Sparen durch Konsum

In meiner Sparwut quäle ich mich seit Jahren mit 10 GB nicht-LTE-Smartphone-Tarifen durchs Leben. Bin viel unterwegs, und es reicht nie. Der bange Blick auf die Traffic-Statistik ab Mitte des Monats macht mich fertig. Mein bester Freund, der alte Geldausgeber, hat immer mit seinem Magenta XL vor mir herumgewunken. Ich so: „Neee, braucht man nicht. Zur Not halt ein Dual-SIM-Handy und noch mal 10 – 12 GB obendrauf – dann bleibste bei unter 40 Euro im Monat“. Er hat nicht mal von weitem verstanden, wovon ich da so rede.

Meine Suchagenten haben fleißig nach Dual-SIM-Geräten und LTE-Tarifen Ausschau gehalten. Jeden Tag mit x Treffern. Das Thema beschäftigt mich recht intensiv seit zwei Jahren. Ekelhaft, wenn man sich immer wieder um den gleichen Kram kümmern muss und dabei doch 1.000 Kilometer von der idealen Lösung entfernt bleibt.

Vor 30 Minuten habe ich kapituliert und unter dem Magenta-Anschluss der Eltern mit 10 Euro Rabatt den Magenta XL eingekauft. 300 Mbit LTE, alles flat, Kosten 69,95 Euro im Monat. Schön auf die Rechnung der Eltern, denen ich dann hoch und heilig versprechen werden, die Kosten an Weihnachten in 1-Euro-Münzen mit Hundeblick zurückzuzahlen – die ganzen 840 Euro. 🙂

Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, ergibt sich kostenseitig folgendes Bild:

alt:

  • 45 Euro für Internet und Festnetz zu Hause
  • 25 Euro für einen durmeligen 10 GB Smartphone Tarif
  • 15 Euro für einen zusätzlichen 10 GB Datentarif

macht zusammen 85 Euro monatlich.

neu:

  • 69,95 Euro – mit Dackelblick und gutem Timing vielleicht auch 0 Euro.

(Fast) unbezahlbar: ich bin ab sofort datentechnisch überall zu Hause. Das Wohnmobil kann kommen. Und die Suchagenten können mich mal.

10 Kommentare zu „Sparen durch Konsum“

  1. Hallo, Pete.

    Es wäre sehr knapp – aber für einen Handytarif würde es vielleicht auch ohne meine Eltern reichen. Das mit der angebotenen Wohnung bzw. dem Haus ist aber sehr nett und großzügig, das stimmt schon. Die beiden waren übrigens mit 52 und 57 aus eigener Kraft finanziell frei. Geld ist für sie seit knapp 20 Jahren quasi kein Thema mehr: es wird bis zum Ende reichen, zur Not auch mit fünf Krankenschwestern, jeden Tag frischen Brötchen und ein paar Treppenaufzügen auf 350 – 600 m² Wohnfläche – je nach dem, wo sie gerade gerne sind. Gespendet wird auch viel, und ich vermute, dass es nach ihnen ein paar SOS-Kinderhäuser mehr gibt. Die angebotene Wohnung und das Haus stehen übrigens seit Jahren für Gäste oder sie selbst leer. Ob ich von diesem Angebot tatsächlich Gebrauch machen würde, steht übrigens noch auf einem ganz anderen Blatt.

    Die „spannende“ Frage, inwieweit profitiere ich von wohlhabenden Eltern und inwieweit darf und soll man von ihnen profitieren? Ich kenne durchaus Fälle im näheren Umfeld, wo ganze Familien und ziemlich exklusive Fuhrparks auf Taschengeldbasis der Eltern finanziert werden, ohne jemals eigenes Geld verdient zu haben. Finde ich furchtbar – für alle Beteiligten. So ein bisschen Augenhöhe ist da schon gesünder und entspannter. Richtig gruselig wird es, wenn man finanziell auf das Ableben der Eltern spekuliert, weil man es aus eigener Kraft sonst nicht schafft. Das tue ich nicht – schon weil ich alle 15 Minuten enterbt werde und meine Mutter alles und jeden überleben wird.

    Ansonsten: einen kleinen Anteil am Erfolg meiner Eltern habe ich auch – seit über 30 Jahren erledige ich alle geschäftliche Korrespondenz, habe schon viele Anwaltsrechnungen eingespart, bin Haus-, Hof- und Finanzrechner und habe schon viele, viele Tonnen Schutt durch die Gegend getragen bzw. die Mietshäuser der Eltern mitrenoviert und große Teile meiner Schulferien in der elterlichen Firma mitgearbeitet.

    Fazit: ich glaube, dass sich Eltern wünschen, dass ihre Kinder ihren Weg und ihren Platz aus eigener Kraft finden. Wenn dem so ist die Eltern in der Lage sind, ohne sich selbst weh zu tun, hier und da ein „Extra“ einzubauen, passt das glaube ich schon. Ob das intergalaktisch denen gegenüber gerecht ist, die keine wohlhabenden Eltern haben? Kann man diskutieren. Wie siehst du das denn?

    Viele Grüße
    Garnix

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  2. Servus Garnix,

    wie löst Du das denn technisch, dass Du keinen Internetanschluss mehr zu Hause brauchst?
    Über das Smartphone als Hotspot (Nadelöhr)?

    VG
    Alex

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  3. Servux Alex,

    genau. Schön aber auch teuer wäre eine zweite SIM, die man ins Notebook steckt. Peformance muss aber passen. Schauen wir mal, wie viel von den 300 Mbit so übrig bleiben. Bin gespannt.

    Viele Grüße
    Garnix

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  4. Guten Morgen gog,
    schläfst Du eigentlich auch mal? 4.17 UND 7.35, das wäre mir etwas zu hart.
    Also, ich persönlich bin nicht gleich beleidigt, wenn mir jemand Geld oder geldwerte Vorteile offensichtlich ohne Gegenleistung zukommen lassen möchte. Ganz egal, von wem es kommt. Fände ich auch affektiert, so etwas abzulehnen.
    Dass es ungerecht ist, ist keine Frage. Aber dann müsste man auch den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen haben, dass man zufällig in Deutschland geboren wurde und nicht im Kongo, dass die Eltern KEINE Alkoholiker sind, dass man in einem prosperierenden Ballungsraum lebt und nicht in einer menschenleeren AfD-Kolonie, dass man Abi und Studium ermöglicht bekam, uswusf.
    Meine Eltern sind sicherlich nicht so wohlhabend wie Deine, außerdem gibt es noch eine Schar von Geschwistern, aber mein Papa hat sich schon damals immer FF-Blog-konform verhalten, also extrem sparsam gelebt und alles übrige Geld gleich im Aktien- und Anleihenmarkt investiert. Wahrscheinlich damit wir nicht nur auf sein Ableben spekulieren, hat er uns vor 10 Jahren jedem einen schönen finanziellen Startschuss mit auf den Weg gegeben.
    Ohne diese Starthilfe hätte ich jetzt ziemlich sicher nur 1 Haus und nicht 6, aber trotzdem kann ich damit sehr gut leben. Schließlich habe ich selbst auch einiges an Antrieb und Arbeitsleistung eingebracht. Es kommt also immer darauf an, was man daraus macht, denke ich. Wenn man selbst so gar nichts hinbringt, ist übrigens auch ein kleines Vermögen schnell verjuxt.
    Tatsache ist, dass ziemlich viele erben, und dass dies z.B. auch die Immobilienpreise beeinflusst. Wenn nichts vererbt werden dürfte, alle also ihr Häuschen nur aus Arbeitseinkommen finanzieren müssten, wäre eine Bude wie Deine wahrscheinlich 100-200 k€ niedriger im Wert.
    Trotzdem oder gerade deshalb habe ich großen Respekt vor Leuten wie Tom Koenigs, die ihr Millionenerbe ablehnen, verschenken oder spenden. Muss ja nicht an den Vietcong gehen…

    Gruß vom häßlichen Entlein

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  5. Irgendwie hab ich das Gefuehl hier als Gen-Y’ler etwas den Altersdurchschnitt zu verwaessern … aber egal 😉
    Ich schliesse mich dem Vorredner an, ich denke es bringt definitiv einen gro-en Vorteil mit sich wenn man in einer Wohlhabendere Familie „startet“. Sehe das am Beispiel meiner Frau ganz gut, die musste ein leeres Konto am Monatsende nie erleben und ist glaube ich manchmal sehr viel lockerer was Entscheidungen angeht als ich. Nicht das ich mich ueber meine Jugend beschweren kann, aber Wunsch – Uni in den USA fuer meinen Beruf ging damals nicht.
    Ich fuer meinen Teil bin froh das es alles so lief, sonst haette ich wohl nicht den riesen Dickkopf und den Frust ueber meine jugendliche/schulische Faulheit entwickelt der mich tagtaeglich antreibt.
    Was man als Deutscher/Europaer (und da gebe ich der Ente 100% recht) sehr schnell vergisst ist, wie sehr von Vorteil unsere Nationalitaet ist. Ich merke das hier leider recht oft, da wird die Person vor mir (South East Asia) bei Behoerden etc. angebruellt, 10 Sekunden spaeter werde ich dann mit einem Laecheln und Handschlag an den Express Schalter weitergeleitet. Wobei die es dann auch noch gut haben… im Vergleich zu den 12 jaehrigen Kids in Afrika die auf Skateboars sitzend (Polio …) tagtaeglich auf Kreuzungen nach ein paar Muenzen betteln… oder oder….
    Was ich aufjedenfall fuer mich beschlossen habe ist meinen Kindern schon frueh Finanzielles Wissen weiterzugeben.
    Ich finde das macht zum Beispiel einen riesengro-en Unterschied. Mir das alles Mitte 20 selber anzueignen …. viele Jahre verlorene Rendite 😉 ; immerhin hol ich das dank Wohnsitz im Ausland und 0 Steuern vllt etwas schneller auf (wurde mir bei dem vorherigen Beitrag und 50k Steuern erst wieder bewusst)
    last but not least…. troeste dich… ich druecke jeden Monat knapp 100 Euro fuer Internet ab … gesunden Wettbewerb gibt es hier in der Wueste leider nicht…
    LG
    Alex

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  6. Hi Garnix,

    ich bin bisher stiller Mitleser des Blogs und finde ihn suuuper. Bei diesem Beitrag kam mir dann spontan die Frage auf – wie wäre wohl dein Leben in einem H4 Haushalt, bei sozial Benachteiligten etc bisher verlaufen!?
    Komplett unterschiedlich und im Bezug auf die eigenen Finanzen bzw Dein Anlageverhalten vermutlich auch!!?
    Überspitzt gesagt, würdest Du mit den Hebelchen und der „Munition“ so umgehen, wenn Du nicht wüßtest: Im worst case ist da Mama und Papa – bißchen Trändendrüse – „mein ganzes Geld ist weg, was soll ich machen, die waren alle böse“ und gut ist.
    Das soll jetzt kein Vorwurf sein, im Gegenteil, ich finde Deine Story super interessant und sehe es ähnlich wie die Ente oder Alex oben schreiben. Als jemand der diesen Background nicht hat und leider auch erst Mitte 30 so schlau war sich mit dem investieren richtig auseinanderzusetzen, habe ich da vermutlich einen anderen Blickwinkel – was ja aber auch ok ist.
    GO ON!!!!

    Pete

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  7. Guten Abend, duckly.

    Das ist mit dem Schlaf ist so ein besonderes Thema. Mehr als vier Stunden sind es selten – oft weniger. Dafür hat niemand so schöne Ringe unter den Augen.
    Die Tom Koenigs Geschichte hat mich damals auch sehr beschäftigt. Waren, glaube ich, über 30 Mio DM. Lustig dass er später Stadtkämmerer wurde.
    Glückwunsch noch mal zu deinen ganzen Häusern! Ansonsten unterschreibe ich dir alles, was du da schreibst. Ich glaube auch, dass unsere Gesellschaft durchlässig genug ist und sich Begabung eher als in anderen Ländern durchsetzen kann. Habe kürzlich mit einer amerikanischen Kollegin gesprochen, die gerade 40.000 Dollar pro Jahr für die Uni-Ausbildung ihrer Tochter zahlt. Das haut schon rein. Die wollte mir kaum glauben, dass die Unis bei uns quasi kostenfrei sind.

    Viele Grüße
    Garnix

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  8. Hallo Alex,

    als ich klein und mein größter Wunsch auf der Welt eine Carerra-Bahn zu Weihnachten war, nahm mich meine Mutter zur Seite und erklärte mir, dass es geschäftlich und finanziell ultramies läuft, dass sie sich größte Sorgen macht und ich mir solche Riesengeschenke besser schnell aus dem Kopf schlagen soll. Das saß. Ich fühlte mich sehr schuldig und träumte davon, dass wir bald alle verhungern. Tatsächlich hatte mich meine Mutter nur verarscht. Carerra-Bahn gab’s dann doch. Aber so richtig Bock drauf hatte ich dann nicht mehr. 🙂

    Ich habe und würde meine Eltern übrigens niiiiiiiiiieeee anpumpen. Gar niiiiieeee. Eher zwei Nieren verkaufen! Dass ich hier und da was geschenkt bekomme, geht für mich klar – aber das geht nicht von mir aus und fließt mehr oder weniger direkt an meine Tochter weiter.

    Viele Grüße an den Rufer aus der Wüste,
    Garnix

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  9. Hallo, Pete.

    Für fünf Euro und ein Spaghetti-Eis können wir die Eltern gerne tauschen. Und Geld und Eis kommen von mir. Ich glaube keine Sekunde, dass der Kern von irgendwas wichtigem oder gutem materieller Art ist. Ich hatte größtenteils eine beschissene Kindheit. Mit fünf bin ich regelmäßig abgehauen. Mit neun habe ich meinen Vater zum ersten Mal angefleht, in ein Internat gehen zu dürfen. Als er abgelehnt hat, dachte ich, dass das vielleicht zu teuer sei und habe ihn postwendend gefragt, ob er mich denn dann in ein Kinderheim bringen könnte.

    So viel zum Thema reiche Eltern und Startvorteile. 🙂

    Schönen Abend,
    Garnix

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