Gehirnwäsche

In meinen Zwanzigern war es schlicht undenkbar, aus der Stadt wegzuziehen. Ich hatte die perfekte Stadtwohnung: Skylineblick, drei Zimmer, 80 m² – mitten im Stadtzentrum. Harte Gegend. Nachts fielen öfter mal Schüsse. Und der Höhepunkt: ich bin morgens auf dem Weg zum türkischen Gemüsehändler mal über eine Leiche gestiegen, ohne die Blutlache überhaupt wahrzunehmen. Unter den Fensterbänken am Altbau gegenüber versteckten Drogenhändler ihre Ware. War mir aber alles recht. Ich konnte überall mit meinem Stevens Cityflyer in fünf Minuten hinradeln. Und wenn irgendwer Angst haben musste, dann eher die anderen.

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Arschgeficktes Gummientchen

Das „arschgefickte Gummientchen“ stammt vom neunjährigen Sohn meiner Freundin bzw. von seinem Montessori-Schulhof. Klingt gut – aber wie wird jetzt eine Geschichte draus? Ah. Kein Problem.

Vor ein paar Jahren bat ich meine Chefs um ein Teammeeting.

Garnix: „Wir haben das Gefühl, dass die Firma hier zugemacht wird und wären sehr dankbar, wenn ihr so fair sein könntet, uns die Wahrheit über die Pläne der Geschäftsführung zu sagen.“

Chefs: „Ihr müsst euch NULL Sorgen machen. Wie kommt ihr nur auf so was? Es ist alles in bester Ordnung.“

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Mein Weg zum Investor

So ganz genau kann ich meinen Weg zum Investor gar nicht mehr aufdröseln. Aber so ungefähr müsste es passen.

1972
Auf den Tag genau 223 Jahre nach Goethe, dem man posthum einen IQ von über 200 bescheinigt, wird Garnix geboren. Ein gutes Omen?

 

1984
Ich lese das Manager Magazin und verkünde, dass ich mit 40 Jahren 40 Millionen Mark auf dem Konto haben werde. Wahrscheinlich habe ich zu heiß gebadet oder bin irgendwann ein- oder zweimal vom Wickeltisch gefallen.

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Sepsis

Seit zwei Tagen komme ich nicht darüber weg, wie man als vermeintlich gut vernetzter Professor der Medizin und Intensivmedizin-Experte derart uninformiert sein kann:

https://www.yahoo.com/news/opinion-current-efforts-fight-sepsis-084005310.html

Krasse Nummer. Auf die Mails meiner Freundin an ihre Ärzte-Bekannten in Bezug auf Cytosorbents hat eine Ärztin innerhalb von zwei Minuten mit „Lass die Finger weg!“ geantwortet. Aktien seien des Teufels und von dem Filter hätte sie noch nie gehört.