Feuer (hier: Ehe und Familie). Hat dein Kumpel keine positiven Beispiele in seinem Umfeld, muss er sich die suchen, um seinen negativen Confirmation Bias zu factchecken!
    M.E. sollte dein Kumpel sich jemanden suchen, der auch mit einer tiefen Baisse vertraut ist (d.h. jemanden, mit den gleichen Ängsten, dem gleichen Wissen um seine/ihre Fehlbarkeit, etc.)…denn nur in den schlechten Tagen zeigt sich der Wert eines Ehepartners wirklich; in den High-Times fühl sich jeder geil (an).
    Ich hoffe dein Kumpel findet das alles.
    Viele Grüße.

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  21. Das gute alte Thema 🙂

    Niemand muss Kinder bekommen – allerdings ist das eben eine Entscheidung, die irgendwann irreversibel nicht mehr nachholbar ist.
    Wir haben unser Leben und die Welt genossen – studiert, gereist, gefeiert… und dann (mit Mitte 30) zwei zuckersüße Entdecker/innen gebaut, die man nicht mehr missen will. Es wird mit jedem Tag cooler – wenn auch deutlich anders als vorher.
    Ich habe es bei Jenny schon geschrieben: Jeder kann sich Kinder leisten. Ein Leben mit Kindern kostet (wenn man es sinnvoll anstellt) nicht mehr als ein Leben ohne Kinder, anfangs vielleicht sogar weniger. Gebrauchte Dinge sind eh viel gesünder (produktionsbedingte Schadstoffe mehrfach ausgewaschen) und ökologischer, man bekommt Geld und Vergünstigungen und schränkt seinen Lebensstil automatisch ein (ohne etwas zu vermissen).

    Was ich ein wenig übertrieben finde ist die Aussage mit den betreuten Besuchsterminen. Sowas gibts im Normalfall nur, wenn etwas massives zwischen Elter und Kind vorgefallen ist, sonst wäre das eh viel zu aufwendig. Nichtsdestotrotz kann das schon ziemlich zermürbend sein um die Liebe und Anwesenheit seiner Kinder kämpfen zu müssen. Aber hey – Augen auf bei der Partnerwahl.

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  22. Hi, slowroller.

    Danke für deinen Kommentar. Ich wollte ein bisschen eine Lanze brechen für Kollegen, die ganz eventuell an der Seitenlinie – so als Tante oder Onkel – besser fahren. Insgeheim hatte ich da immer ein paar Vorurteile – aber ich finde die Ängste inzwischen schon halbwegs nachvollziehbar. Falls es bei euch in die Brüche geht, können wir ja noch mal reden. Hatte das vergessen zu erwähnen: kommentarberechtigt waren nur Leute mit mindestens einer Scheidung auf dem Buckel.

    Spaß!

    Viele Grüße
    Garnix

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  23. Die Ängste sind durchaus nachvollziehbar – keine Frage. In diesem Fall – und das habe ich schlicht nicht beachtet, gab es leider keine Grundlage für eine eigene Familie (mehr). Das ist tragisch und mit Mitte 40 sollte man genauso wenig über den Zaun brechen wie mit Anfang 20. Da ist das Verhalten deines Freundes natürlich verständlich.

    Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich mehr Beziehungen habe zerbrechen sehen, weil man sich über das ob und wann der Famiengründung nicht einig war. Nach einigen Jahren Beziehung kann es halt sein, dass ein neues Level im Leben freigeschaltet werden muss, damit das Spiel nicht langweig wird. Irgendwann sind alle Länder bereist, alle Partys gefeiert und alle Geheimnisse entdeckt.

    Aber lange Rede kurzer Sinn: auch wenn meine Beziehung mal in die Brüche gehen sollte, hat es sich doch immer gelohnt. Und nein, die Scheidung lass ich sein, auch wenn die in einer Beziehung auf Augenhöhe nicht superdramatisch ist.

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  24. „Irgendwann sind alle Länder bereist, alle Partys gefeiert und alle Geheimnisse entdeckt.“

    Einspruch!

    Ich denke dann muss man halt etwas kreativer werden…es gibt immer noch etwas zu entdecken, sei es beim Reisen neue Orte in schon bekannten Ländern, neue Leute auf denen man sich bei den bisherigen Parties nicht unterhalten hat oder etwas, dass man als Paar noch nicht zusammen gemacht hat, …

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