Case of the week: Wolken am CTSO-Himmel?

https://literature.cytosorb-therapy.com/infoitem/use-cytosorb-patient-multiple-myeloma-septic-shock-multiple-organ-failure-bacterial-meningitis-aortic-valve-endocarditis?lang=

Im obigen Fall erlag ein 50jähriger Patient den Folgen einer bakteriellen Meningitis und einer Aortenklappenendokarditis nach vier Wochen auf der Intensivstation. In dieser Zeit wurden insgesamt zwei Filter eingesetzt, deren Einsatz aber nach Clotting-/Gerinnungserscheinungen jeweils nach sechs Stunden abgebrochen wurde.

„Bei beiden CytoSorb Behandlungen kam es nach ca 6 Stunden aus unklaren Gründen zu einem Clotting des Systems, das eine Beendigung der CytoSorb Therapie mit Neuaufrüsten des Nierenersatzkreislaufs erforderte. In diesem Zusammenhang zeigte sich ein Abfall des Hb von 8,7 auf 7,9 g/dl und der Thrombozyten von 81 auf 33 Gpt/l“

In der Schlussfolgerung werden hierzu drei Fragen aufgeworfen:

  • Kann das Clotting durch eine Adsorption des Paraproteins erklärt werden (Paraprotein klebt gewissermaßen an den Erythrozyten, deshalb Hb und Tc – Abfall begleitend)?
  • Kann das Phänomen durch einen Handlingfehler erklärt werden?
  • Wäre es sinnvoll gewesen, trotz des Clottings bei diesem Patienten weitere CytoSorb
    Adsorber einzusetzen?

Mir sind leider keine Antworten auf diese Fragen bekannt – jedenfalls gibt Google bzw. die CytoSorb-Literature-Datenbank nichts her. Komisch, dass das vorher noch wohl noch nie Thema war (nach 45.000+ Filtereinsätzen).

Der Rest der Schlussfolgerung klingt besser:

  • Die Verwendung von CytoSorb führte in diesem Fall zu einer deutlichen und stetigen Verbesserung der kritischen Situation des Patienten, hier hauptsächlich durch Dämpfung der systemischen Inflammation und Stabilisierung der Hämodynamik
  • Laut Behandlungsteam hat die Verwendung von CytoSorb rasche und klinisch
    eindeutige Verbesserungen in einer sehr instabilen Situation gebracht, allem voran die hämodynamische Stabilisierung und die rasche Erholung der Nierenfunktion
  • CytoSorb war in diesem Setting einfach anzuwenden und vermittelte eine insgesamt positive Adsorber-Erfahrung, wenngleich die Prognose für den Patienten von Beginn an als äußerst ungünstig einzuschätzen war

Ich habe das Thema „Clotting“ jetzt auf dem Radar und schaue, was sich da tut.

 

 

3 Kommentare zu „Case of the week: Wolken am CTSO-Himmel?“

  1. hi Garnix,
    gerade bei Schwerstkranken können die Filter am Anfang schneller clotten, dann wird bei uns abgerüstet und eben neu aufgerüstet, ich sehe hier kein Problem, ausser dass es eben Arbeit macht und ja, ist so, Geld kostet. Den Abfall des Hb-Gehaltes kann ich mir erklären dass das Blut vermutlich nicht zurückgeführt werden konnte, das lässt sich durch die Gabe von Erythrozytenkonzentrat rasch beheben, der Thrombozytenabfall kann verschiedene Ursachen haben, aber auch das kann man beheben.

    liebe Grüsse
    Annabella

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  2. Liebe Annabella,

    vielen Dank für die Einblicke. Extrem hilfreich für mich/uns! Du hast was gut bei mir 🙂

    Viele Grüße
    Garnix

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  3. hi Guru,
    Clotting ist eben kein Grund zur Sorge, es ist relativ normal am Anfang der Therapie, wir wechseln die Filter am Anfang sowieso 12 stündlich und bei Bedarf eben häufiger.
    Wünsche Dir einen schönen Abend
    Annabella

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