Freiheit des Handelns

Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt?“ (Jonathan Swift) 

Sorry für die dämlich-doppeldeutige Benutzung des Wortes „Handeln“. 🙂

Seit ich ein paar Kollegen davon erzählt habe, dass ich eventuell mein Haus verkaufe, scharren die mit den Füßen und überbieten sich mit Kaufangeboten. Wenn ich die Lage richtig überblicke, könnten rund 500.000 Euro drin sein.

Mit allem drum und dran ergäbe das einen Networth von ca. 785.000 Euro. Macht bei einer Entnahme von 3 – 4 % einen Betrag von 23.550 bis 31.400 Euro pro Jahr. Meine Eltern haben mir in einem Mietshaus kostenlos ein 100 m² Penthouse angeboten – ein bisschen in der Pampa aber mit Dachterrasse und allem, was man so braucht. Freundin und Tochter wären fahrtechnisch 30 Minuten weiter weg. Alternativ könnte ich auch ein 120 m² Häusschen mit 4.000 m² Garten am Waldrand bewohnen. Bei der anfallenden Gartenarbeit wäre ich in nullkommagarnix wieder in Form. Aber vor allem könnte ich 20 Stunden am Tag lesen und endlich ordentlich recherchieren und plausible Investmentstrategien austüfteln.

In Wahrheit bin ich aber einfach nur angespannt – fast paralysiert. Irgendwas stimmt nicht. Bin nur gerade zu doof, herauszufinden, was es ist.

11 Kommentare zu „Freiheit des Handelns“

  1. Danke für das Angebot! Muss erstmal mit mir selbst in Klausur gehen. Habe schon ein paar neue Excel-Sheets aufgemacht, um das Thema von allen Seiten zu betrachten. 🙂

    Gibt ja gottseidank schlimmere Probleme, als den genauen Zeitpunkt für die Kündigung festzulegen.

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  2. Ein ehemaliger Kollege hatte seine Kündigung immer fertig als Vorlage .. seine erste Amtshandlung am Morgen: Das Datum auf den aktuellen Tag anpassen. Er hat dreimal gekündigt .. und dreimal haben sie ihn wieder rausgequatscht .. er ist immer noch dort.

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  3. Why not? Ich liebe mein Haus wirklich sehr. Habe 8 Jahre lang nach einem Grundstück direkt am Park gesucht, dann alles mit meinem Schwager (Architekt) in ziemlicher Akribie durchgeplant. Einiges an Eigenleistung hineingesteckt und bin belohnt worden mit einem einmaligen Objekt. Alle die es gesehen haben würden es sofort kaufen. Und wenn mir jemals irgendwer den richtigen Preis nennen würde, dann würde ich nicht länger als 10 Minuten zucken. Du musst wissen ob 500K für Dich OK sind oder ob Deine Hütte einen höheren Wert hat. Unschlagbar ist natürlich Deine Möglichkeit danach kostenlos zu Wohnen. Dieses Privileg hätte ich leider nicht. Möglicherweise wäre ich aber auch deshalb entscheidungsfreudiger weil ich (richtiger Preis vorausgesetzt) ganz sicher schlagartig und sofort finanziell frei wäre und in diesem Fall deutliche Kompromisse meiner Wohnsituation einzugehen bereit wäre.

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  4. @Matthias: gefällt mir, die Idee. 🙂

    @Doc: Glückwunsch zum tollen Haus. Ich sehe meine alte Bude eher bei 375 k€. Die 500 k€ hätte ich nur den Zinsen zu verdanken. Seit ich mit diesem Wohnmobil unterwegs war, steht für mich fest, dass ich für mich alleine keine 150 m² brauche. In den 500 m² Garten gehe ich eigentlich auch nur, wenn ich muss und meistens mit Motorsäge, um den ganzen Kram wieder wegzusägen, der da so vor sich hinwächst. Früher hatte ich da noch eine Hängematte, den unvermeidlichen Weber-Grill und Gedöns. Geht mir alles nur noch auf den Sack. Wenn man kein Personal beschäftigen und den ganzen Quatsch selber machen will, ist das der größte Zeitfresser überhaupt. Nestbau liegt wohl hinter mir. Oder ich habe nur eine Phase, finde Häuser in sechs Monaten wieder toll, bekomme nie mehr so ein Haus und beiße mir dann sonstwohin. Eins von beiden. 🙂

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  5. Halbe Million für ’ne Bude im Frankfurter Raum sollte derzeit wirklich kein Problem sein. Das Angebot Deiner Alten klingt auch super, würde ich wohl annehmen. Darfst Dich dann natürlich nicht mehr mit Deiner Mutter zoffen…
    Aaaber: So gut ich Deine Motivation verstehe, bin genauso alt wie Du und habe selbst vor ein paar Wochen meinen Job final gekündigt, würde ich Dir nicht dazu raten wollen. Die Blogadresse ist bei Dir echt Programm, da hatte der Lehrer Hochadel recht! Das macht den Blog zwar zum für mich kurzweiligsten der FF-Szene, kann aber ordentlich in die Buxe gehen. Wenn Du es so durchziehst, wie im Artikel angedeutet, müsstest Du in Zukunft die Finger ganz stillhalten. Nicht beim Schreiben des Blogs, hoffentlich, aber beim Rumzocken. Und das kann ich mir zumindest bei Deiner Selbstdarstellung hier einfach nicht vorstellen. Freiheit kann auch ganz schön langweilig sein 🙂

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  6. Hallo ugly duckly,

    a) gute Zusammenfassung,
    b) kannst du mir und uns bitte schreiben, wie du es geschafft hast?
    c) danke für die kurzweiligen Blumen,
    d) Langeweile kenne ich eher von der Arbeit, wenn nix voran geht – privat reicht ein Notebook und ein bisschen Internet, um mich bis zum Anschlag in irgendwas zu vertiefen

    Viele Grüße
    Garnix

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  7. a) Danke, war Dir sicherlich nix Neues, schon klar.
    b) Mit Immobilien. Bin aber auch Architekt, lag nahe.
    c) Gerne. Lob kost‘ ja nix.
    d) Glaub ich gern, aber „irgendwas“ wären dann keine Börsenspielereien mehr, denn die Kohle müsstest Du eben ganz langweilig anlegen.
    Und worüber würdest du dann hier schreiben?

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  8. Hallo gog,
    das Kohle langweilig anlegen will gelernt sein. Ich war auch 20 Jahre hoch spekulativ unterwegs,
    Dotcom, Biotech, Gold, Öl und noch vieles mehr, einiges ist schiefgegangen, aber überwiegend hat es hingehauen, wenn auch manchmal als Achterbahnfahrt. Seit 5 Jahren habe ich langsam auf langweilig umgestellt, bin jetzt bei 90% langweilig angekommen, und ich kann sagen, es ist wirklich langweilig und mental gar nicht so einfach, aber mir geht beruflich langsam die Luft aus, bin jetzt 51 und die Jahre werden kostbar, und ich will meine FF nicht mehr verlieren.
    10% habe ich noch zum Zocken behalten, mit ein kleinen Teil bin ich auch in Deiner Hoffnungsaktie.
    Allerdings habe meine beiden selbstgenutzten Immobilien dort immer rausgehalten, und bis jetzt noch einen Job der 200% meiner Ausgaben deckt, also die berühmte 50% Sparquote von Gehalt.
    Diesen Weg wirst Du noch gehen müssen, wenn es funktionieren soll
    mit der Freiheit 52.
    Vielleicht solltest Du dir zu gegebener Zeit einen Vermögensverwalter suchen oder einen robo, als Schutz gegen das Zockergen, sonst sehe ich das wie
    Ugly Duckly, man muss auch die Finger still halten können, irgendwann ist man zu alt um nochmal bei Null wieder zu starten.
    Ich würde das Haus erstmal behalten, und den eingeschlagen Weg mit Sparleistung und Zock noch ein paar Jahre weitergehen und versuchen, die FF52 ohne Hausverkauf zu erreichen, das Haus einfach vergessen, und nicht mehr in den NAV einrechnen.

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  9. @ugly duckly + langweilig anlegen: nur weil das in der Trinity Study steht, muss das ja nicht jeder so machen. Wenn ich CTSO heute verkauft hätte, müsste ich über 50 k€ an Steuern zahlen. Dazu bin ich psychisch, physisch und religiös gar nicht in der Lage, ohne vorher nach Österreich umzuziehen oder staatenlos zu werden. 🙂

    @Ulrich: danke für die Einblicke und die Offenheit. Die von dir beschriebene Umstellung hört sich wenig sexy an. Wird schwierig. Habe den letzten Abend mit einem Freund Baujahr 1950 verbracht, der sich vor vielen Jahren mit Brady-Bonds saniert hat und aktuell für rund eine Million US-Dollar in CTSO investiert ist – bisschen später als ich aber inzwischen auch mit 200 k€ im Plus. Wir sind hart im Nehmen. Vor ein paar Jahren haben wir während eines gemeinsamen Sushi-Essens unseren höchsten Tagesverlust im gleichen Wert eingefahren: waren zusammen so 250 k€. Bisschen Schwund ist ja immer, und das Sushi hat trotzdem geschmeckt.

    Hatte ich übrigens erwähnt, dass CTSO Year-Over-Year aktuell mit mutmaßlich mehr als 70 % wächst und eine Gross Margin von mehr als 80 % hat? Ich habe schon deutlich doofere Sachen gemacht.

    Danke euch trotzdem für die Sorge und Anteilnahme! Kommt alles mit in die „Klausur“.

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  10. Haha, Staatenlosigkeit und Atheismus befreien nicht von Steuerschuld, fürchte ich.
    Aber egal, wir wollten ja nur unseren Leserpflichten genügen, was hiermit erledigt ist.
    Dass Ulrich Dir empfiehlt, das Haus aus Deinen Überlegungen ganz raus zu halten, zielt wohl auch nur darauf ab, Dich vor einem Totalverlust zu bewahren, denke ich.
    Ansonsten bremst es Dich ganz schön aus auf Deinem Weg zur FF. Allein die Kapitalerträge aus ’ner halben Million auf Deinem 6-Jahres-Trip sind schon rund 200 k€. Von Wasserschäden, Rollrasen und anderem Kack gar nicht zu reden, das geht auch danach noch weiter. Selbst in Deinem Turbotempo kostet Dich die Bude mindestens 2 Jahre Deines Privatierlebens.

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