Monatliche Schwankungen

Ich glaube, es ist inzwischen offiziell, dass mein Single-Stock-Depot von einem mindestens mittelgroßen Dachschaden zeugt. Sei’s drum. Mir geht’s aktuell und nachwievor gut damit. Ich hatte nie mehr als fünf oder sechs (Neben-)Werte und nach langen Überlegungen dann ab September 2017 der Entschluss, meiner vermeintlich besten Idee sukzessive zu 100 bzw. sogar zu 150 % zu vertrauen.

Um mich auf die große monatliche Schwankungsbreite einzustellen, habe ich mal nachfolgende Auswertung angefertigt, die die Achterbahnfahrt der letzten 22 Monate abbildet. Kann man daraus irgendwas für die Zukunft ableiten? Nee. Viel mehr als eine Retrospektive kann das nicht sein. Es zeigt aber trotzdem ganz plastisch, wie viel Bewegung da monatlich teilweise zu verdauen ist: die monatliche Schwankungsbreite mit dem aktuellen Depotvolumen reicht von – 120.087 Euro bis + 472.003 Euro (basierend auf den bisher verzeichneten Min/Max-Renditen). Auf der rechten Seite erlaube ich mir den Spaß, die derzeitige monatliche Durchschnittsrendite auf die nächsten 24 Monate hochzurechnen. Und, nein, ich gehe nicht davon aus, dass das so kommt – aber ich kann ja auch nichts dafür, wenn Excel das so sieht.

verrueckt

Und wenn alles implodiert? Ein, zwei Flaschen Jameson, bisschen Dostojewski, diesen Soundtrack hier und dann geht’s auch irgendwie weiter.

„Das Gesetz der Selbstzerstörung und das Gesetz der Selbsterhaltung sind in der Menschheit gleich stark!“ – Fjodor M. Dostojewski

11 Kommentare zu „Monatliche Schwankungen“

  1. Ich habe zwar auch eine gewisse grundentspannte Haltung, aber All-in und darüber hinaus bei CTSO zu gehen. Chapeau. Bewundere diese Kruppstahl-Eier, die bei dir rumbaumeln müssen.

    PS: Haben den Blog erst vor kurzem entdeckt und feier den gut ab. Weiter so.

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  2. Hallo, Simon.

    Danke für das, äh, Kompliment. Schön dass du da bist. Gebe mir Mühe, dass hier für Unterhaltung gesorgt ist.

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. Ahoi,

    ich bin kürzlich auf dein Blog gestoßen (Wesir sei dank) und habe große Freude an deinen (ich erlaube mir das mal) Ausführungen, die auf meiner Gefühlsskala hübsch zwischen Amusement und Staunen (auch über Größenwahn) einschlagen.
    Aber vielleicht habe ich Herrn Kommer auch zu viel zugehört, um das für realistisch zu halten, obwohl es das sein kann. Naja, steht auf einem anderen Blatt.
    Dein 40+-Blog kommt auch bei Leuten wie mir, die nicht mal halb so alt wie du sind, gut an.
    Weitermachen!

    Gruß Leo

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  4. Ahoi, Leo.

    Ganz ehrlich: wenn eine Bekannte irgendwann über ihre Rentenlücke nachdenkt und quasi um Hilfe bitte, verweise ich sie an Madame Moneypenny. Wenn ein männlicher Bekannter um Rat bittet, den ich für faul/desinteressiert halte, würde ich ihn an Kommer verweisen. Damit sind die allermeisten, aus meiner Sicht, gut bedient.

    Sollte dann einer mehr wollen aber prinzipiell faul sein, würde ich ihn auf den Gebert-Indikator hinweisen (https://garnixoderguru.com/2017/06/17/alpha-fuer-faule/). Wenn jemand mehr will und nicht so faul ist, dann gibt es den Levermann-Lesebefehl. Wenn das Buch gelesen und verstanden wurde, steige ich dann tiefer in quantitative Strategien ein. Hier wird es dann aber schon schwierig, weil man Geld in die Hand nehmen muss und im Zweifel schon einen eigenen SQL-Server braucht, der einem dann vielleicht sogar selbstgebastelte Fair-Values ausweist.

    Der heilige Gral kommt für mich danach und wurde von Charlie Munger so definiert: „The goal of investment is to find situations where it is safe not to diversify. If you only put 20% into the opportunity of a life-time, you are not being rational. Very seldom do we get to buy as much of any good idea as we would like to.“ (siehe https://garnixoderguru.com/2018/05/18/diversifikation/). Dafür muss man viele, viele, viele Steine umdrehen und sich im Zweifel gegen alles und jeden stellen und einen möglichst stabilen Magen haben.

    Und ob das hier jetzt klappt oder nicht: das alles als Quatsch mit Soße abzutun, finde ich nachvollziehbar.

    Viele Grüße
    Garnix

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  5. Lieber garnix,

    für mich bist du eher Guru. Finde sehr gefallen an deinem Block und habe nach einer groben Schätzung mittlerweile 78% deiner Posts gelesen. Bin der Meinung, dass du den Blog ja nur zum Angeben hast und anonym bist, weil du nicht sicher warst/bist, dass die stock picks aufgehen. Aber du machst das schon richtig – Laserfokus heißt das Stichwort (nicht Leserfokus).
    Passend dazu habe ich gestern übrigens noch zwei schöne Videos vom Florian Homm gesehen:

    Nun meine Frage, die mir auf der Zunge liegt: Wie zur Hölle schaffst du 5K monatliche Sparleistung?

    Viele Grüße
    bemme

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  6. Lieber Bemme,

    die Sparleistung findet gar nicht so linear statt wie im Excel-Sheet angedeutet. Aber dank Job und Nebenjob bleiben etwa 60 – 70 k€ p.a. übrig. Details, Echtnamen und Badehosenvideos gibt es eine Stunde nachdem ich „frei“ bin. Außer ich bin dann aus Versehen so reich, dass mich alle heiraten oder entführen wollen. 🙂

    Ansonsten: ich will hier nix verkaufen und finde es tendenziell sogar problematisch, wenn jemand als Trittbrettfahrer aufsteigt und ein bisschen mitfahren will. Ich kann davor nur warnen. Schöner wenn jeder seine eigenen Hausaufgaben macht.

    Danke für die Videos und viele Grüße
    Garnix

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  7. Darauf les ich gleich mal den 10-K von CTSO (den muss man erstmal finden, in dem SEC-Filings-Link aus deinem Diversifikationsartikel, ich glaub da droppen schon 95%). Aber klasse Inspiration!

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  8. Spannend laut Gebert müsste ich jetzt alles verkaufen. Mindestens bis November.

    Investierst Du danach?

    Zum Thema Immobilienverkauf. Da denke ich auch darüber nach. Objekt ist lastenfrei und steuerfrei veräußerbar. Dürfte 70-80% mehr wert sein als beim Kauf. Nur was mache ich mit der ganzen Kohle?

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  9. Hallo,

    irgendwie muss ich beim Lesen des Blogs an den Film the gambler denken, wo es auch tolle Weisheiten gibt.

    Viele Grüße
    Paul

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  10. Hi, dribbdebach.

    Nein. Ich selbst investiere nicht nach Gebert. Die nächste Renditestufe nach Gebert sind diverse Quant-Strategien, die den Gebert im Backtesting schlagen. Beispiel: https://garnixoderguru.com/2017/12/31/piotroski-kbv-teil-3/ oder mal nach der „NEV“ suchen. Da muss man aber schon ein bisschen tiefer einsteigen und auch ein bisschen Geld mitbringen, um an die Daten zu kommen – da hört es sicher schon auf, massenkompatibel zu sein. Die Stufe nach den Quant-Strategien ist für mich das, was ich gerade mit CTSO versuche: hohe Fokussierung.

    In einer groben Übersicht sehe ich langfristig folgende Renditeerwartungen:
    Kommer / Index-Sparen: 6 – 8 %
    Gebert Börsenindikator: 13 %
    Quant-Strategien: 20 – 60 %
    „Der heilige Gral“ / hohe Fokussierung: x %

    @Immobilien: ich für meinen Teil würde/werde Schulden tilgen, 100 – 150 k€ an Cash für schlechte Zeiten horten um ggf. so um die fünf Jahre „überwintern“ zu können (später mit hoffentlich mehr Masse gerne auch 300 k€ für zehn Jahre) und den Rest investieren.

    Als Tipp, es gibt auf Seeking Alpha spannende geschlossene Benutzergruppen, die alle kostenpflichtig sind – die man aber zumindest mal kostenlos ausprobieren kann – vielleicht interessiert dich auch privat irgendein vermeintlich profitabler Sektor und du testest mal, ob du mit den Inhalten und dem Format zurecht kommst. Beispiel: Biotech – https://www.tipranks.com/bloggers/jonathan-faison

    Falls du Kissig von http://www.intelligent-investieren.net/ noch nicht kennst, der macht auch einen tollen Job mit einer sehr anständigen Performance.

    Viele Grüße
    Garnix

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