Euro-Zukunft

Dr. Markus Krall ist ein schlauer Kopf, der folgende Kausalkette inklusive Timeline für die nähere Euro-Zukunft aufbaut.

  1. Die anhaltend niedrigen Zinsen halten Zombiekredite im Billionenbereich am Laufen
  2. Künstlich verflachte Zinskurven erodieren die Ertragsbasis des Bankensystems
  3. Nach seinen Berechnungen werden ab 2020 Banken vermehrt Eigenkapitaleinbußen hinnehmen müssen
  4. Diese Eigenkapitaleinbußen bei Banken werden dazu führen, dass Kreditvolumina zurückgefahren werden müssen
  5. Mit oder ohne Draghi: die Kreditrationierung wird eine Ausfallwelle der Zombiekredite nach sich ziehen
  6. Diese Ausfallwelle wird potentiell drei Szenarien triggern (siehe Snapshot unten), von denen ich das Szenario „Bankenrettung europäisch“ als das wahrscheinlichste ansehe
  7. Die Folgen müssten sein:
    1. Verstaatlichung und Finanzierung von Bad Banks durch die EZB
    2. Inflationärer Schock
    3. Verlust über Entwertung der nominalen Vermögen

3s

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=joJffgKN0jM

Klingt plausibel. Wenn man sich wie die EZB politischen statt marktwirtschaftlichen Prinzipien unterwirft, kann das immer nur ein Spiel auf Zeit sein. Jetzt müsste irgendeiner mal gegenrechnen, inwieweit uns ein schwacher Euro in Deutschland in so einem Szenario als Exportnation rausreißen kann – aber besonders optimistisch wäre ich da nicht.

Mein Fazit:

  • Die Timeline macht für mich Sinn
  • Ein Großteil meines Vermögens bzw. Depots ist und bleibt außerhalb der EU investiert
  • Ich gehe noch mal „in mich“ und schaue, ob ich mein Haus in den nächsten zwölf Monaten vor größeren Zinsanstiegen nicht doch verkaufe

5 Kommentare zu „Euro-Zukunft“

  1. Moin, Garnix. Wie sieht Dein Notfallplan aus, wenn eines dieser Szenarien denn mal getriggert wird? Irgendwie steht hier, in der rechten Ecke, der „Totalverlust des Deutschen Auslandsvermögens“ dem, in der linken Ecke, „Verlust über Entwertung der nominalen Vermögen“ gegenüber, wobei Du dem Herausforderer aus der linken Ecke die Favoritenrolle zusteckst. Aber wie es auch kommen mag, eine Immobilie scheint mir ungeachtet des Ausgangs doch der krisensicherste Vermögenswert zu sein. Also wieso die Hütte veräußern und ggf. in Form von weiteren CTSO Anteilen der Gefahr des Totalverlustes aussetzen? Ich glaube nämlich nicht, dass der Untergang des Euros ohne Auswirkung auf die übrigen Währungen verläuft. Dafür sind die internationalen Verflechtungen einfach viel zu entwirrbar. Und wenn ich mir alleine die Staatsverschuldung der US ansehe, wird mir ganz übel. Die, und damit vermutlich die meisten anderen Währungen gleich mit, werden direkt mit untergehen. Um in der Metapher zu bleiben, es wird spannend, wenn der Gong (evtl. in Form einer Rezession) ertönt…

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  2. Moin ArtVandely,

    @Immobilien: wenn wir von lustigen Sachen wie Zwangshypotheken mal absehen, gebe ich dir recht. Ich für meinen Teil will mich aus Minimalismusgründen aber ohnehin verkleinern und mich tendenziell von meinem Haus trennen. Das ganze am liebsten zu einem hohen Preis. Die Preise korrelieren für mich mit den Zinsen. Das Zeitfenster für hohe bzw. überhöhte Preise dürfte nach dem im Beitrag geschilderten Szenario in rund 18 Monaten zugehen, wenn die Zinsen steigen.

    @Notfallplan: wenn das Projekt hier klappt, würde ich zu sehr günstigen Konditionen in eine 100 m² Wohnung ziehen und mir für diverse „Expeditionen“ ein Wohnmobil zulegen. Am nächsten Samstag schaue ich mir übrigens die neuen „HYMER Modern Comfort“ an. Habe größte Lust, open end bzw. zehn bis 15 Jahre auf Achse zu sein. Potentiell könnte ich mir auch vorstellen, staatenlos zu werden. Das ist aber ein weites Feld – und ich muss noch viel lesen. Gibt zum Beispiel eine internationale Krankenversicherung für sowas um die 400 Euro pro Monat, mit der man sich in 75 Ländern behandeln lassen kann (u.a. Schweiz). Theoretisch könnte man Depots Richtung USA oder Singapore übertragen. Mastercard dazu und fertig. Was man dann an Sektoren und Währungen im Depot hat, muss man sehen. Alles nur Gedankenspiele. Wie wir ja alle wissen, kommt immer alles ganz anders.

    Viele Grüße
    Garnix

    ps_
    Wie sich bei „The Walking Dead“ gezeigt hat, sind Wohnmobile auch in der Zombie-Apokalypse super praktisch. 🙂

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  3. Hallo Garnix,

    was meinst du mit „Ein Großteil meines Vermögens bzw. Depots ist und bleibt außerhalb der EU investiert“? Ausländische Aktien oder auch gleich ein ausländischer Broker?

    Sehr schöner Blog übrigens. Ich lese ihn seit einiger Zeit sehr gern, weil er so erfrischend anders ist und wünsche dir viel Erfolg bei deiner Strategie.

    Viele Grüße
    Finanzguru41

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  4. Das Video trifft sehr gut meine Aktuelle Meinung.
    Ich habe wenig Geld in Europa. Schon allein wegen der Unternehmerfeindlichen Regulierungen und Gesetzesgebung Intstagrammer sind laut LG Berlin und München Illegal, NetzDG, Dsgvo nur mal um ein paar beispiele mit dem Themenbezug Internet zu nehmen.

    Die Kriese Europas sieht man hier auch schön:
    https://www.mr-market.de/eine-andere-bilanz-des-zustands-europas-7-jahre-nach-der-eurokrise/

    Gruß,
    Pascal

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  5. Hallo Finanzguru41,

    aktuell meine ich in ausländischen Aktien (CTSO) und perspektivisch bei einem ausländischen Broker.

    Viele Grüße
    Garnix

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