Zu 83 % glücklich

Das behaupten jedenfalls diese Daten hier:

glueck

Zur Erinnerung: alles ab 80 % betrachte ich als unkritisch. Die beiden kritischsten Punkte sind demnach meine Eltern und mein Freiheitsgefühl. Das mit den Eltern ist und bleibt schwierig. Meine Mutter und ich sind ein schwerer Fall. Bin nicht sicher, ob wir noch die Kurve bekommen.

Was das Freiheitsgefühl betrifft: geht schon, obwohl meine Agenda schweinevoll ist. Krasses Pensum und keine Zeit für nix. Immer vollgas, wenig Schlaf und durchgehend Kopfschmerzen. Mitte März könnte es besser werden. Bin dann auch eine Woche in Irland und eine Woche in Italien.

Beruf bei 81 %. War schon viel schlimmer. Ich hatte im Oktober ein tiefes Tief. In Wahrheit liegt ja immer alles an einem selbst. Habe ein bisschen an meiner Einstellung geschraubt und mit den engsten Kollegen eine Kasse aufgestellt, in die man Geld werfen muss, sobald man irgendwas negatives über irgendwen sagt. Ging nicht mehr anders. Ich selbst habe den ganzen Tag nur noch geschimpft und mich damit quasi selbst vergiftet.

Diese Woche besucht mich noch der Oberoberchef in meinem Büro. Ich werde meinen Beamer anwerfen und hoffentlich ein paar Karnickel aus dem Hut zaubern. Gegen sein Pensum ist meins Kindergeburtstag. Insgeheim habe ich mir immer gewünscht, dass er irgendwann bei mir auftaucht und quasi um Hilfe bittet. Bin ja auch nur ein geltungssüchtiger Oberhansi.

Vor vier Wochen sind wir uns zufällig abends in einem Flieger begegnet. Meine Sitzreihe war leer, ich hatte Kopfhörer auf und trommelte zu irgendwas mit, als er neben mir Platz nahm. Wenn ich geschäftlich irgendwohin muss, reise ich nach Möglichkeit immer am Vorabend an – mit Kleidersack und am liebsten seeeehr casual. War lustig.

Er hat mich in Bezug auf ein paar Probleme nach meiner Meinung gefragt. War ein offenes und konstruktives Gespräch. War gut.

Drei Monate vorher hatte ich präventiv mit einem Freund von mir, der früher als Berater nirgendwo für weniger als 2.000 Euro aufgetaucht und schon länger finanziell frei ist, zwei Stunden intensiv über ein massives Problem des Oberoberchefs gesprochen. Der Freund sagte schließlich: faß das nicht an, renn weg, duck dich, bringt nix.

Drei Tage später hatte ich doch eine Lösung. Sehr stringent, logisch, effizient und brachial. Ich rief den Freund wieder an, der meine Lösung verstand und bestätigte: „Scheißenochmal, ja, das würde klappen.“

Zurück im Flieger.

Chefchef: „Was würdest du machen?“
Garnix: „Weiß nicht, was du hören willst. Weitermurksenparolen oder die Wahrheit?“
Chefchef: „Einmal die Wahrheit, bitte.“
Garnix: „Habe ich dir per Mail von drei Monaten geschickt. Bisschen massiv und invasiv – aber ich habe das mit dem [Ex-Berater] durchgekaut. Geht nicht anders.“

Der Chefchef kennt und schätzt meinen Berater-Freund und schließt messerscharf, dass ich vielleicht doch nicht sooo doof bin, wenn mit solchen Leuten abhänge. Wenn er wüsste, dass mir der Berater-Freund jede seiner drei Töchter zur Heirat angeboten hat und mir spätestens alle zwei Wochen eine Suppe kocht oder Bratkartoffeln macht.

Unterm Strich: alles nur Eierkopf-Tüdelfitz. Aber wenigstens sind die Bratkartoffeln immer ganz gut.

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