Finanzwesir-Manifest

Heute mache ich mir den Spaß, das Finanzwesir-Manifest auf Plausibilität abzuklopfen.

Los geht’s.

§ 1 – Es ist unmöglich, den Markt zuverlässig zu schlagen
§ 2 – Mehr Rendite nur durch mehr Risiko
§ 3 –
Hin und Her macht Taschen leer

ad 1
Mangels einer Definition der Begriffe „Markt“ und „zuverlässig“, kann man hier lange und kontrovers diskutieren.

Weil die Anzahl meiner Beispiele dafür, warum das aus meiner Sicht nicht stimmt, endlich ist und ich in Deutschland lebe, sollen für diesen Beitrag die entscheidenden Begriffe wie folgt festgelegt werden:

  • der „Markt“ ist der Dax und
  • „zuverlässig“ meint über einen längeren Zeitraum – hier soll der Zeitraum von 1998 bis 2018 – rund 20 Jahre betrachtet werden (die „Risikokompenente“ des Begriffs „zuverlässig“ dann unter dem 2. Punkt)

Über den nachfolgenden Link „Dem Dax auf der Spur“ wird für den definierten Zeitraum die Performance des Dax mit der von vier Handelssystemen verglichen, die jeweils Kauf- bzw. inbesondere auch Verkaufssignale für ein Dax-Investment liefern. Alle Handelssysteme maßen sich an, Perioden vorzugeben, in denen man besser nicht investiert ist.

Die Handelssyteme im einzelnen sind hier beschrieben: Beschreibung des Handelssystems.

Einwände:

  • Das sind ja „nur Backtests“ – die Zukunft kann ja ganz anders aussehen
    • Das stimmt! Gleichzeitig gilt das für jegliche Renditeerwartung – sogar die der passiven ETF-Sparer – alle berufen wir uns auf historische Daten – mithin Backtests
  • Das gilt doch bestimmt nur für den Dax
    • Insgesamt ist mir ein „Repertoire“ von mehr als 20 Handelssystemen und Quant-Strategien bekannt, das in mehr als 30 Ländern und für mehr als 20.000 Aktien in quasi beliebig ausgedehnten Backtests signifikantes Alpha bei reduzierter Volatilität liefert
  • Wenn das so wäre, würden es ja alle machen und dann wird’s wieder nix
    • Damit ist meiner Einschätzung nach erst zu rechnen, sobald die berühmten eine Million Affen aus Versehen mit dem Macbeth 2.0 fertig sind
  • Letztes Jahr war der Dax aber 0,01 % besser
    • Bitte den Beitrag noch mal lesen, wann, wie und wo eine Outperformance generiert wird – ansonsten den Beitrag bitte einfach ignorieren

Wenn man sich die verlinkten Charts ansieht, ist eine deutliche Outperformance aller Handelssysteme gegenüber einem passiven Dax-Investment erkennbar. Folgt man meinem Beispiel bzw. der hier verwendeten Definitionen von „Markt“ und „zuverlässig“, ist § 1 des Finanzwesir-Manifests falsch: der Markt kann zuverlässig – meint hier in einem bedeutenden Zeitraum von immerhin 20 Jahren und nebenbei während veritabler Marktverwerfungen – geschlagen werden.

 

ad 2
Ich bin wieder so frei und nehme eine Definition vor: Risiko = Volatilität. Sobald ich mein Geld in Aktien bzw. ETFs investiere, bin ich quasi auf hoher See und potentiell verheerenden Stürmen ausgesetzt. Selbst mit einer maximalen Diversifikation kann ich locker länger als zehn Jahre unter Wasser gedrückt werden, so die, glaube ich, gängige und richtige Meinung.

Sicher(er) und mit viel weniger Volatilität und Risiko konfrontiert bin ich demnach nur, wenn das Kapital nicht investiert ist. Klar, ein bisschen Kaufkraftverlust ist dann hinzunehmen – aber so unter Traditionalisten ist das Geld auf dem Konto zumindest gefühlt zehnmal sicherer als im Depot.

Die unter ad 1 beschriebenen Handelssysteme reduzieren durch ihre gelegentlichen Verkaufssignale die Zeitspanne „auf See“ ganz erheblich. Das Risiko, den nächsten Crash mitzunehmen, ist also reduziert. Wenn alles gut geht, funktioniert das Handelssystem und ich bin und bleibe während des nächsten Sturms im Hafen. Und wenn mein Handelssystem gerade mal nicht funktioniert, bin ich – zusammen mit den passiven ETF – Kollegen eben auf See und nehme das identische Risiko bei einer identischen Diversifikation.

Das unter ad 1 nachgewiesene Alpha hat seinen Ursprung darin, nicht die ganze Zeit das volle Marktrisiko zu tragen und ist demnach weniger riskant. Mit den hier benutzten Parametern ist § 2 des Manifests somit auch falsch.

 

ad 3
Im Subtext lese ich hier die gängige Meinung, dass Market-Timing nicht funktioniert. Es gibt einen „positiven Grunddrift“ und die quasi optimale Performance erreiche ich langfristig nur, wenn ich mir ein vermeintlich hektisches und kostspieliges Rein-Raus in den Aktienmarkt verkneife – zumal der Löwenanteil der Performance eines Jahres üblicherweise ja auch nur an wenigen Tagen eingefahren wird.

Auch wenn es jetzt schon beinahe langweilig wird, die verlinkten Handelssysteme widerlegen diese Aussage. Das Alpha ist so deutlich dass die hier entstehenden Rein-Raus-Kosten bei weitem überkompensiert werden. Schwupps, § 3 auch falsch.

Mein Fazit:
Der von mir tatsächlich hochgeschätzte und schwer kluge Finanzwesir formuliert in seinem Manifest gängiges und festsitzendes Konsenswissen, das bei einer genaueren Eierkopf-Betrachtung keinen Bestand hat.

Den Begriff „Konsenswissen“ habe ich mir übrigens selber ausgedacht und meine damit: ein paar Bücher gelesen und dann die Füße hochgelegt.

Um jetzt halbwegs wieder die Kurve zu kriegen, ich persönlich würde jedem Normalo die identische Finanzwesir-Botschaft übermitteln: schön passiver ETF-Sparplan, passt schon. Alles andere verwirrt nur.

Dass ohne größere Verrenkungen mit den hier vorgestellten Handelssystemen und der großartigen Daxjäger-Seite mehr geht, lassen wir schnell wieder unter den Tisch fallen.

Genau…

JETZT.

🙂

20 Kommentare zu „Finanzwesir-Manifest“

  1. Ich verstehe nicht wirklich, warum du auf die Dax-Jäger verweist. Wenn ich mir die „aktuellen Handelssignale“ anschaue, hat der Dax seit 2012 um knappe 3% besser abgeschnitten als deren Handelssysteme.

    Backtests hin oder her.

    Aber vielleicht täusche ich mich ja 😉

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  2. Die meisten ETF-Lemminge werden im nächsten Bärenmarket wohl wie immer das Handtuch werfen. Das es besser geht wissen die wenigsten. Wenn man sich alleine anschaut wie einfach es war von 2000-2008 den Markt zu schlagen (Stichwort „Value“), braucht man ja nicht mal ausgefeilte Handelssysteme. Selbst ein einfaches Absichern mit Put Optionen auf den DAX im Sommer hätte statt 8% Rendite 12-13% gebracht.
    Was mich allerdings wundert ist warum Du Dein Geld in einer einzelnen Aktie hast anstatt in einer getesteten Strategie? 🙂

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  3. Moin Guru,

    der DAX ist natuerlich bloed als Auswahl … dzdzdz … voellig gegen alle Regeln – Wo bleibt hier die Beruecksichtigung der faulen Akonzentrationisten?!

    Hier eine Idee, wie Einzelaktien-Anleger halbwegs fair ausrechnen koennten, wo sie wirklich liegen:

    Falls du ernsthaft an einem realitaetsnahen Performance-Vergleich interessiert bist, koenntest du so vorgehen:
    1) es gibt fuer das Vergleichssystem drei Benchmarks:
    a) MSCI-World, ein thesaurierender ETF (dann sind Ausschuettungen netto reinvestiert, zB iShares Core WKN A0RPWH)
    b) MSCI-EM, ein thesaurierender ETF, zB iShares EM IMI ACC WKN A111X9
    c) MSCI-World Small Cap, thesaurierend (zB den von SPDR WKN A1W56P)
    2) bei jedem Kauf entscheidest Du: gehoert meine Aktie zu Kategorie 1a) 1b) 1c)?
    Warum nur diese drei Benchmarks? Naja, du koenntest ja jedes Mal statt einer Aktie den ETF kaufen, haettest keine Arbeit und koenntest die Marktrendite ernten (egal ob es eine amerikanische, europaeische, japanische Aktie ist)
    3) die investierte Summe dividierst du durch den Tageskurs des jew. ETFs
    Bsp: du kaufst fuer 1.500 EUR CocaCola, dann dividierst du die 1500 EUR durch den akt. Kurs des MSCI Wordl-ETFs und notierst die Stuecke in XLSX in einer extra Spalte bei deiner CocaCola-Zeile.
    Wenn du Samsung kaufst, nimmst du den MSCI-EM; wenn du Aurelius/CTSO kaufst den MSCI-World Small Cap ETF, usw.
    4) wenn du eine Aktie verkaufst, geht’s umgekehrt:
    Bsp: du verkaufst General Electric, weil sie schlecht gelaufen ist und bekommst 700 EUR dafuer; dann dividierst du die 700 EUR durch den akt. Kurs des World-ETFs zu dem Zeitpunkt (Tag) und ziehst die Stuecke von der Gesamt-MSCI-WORLD-ETF Menge ab.
    Bsp: du verkaufst Coca-Cola (weil Zuckerbrause aus ist und auch die Margen bei MONSTER broeckeln) noch schnell fuer 1.800 EUR, teilst durch den akt. Kurs des MSCI World ETFs und ziehst die Stuecke von deiner virtuellen MSCI-WORLD ETF-Menge ab
    5) Dividenden deiner Aktien addierst du wie gehabt bei der Wertsteigerung in der CocaCola-Zeile
    Bsp: Coca Cola zahlt dir netto 100 EUR (also nach Abgelt.str.), dann ist der Wert der CocaCola-Anlage: akt. Kurswert + ueber die Jahre summierte Dividenden
    bei den ETFs musst du nix machen – da thesaurierend – stecken die (netto) Dividenden drin.
    5) durch das einfache „virtuelle“ Tracken dieser 3 Kategorien und Summenbildung/Umrechnung in ETF-Anteile, kannst du jederzeit sehen, ob du ueber die Zeit besser oder schlechter performst
    6) Spaetestens nach 7 Jahren liegst du deutlich hinten! 1 Flasche Sekt Wetteinsatz?
    7) Was ist mit Gebuehren/Steuern? Ueberlasse ich Dir…
    Normalerweise sind Aktien auf Dauer teurer, da mehr (nicht-kostenlose) Kaeufe und manchmal Verkaeufe (=bei ETFs unnoetig) getaetigt werden.
    8) kann man natuerlich auch fuer die Vergangenheit so machen … ggfls dann auf EUR/NET-Indices (MSCI.com) umsteigen, weil es die ETFs oben noch nicht Jahrzehnte gibt … “

    Oder zu kompliziert? Fragen? Verbesserungen?

    zu 2) Asset-Allocation, Natuerlich darf man einen „heissen Reifen fahren“ und zB nur auf 100% MSCI-World Smallcap setzen. Das pimpt die Performance deutlich:
    https://www.msci.com/end-of-day-history?chart=regional&priceLevel=41&scope=R&style=C&currency=15&size=36&indexId=106
    (alles akzeptieren, Add/Remove Indexes, Market: Developed, Size: Small Caps, Search Results/Add to list: World Small Cap, UpdateChart, Term:FullHistory, IndexLevel: net(ohne QStr), Currency EUR, Update),
    Oben Download data nach xlsx, dann kannst du die Historie deiner Kaeufe ab 29.12.00 ausrechnen/anschauen).
    Dann waerst du mal eben statt bei ~30% im DAX bei ueber 400% im Vergleichszeitraum.
    Eine Sparplanrendite ueber die Zeit waere sehr hoch, weil der Index unterwegs auch ordentlich gezappelt hat.

    zu 3) Trading: Ja, kann man auch mit ETFs. Man koennte auch Event-Driven (bei Markt-Dips auf Kredit zukaufen), EMA200 (exp.Moving.Av) Verkaeufe bei Rezessionen oder sonst wie sein Depot steuern … Wenn man weiss was man tut oder eben „denkt, dass man es weiss“ 😉

    Generell:
    Was keiner so oft sagt: Trading mit wenig Geld ist einfach. Wenn du aber ploetzlich/allmaehlich ein grosses Depot hast, steht i.d.R. das Bewahren im Vordergrund (wenn es dein eigenes Geld ist).
    Du musst „nirgends mehr hin“ und auch niemandem „was beweisen“.
    Wer, wann, wieviel Performance in welcher Zeit macht ist dir dann ka..-egal!
    Dann schmunzelst Du nur noch ueber die vielen Ameisen … bzw erkennst das Spiel dahinter: Da sind die, die mit ihren Rennlisten/OnlineVermarktung/Strategien/Tips/Analysen Geld verdienen und die vielen Ameisen, die sich auf Grund von hormoneller oder unbewusster Neigung anstrengen und bemuehen …
    Natuerlich schaffen es einige Wenige. Die Schlauen und/oder die Gluecklichen.
    Hoffentlich bist du dabei!

    Viele Gruesse vom ETF-Lemming

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  4. Hallo garnix,
    man ist das kompliziert. Meine Theorie, das DAX Werte mit gerader WKN im historischen Vergleich besser laufen als die mit ungerader, mit Ausnahme derer mit Quersumme drei,wenn noch ein Vokal enthalten ist, habe ich durch einen umfangreichen Backtest gerade falsifizieren müssen. Nun versuche ich es mit einer Primfaktorzerlegung und Konsonanten.

    Aber mal Spaß beiseite, den Weg mit 46 auf eine sorgfältig ausgewählte Einzelaktie zu setzen, halte ich für richtig, die letzte Chance um nochmals was zu reißen, bevor man ein ausgebrannter alter Sack ist.
    Bauchschmerzen hätte ich nur durch den Kredithebel und das eventuelle Einbeziehen der Immobilie. Mit der Tim Schäfer ETF Sparen an der Armutsgrenze Methode wird das nichts mehr.

    Das Problem (und die Kunst) ist der positive Exit, einmal der Exit aus dem CTSO Invest, aber auch der partielle oder vollständige Exit aus der gesamten Strategie und rein in die totlangweilige, global diversifizierte 5% Dividenden Strategie.

    Und da sieht hier der Backtest nicht so gut aus, wie die Auswertung der historischen Beiträge dieses Blogs ergeben hat.

    PS. +29.96 %, after tax reichts schon für einen mittleren Dacia. Ist bei mir aber nur aus Spielgeldkasse. Exit ist beim Porsche geplant.

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  5. Hallo, Bauerranger.

    die Systeme generieren wiegesagt potentiell Verkaufssignale. Man ist also per se weniger lange investiert und trägt weniger Risiko. Wenn man in einem Bullenmarkt über sechs Jahre, in dem sich der Dax etwa verdoppelt hat, in einer Vermengung von vier teils konträren Handelssystemen 3 % im Vergleich verliert, passt das für mich. Die von mir gewählte Betrachtung über einen Zeirraum von rund 20 Jahren (1998 bis heute) finde ich da interessanter und aussagestärker, weil es hier unterwegs zu größeren Verwerfungen kam, die uns in den nächsten Jahren wieder blühen könnten.

    Viele Grüße
    Garnix

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  6. Hallo, frommi2.

    das Thema des Beitrags ist ja nicht, wie ich investiere, sondern inwieweit das Finanzwesir-Manifest Bestand hat, wenn man ein bisschen rumbohrt. Daher macht es an dieser Stelle mehr Sinn, relativ simple, transparente und nachvollziehbare Handelssysteme heranzuziehen. Der Gebert Börsenindikator steht bei mir über längere Zeiträume für eine Renditepotential von rund 13 %. Das ist ordentlich und reicht meiner Meinung nach völlig, das Manifest zu widerlegen.

    Dass das der heilige Gral ist und ich danach investiere, habe ich nicht behauptet.

    Viele Grüße
    Garnix

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  7. Hallo, Joerg.

    danke für deine Vorschläge. Für deine Punkte 1 – 8 fehlt mir der Kontext zum Beitrag, in dem ich ein passives Investment in den Dax mit einem aktiven Investment in den Dax vergleiche. Ich verzichte hier bewusst auf Vergleiche mit Einzelaktieninvestments, weil diese im Prinzip nie replizierbar sind.

    Vom für mich fehlenden Kontext abgesehen teile ich deine Benchmark-Sicht und tracke meine Performance gegen den Dax, S-Dax, MSCI World, S&P 500, Berkshire Hathaway und MSCI Emerging Markets. Den von dir erwähnten MSCI Smallcap finde ich spannend und nehme ich mit auf – danke dafür! Da ich nebenbei aber auch noch so ein bisschen arbeite, betreibe ich für mein Benchmarking allerdings weniger Aufwand und überlasse hier Portfolio Performance die Arbeit.

    Schauen wir mal, wie es ausgeht.

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. Hallo, Ulrich.

    Handelssysteme wie Sell In May als zu kompliziert abzutun und drei Sätze weiter über die Kunst des richtigen Investierens zu schreiben, löst bei mir eher nur so mittlere Begeisterung aus. Ganz sicher dass du hier richtig bist?

    Viele Grüße
    Garnix

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  9. Hallo Garnix, altes Pokerface, da sind Dir aber die Gesichtszüge etwas entglitten in der letzten Antwort oben, was?
    Finde ich aber beruhigend, dachte schon, Dich bringt garnix aus derFassung 🙂
    Das sogenannte Konsenswissen überzeugt mich auch nicht recht, ist aber auch ’ne Typsache. Wenn alle in eine Richtung laufen, zieht’s mich normalerweise in die Gegenrichtung. Kann nicht genau sagen warum, fühle mich aber meistens wohler als beim Mitschwimmen.
    Diesen Reflex auf die ETFs übertragen heißt, mal die systemischen Risiken dieser Massenbewegung zu hinterfragen.
    Die Banker in meinem Umfeld (hier in der Gegend kennt ja sicher jeder einen 😉 ) sind zumindest alle keine ETF-Fans.

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  10. Hallo zusammen,
    kann mich bitte mal einer von euch aufschlauen. Ob ich nun die Meinung teile oder nicht, ich kann sie nicht nachvollziehen. Wenn ich mir das Chart des Performance Vergleiches bzw. das zugehörige Zahlenmaterial anschaue, dann läuft das DAX Jäger System meiner Meinung nach immer hinterher.
    https://www.daxjaeger-blog.de/p/aktuelle-signale.html

    Hab ich hier etwas fehl interpretiert oder sind seit knapp 2014 die beiden Varianten DAX und DAX-Jäger eigentlich gleichwertig?

    LG

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  11. @hässliches Entlein

    Warum sind Deine Banker keine ETF-Fans? Gibts da valide Gründe oder ist das eher so ein diffuses Gefühl? Oder arbeiten die gar provisionsbasiert?

    P.S.: ETFs sind auch ein Produkt der „Banker“. Gibt also genug davon, die es lieben und viele von denen bei den Produktanbietern kommen aus dem klassischen Investmentbanking. SWAP-Trades sind ja auch ein nettes Spiel.

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  12. Gude Dribbdebach,
    nein, sie arbeiten nicht provisionsbasiert 🙂 , eher im Bereich Bankenaufsicht – Risikomanagement – Bankenberatung. Wie valide die Gründe sind, kann ich nicht konkret nachvollziehen. Denke es liegt u.a. auch daran, dass sie privat schon in Aktien und Anleihen investiert waren, bevor ETFs so richtig populär wurden.
    Es weiß aber sicher niemand, welche Probleme mit ETFs in der nächsten Krise entstehen können, in der letzten Krise gab es nun einmal noch nicht so viele davon. Systemische Risiken entstehen eben schon allein dadurch, dass Dinge eine systemrelevante Größe bekommen.
    Selbst investiere ich nur in Immobilien, weil ich meine, mich in dem Metier auszukennen. Mit Aktien und deren Derivaten kenne ich mich also nicht aus. Was mich aber stört ist dieses „Konsenswissen“, wie es Garnix so schön genannt hat. Meine altersbedingt nicht ganz unbeträchtliche Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass es immer mehrere Wege zum Ziel gibt und dabei das Ticket, auf das alle setzen, oft nicht das beste ist.
    Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der Finanzwesir (soweit ich ihn verstehe) nicht die beste individuelle Lösung anpreisen möchte, sondern eine möglichst allgemeingültige.

    Grüße nach Drüben von der Ente

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  13. @Skyks
    Das Diagramm stellt ja die kombinierte Performance der 4 Systeme auf den Dax dar, die halt in dem Zeitraum seit Start des Experiments nicht wirklich abweichen. Nachdem oben in der Tabelle bereits drei der vier Systeme nicht mehr investiert sind, sollte sich eine größere Differenz erst bei einem möglichen Absenken des Dax-Kurses zeigen, wo das Vermögen dann erhalten bleibt.
    Ohne das jetzt nachgelesen zu haben, wundert mich aber auch, dass es Ende 2011 wohl Verkaufsindikatoren gab (die Daxjäger-Kurve macht den starken Abfall nicht mit), der Dax dann aber wieder locker aufholt und die Jäger-Kurve nicht parallel dazu und somit höher läuft. Liegt das womöglich an der Vermischung der vier Systeme, die ja alle leicht unterschiedliche Indikatoren liefern?

    Interessanter Ansatz auf jeden Fall, ich werde mich da auch mal weiter durch den Blog lesen..

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  14. Hallo, frommi2.

    Kenne ich nicht, würde ich mir normalerweise auch nicht anschauen, weil ich mich selbst nicht (mehr) als „Trader“ sehe. Ich schau’s mir aber jetzt doch mal an. Danke dir für den Link. Viele Grüße, Garnix

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  15. Hallo, Ente.

    die im Artikel beschriebenen Handelssysteme sind – aus meiner Sicht – null komplex oder kompliziert. Im Zweifel weil ich selber auch gar nix machen muss, außer eine Seite zu besuchen und zu schauen, ob die Ampel auf grün oder rot steht. Im Artikel https://garnixoderguru.com/2017/06/17/alpha-fuer-faule/ kalkuliere ich den Zeitaufwand für die Umsetzung des Gebert-Systems auf 60 Minuten in 19 Jahren für eine Outperformance von 8,4 % pro Jahr (13,7 % vs 5,3 % im Betrachtungszeitraum). Soll und muss jetzt jeder daran glauben und danach handeln? Nein.

    Allen Menschen, denen Ampeln an sich aber zu kompliziert sind und die keine 3 Minuten Zeit pro Jahr haben, möchte ich untertänigst eine andere Lektüre und Beschäftigung anempfehlen. Alternativ sei der Hinweis erlaubt, dass hier keine „Kommentarpflicht“ besteht.

    @ETFs: ich bin ein großer ETF-Fan und würde John Bogle und Vanguard, die das Thema vorangebracht haben, Medallien umhängen, wenn ich welche umzuhängen hätte. Große philanthropische Nummer. Bis auf weiteres habe ich selbst null Einwände gegen ETFs.

    Viele Grüße
    Garnix

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  16. Hallo, daniel.

    danke fürs Mitdenken! 🙂

    Die Vermengung der vier Systeme finde ich auch eher unglücklich und verweise gerne noch mal auf die für mich wichtigere Seite: https://www.daxjaeger-blog.de/p/back.html, die die Systeme separiert darstellt.

    Ansonsten hast du natürlich völlig recht: die Outperformance kann nur in einer Baisse entstehen. Um die für meine Begriffe erstaunliche Trefferquote des Gebert-Systems (als Beispiel) zu visualisieren, empfiehlt sich ein Blick auf den ersten Chart dieser Seite: https://www.gebertbrief.de/start.htm

    Die roten Perioden markieren jeweils eine Cash- bzw. „Verkauftphase“.

    Viele Grüße
    Garnix

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  17. Ich sehe mich eigtl. auch nicht als „Trader“, aber naja im Endeffekt trade ich auch mehrere Systeme (NCAV,Dividend Growth/FCF and als Absicherung das DAX-Put-System). Also bin ichs wohl doch in gewisser Weise, auch wenn ich mich eher als fundamentalen Investor sehe. 🙂

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  18. Moin garnix,

    seit deinem Artikel Alpha für Faule hab ich den Gebert-Indikator immer mal im Hinterkopf. Ich hab mich gefragt, ob das System mit einer Investition in den MDAX statt DAX vielleicht eine noch bessere Rendite bringen könnte (da der MDAX meines Wissens nach eine bessere Performance hat als der DAX liefert). Hast du da mal einen Backtest gemacht?

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

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  19. Moin, schaudio.

    Ich hatte meine Gebert-Phase vor vier Jahren und habe damals alles durchgespielt, MDAX, SDAX – mit gehebelten ETFs und gehebelten und ungehebelten Short-ETFs. Alle Varianten. Habe die Daten leider nicht mehr. Kriegst du damit aber schnell hin:

    https://docs.google.com/spreadsheets/d/1282lfT1ZTy1JOpaqGnna2Ro3tdZz139MtwRF7qUeIho/pub?hl=de&hl=de&hl=de&single=true&gid=3&output=html / gab so um die 24 Signale in 20 Jahren

    Historische MDAX-Kurse beispielsweise bei Ariva (gehen bis 1999 zurück).

    Mein Tipp: nix hebeln und in Cash-Phasen nicht short gehen.

    Viele Grüße
    Garnix

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