Sharc: „The easiest sell I ever had“

Mein zweitgrößtes Investment: Sharc Energy Systems. Aktuelle Marktkapitalisierung bei rund 7,5 Mio Euro. Zusammen mit Tina (aka „There is no alternative“) gehören uns gut 1% der Firma. Der CEO, Lynn Mueller, hat drei Töchter, die bei ihm zu Hause mehr oder weniger den ganzen Tag duschen und Abwasser produzieren. Warmes oder gar heißes Abwasser aus Wasserhähnen, Duschen, Badewannen, Waschmaschinen oder Geschirrspülern ist wertvolle Energie, dachte sich der Kollege. Bisschen Vorerfahrung hat Lynn Mueller auch: etwa 25 Jahre als Chef einer Firma, die geothermische Pumpen herstellt. Trackrecord geht auch: Aktienkurs seiner alten Firma seinerzeit von 0,30 $ auf 30 $ gesteigert.

Also gründet er auf die alten Tage noch mal eine Firma und tüftelt ein halbwegs wartungsfreundliches und patentiertes System aus, das „Feststoffe“ (= Papier, Haare, Kacke usw.) aus dem Abwasser filtert und die Energie aus dem warmen Wasser mit höchster Effizienz zurückgewinnt. Referenzanlagen werden gebaut. Seine Kunden können wählen, ob sie eine seiner Anlagen („Sharc“ für große Abwassermengen oder „Piranha“ für Abwassermengen ab 25 Wohneinheiten) kaufen wollen und sich über eine Amortisierungszeit von lediglich zwei bis fünf Jahren freuen sollen oder: Lynn kommt vorbei, baut ihnen auf eigene Kosten eine Anlage hin und verkauft den Kunden die rückgewonnene Energie aus dem Abwasser über 20 Jahre mit deutlichem Rabatt auf die örtlichen Energiereferenzpreise. Die Geschichte ist nicht nur ökologisch ein Kracher sondern auch finanziell.

Wenn man das nachfolgende Video schaut und Lynn glauben will, was er ab 08.13 Minuten sagt, dann wird Sharc für 2017 einen Umsatz zwischen 11 – 12 Mio CAD und einen Net Profit von 3 – 4 Mio CAD einfahren.

Wenn man sich dann noch ein bisschen einliest und befindet, dass da eine gigantische Nachfrage bestehen müsste und 30 % Umsatzwachstum p.a. unterstellt, könnte man folgende Projektion aufbauen:

sharc_projektion

Hinweis: Lynn spricht im Interview von 11 – 12 Mio CAD für 2017 an „Revenue Stream“. Für mich ist nicht ganz eindeutig, was er damit meint. Zur Erklärung: sagen wir, ich bin potentieller Sharc-Kunde und habe Energiekosten von ca. 40.000 CAD pro Jahr. Ich rufe Lynn an, schließe einen Energieliefervertrag und kaufe ihm 20 Jahre lang für ca. 30.000 CAD pro Jahr die zurückgewonnene Energie ab (ohne je Anschaffungs- oder Wartungskosten zu bezahlen), dann macht Lynn ganz grob 20 Jahre x 30.000 CAD = 600.000 CAD Umsatz mit einer Sharc-Anlage (alles Zahlen aus Dokumenten auf der Sharc-Website). Ich nehme schon an, dass das hochprofitabel ist – aber um in 2017 12 Mio CAD an Umsatz generiert zu haben, hätte er 12.000.000 / 30.000 CAD = 400 Sharc-Anlagen bauen und installieren müssen. Wie viele seiner Kunden sich für welchen Vertrag – Kauf oder Energielieferung – entscheiden, keine Ahnung. Wenn sich die Mehrzahl der Kunden für die Energielieferung entschieden haben, wird er das trotz einiger Skalierungseffekte durch Lizenznehmer und durch die Zusammenarbeit mit Energieanlagenbauern vor Ort meines Erachtens kaum geschafft haben. Wie hoch die Kaufpreise für eine Anlage sind oder wie hoch sein Cut bei den Lizenznehmern ist, weiß ich leider (noch) nicht.

Sagen wir aber für den Moment er hat es geschafft: dann sehe ich hier entsprechend der Kursprojektion einen Aktienkurs von rund 0,80 Euro und damit ein Kurspotential von 170 % zum aktuellen Kurs.

Chance-Risiko-Verhältnis sehe ich ganz positiv. Offensichtlich haben wir es hier nicht mit einem Garagenbastler zu tun, sondern mit einem Mann, der weiß, wie es geht.

Ansonsten gilt wie immer: wer den Quatsch glaubt, ist selber schuld. 🙂

2 Kommentare zu „Sharc: „The easiest sell I ever had““

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