Heiratsratgeber

Nach dem Trennungsratgeber jetzt der Heiratsratgeber, den ich lesefreundlich auf zwei Worte und ein Satzzeichen reduzieren kann (Spoiler-Alarm!):

nicht heiraten!

Ich selbst wollte nie heiraten. Irgendwann fing meine heutige ExF an, im Freundeskreis rumzujammern. Sie könnte sich vorstellen, mich zu heiraten – aber ich würde ihr ja keinen Antrag machen und so weiter.

Meine Motive, ihr, als sie dann schwanger war, doch einen Antrag zu machen, waren

  1. Ich wollte nicht zum Jugendamt gehen und meine Vaterschaft erklären
  2. Ich wollte, dass das Kind automatisch meinen Nachnamen bekommt
  3. Ihre Eltern haben ein großes Vermögen, und ich konnte ihr leicht einen Ehevertrag unterjubeln

Dank meiner Mutter konnte ich das Wort „Ehevertrag“ noch vor der Grundschule buchstabieren. Meinen eigenen Ehe- und Erbvertrag habe ich selbst aufgesetzt. Der Notar hat mit der Zunge geschnalzt – so schön ist der geworden.

Zu den Motiven 1 + 2: sentimentaler Quatsch, von dem ich heute nicht mal mehr sagen kann, woher so was kommt. Einfach gemeinsames Sorgerecht erklären, den Nachnamen des Kindes auswürfeln und beim Standesamt anmelden.

Motiv 3: wenn man nicht heiratet, braucht man erst gar keinen Vertrag.

Was landläufig so dafür spricht: wenn die Frau nicht arbeitet, kann sie in der gesetzlichen Familienversicherung kostenlos mitversichert werden. Der wesentliche Anreiz, wenn sie nicht arbeitet, ist natürlich die Steuerklasse 3.

Frage: warum zum Henker soll man jemanden heiraten, der mittel- und langfristig nicht arbeitet und sein eigenes Geld verdient? Geht’s noch? Für mich ist das dann eher Mäzenatentum. Hat man eine Neigung zu so was, empfehle ich 30 bis 40 SOS-Patenschaften für Kinder in Afrika abzuschließen. Kostet gefühlt weniger und da bekommt man jahrelang lustige Postkarten und Briefe und alimentiert nicht jemanden, der schlauer ist als man selbst. Und, ja, die afrikanischen Kinder können natürlich auch viel schlauer sein als man selbst, so war das nicht gemeint.

Fertig.

ps_
Wie ich da jetzt drauf komme? Ein Kumpel, Ex-Berater und ganz schön reich, hat mir gestern erzählt, dass er inzwischen für knapp 2 Mio USD Aktien in CTSO hält, der verrückte Hund. Verrückt primär jetzt nicht wegen den paar Aktien, sondern weil er die Aktien in den Depots der Töchter hält. Sind also nicht seine Aktien, sondern die der Kinder, die alle OHNE EHEVERTAG verheiratet sind. Da hilft dann im Zweifel nur noch viel Schnaps und viel Humor.

Kniggetechnisch bin ich übrigens finanziell für die Ausrichtung der Hochzeit meiner Tochter zuständig. Wenn sie eines Tages kommt, werde ich ihr 25 k€ Hochzeitsbudget oder alternativ 100 k€ in Aktien als Nichtheiratsbonus anbieten. Da hat sie schon mal einen Vorgeschmack, was die Veranstaltung wirklich kosten kann.

Und mal unter uns: viel romantischer, als materiell absichtsfrei und freiwillig miteinander abhängen zu wollen, wird es eh nicht.

8 Kommentare zu „Heiratsratgeber“

  1. Das mit dem Heiraten habe ich bis heute nicht verstanden. In meiner Familie gab es in den letzten 15 Jahren insgesamt 12 Hochzeiten, davon sind bis heute 11 geschieden mit großen Drama, geheule, traumatisierten Kindern etc. Also auch meinerseits: Keine Empfehlung. In meiner Beziehung wird auch ständig gejammert, man mache ja keinen Antrag und wie unromatisch man sei. Aber mal ehrlich: Wenn beide arbeiten gehen, keine Kinde da sind, kein Haus etc. Was ist dann noch der Sinn der Sache?

    Ich glaube, dass einzige was mich interessieren würde sind die Vorteile bei einer gemeinsamen Adaption – das wärs dann aber auch schon.

    Schönen Montag weiterhin 🙂

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  2. Hi, Alex.

    Krasse Quote: 11 aus 12. Meine Freundin hat heimlich auch solche Anwandlungen. Ist, glaube ich, genetisch. Ich schlage dann meistens vor, dass wir Tinder oder so was anwerfen und ihr gemeinsam den passenden Kandidaten fürs Heiraten raussuchen können. Ich will niemandem im Weg stehen und helfen, wo ich kann.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. Haha,

    an sich ein witziges Konzept Guru, du beachtest dabei allerdings eines nicht:
    Da du deine Tochter finanziell gebildet erziehst und sie auch konsumtechnisch echt fortgeschritten ist, wird dieses Geld, diese 100k oder 25k für sie einfach eine Zahl sein. Ob da dann (zu dem Zeitpunkt realistische) 1,5mio oder 1,6 Mio stehen… früher oder später kann sie das selbst auch haben…
    ergo ist das kein starkes Argument gegen die Hochzeit 😉

    Wie läufts eigentlich mit dem Extra-Taschengeld fürs Lesen?

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  4. Hallo, givemeanameffs.

    Wer die 100 k€ nicht ehrt, ist der Sieben- bis Achtstelligkeit nicht wert. Altes Familiengesetz. 🙂

    Das Extra-Taschengeld (5 Euro pro Buch) beläuft sich in Summe bislang auf gigantische 10 Euro. Pläne mit Teenagern sind Schall und Rauch. Dafür schleife ich sie in den nächsten drei Wochen in drei Theater- eine Opervorstellung – und das auch noch überwiegend in Paris und in französischer Sprache – OHNE Extra-Taschengeld. 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  5. Interessantes Thema. Ohne Kinder ist eine Heirat rational betrachtet nicht sinnvoll. Mit Kind aber nur fair ggü der Frau, die oft diejenige ist die ihr Einkommen und Karriere zurückstellt. Da finde ich es nur richtig diesen Nachteil durch eine Hinzugewinngemeinschaft auszugleichen. Die Familie ist schließlich ein gemeinsames Projekt und nicht nur das der Frau.

    P.S. das gleiche gilt natürlich im umgekehrten Sinne für Modelle bei denen der Vater aufhört zu arbeiten

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  6. Hallo, Karl.

    ich finde das neue Scheidungsrecht ganz gut: Ehegattenunterhalt bis das Kind drei Jahre alt ist und dann bitte wieder arbeiten gehen. In meinem Ehevertrag, der noch vor dem neuen Scheidungsrecht entstanden ist, habe ich meiner ExF sogar Ehegattenunterhalt bis zum zwölften Geburtstag des jüngsten Kindes zugestanden.

    Bin aus dem Alter raus, aber die Frau dürfte gerne Karriere machen, während ich den Hausmann spiele. Ich glaube nicht, dass ich in so einer Konstellation dann irgendwann einen Zugewinnausgleich einfordern würde. Aber das ist sicher Geschmackssache.

    Viele Grüße
    Garnix

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