Vermögenswirksame Leistungen ohne Umwege

Wie ich aus meinem Bekanntenkreis und von ein paar Personalern weiß, ist das Wissen darüber, dass man sich seine VL vom Arbeitgeber direkt auf sein Girokonto überweisen lassen kann, nur wenig verbreitet. Deshalb hier die notwendigen Angaben, um die Personalabteilung abzuholen.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Verweis auf das

Fünfte Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (Fünftes Vermögensbildungsgesetz – 5. VermBG), § 3 Vermögenswirksame Leistungen für Angehörige, Überweisung durch den Arbeitgeber, Kennzeichnungs-, Bestätigungs- und Mitteilungspflichten,

(3) Für eine vom Arbeitnehmer gewählte Anlage nach § 2 Abs. 1 Nr. 5 hat der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers die vermögenswirksamen Leistungen an den Arbeitnehmer zu überweisen, wenn dieser dem Arbeitgeber eine schriftliche Bestätigung seines Gläubigers vorgelegt hat, daß die Anlage bei ihm die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 Nr. 5 erfüllt; Absatz 2 gilt in diesem Falle nicht. Der Arbeitgeber hat die Richtigkeit der Bestätigung nicht zu prüfen.

schicke ich Ihnen in der Anlage eine Gläubigerbestätigung bzw. einen Kontoauszug aus meinem laufenden Darlehen gemäß

§ 2 Vermögenswirksame Leistungen, Anlageformen
(1) Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt

5. als Aufwendungen des Arbeitnehmers

a) zum Bau, zum Erwerb, zum Ausbau oder zur Erweiterung eines im Inland belegenen Wohngebäudes oder einer im Inland belegenen Eigentumswohnung,
b) zum Erwerb eines Dauerwohnrechts im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes an einer im Inland belegenen Wohnung,
c) zum Erwerb eines im Inland belegenen Grundstücks zum Zwecke des Wohnungsbaus oder
d) zur Erfüllung von Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit den in den Buchstaben a bis c bezeichneten Vorhaben eingegangen sind,
und möchte Sie hiermit bitten, mir die Vermögenswirksamen Leistungen zukünftig direkt auf die bekannte Bankverbindung zu überweisen.
Vielen Dank und viele Grüße,
Schlaumeier No. 1″
Klappt. Erhöht die monatliche Liquidität und erspart einem dämliche VL-Verträge.

4 Kommentare zu „Vermögenswirksame Leistungen ohne Umwege“

  1. Genial. Schade dass ich selbständiger Einzelunternehmer bin und ich das für mich selber nicht nutzen kann. Werde diese Vorgehensweise jedoch zwei meiner Mitarbeiter vorschlagen, die ebenfalls noch Wohneigentum abzahlen. Ist ja auch für meine Buchhaltung einfacher.

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  2. Freuen sich bestimmt, die Mitarbeiter.

    Falls einer ein Kind in der „Kita“ hat, könntet ihr euch das mal überlegen:

    „Kita-Zuschuss für mehr Gehalt: Wie Arbeitgeber und Eltern profitieren
    Der Gesetzgeber schafft durch § 3 Nr. 33 EStG die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Zuschüsse zur Kinderbetreuung bezahlt, ohne hierfür Sozialversicherungsbeiträge oder Lohnsteuer abführen zu müssen. Davon profitieren Arbeitgeber und Eltern gleichermaßen.
    Vorteile für Arbeitgeber und Eltern: Die Vorteile für die Eltern liegen auf der Hand: Erhalten sie einen Zuschuss zu ihren Kinderbetreuungskosten, fällt ihnen die Finanzierung der Betreuung ihrer Kinder während der Arbeitszeiten deutlich leichter. Doch Vorsicht: Sie sollten sich nicht darauf einlassen, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten und stattdessen den Kita-Zuschuss zu nutzen. Es handelt sich dabei nämlich um eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers. Streicht er sie später wieder, bleibt nur noch der niedrigere Lohn zurück. Der Kita-Zuschuss sollte also stets zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden – beispielsweise anstelle einer ohnehin längst fälligen Gehaltserhöhung.

    Der Arbeitgeber hingegen spart die Sozialversicherungsbeiträge ein, die er für eine entsprechende Gehaltserhöhung zahlen müsste. Zusätzlich kann die Übernahme der Kosten dazu führen, dass Mütter früher aus der Elternzeit zurückkehren und dank einer besseren Betreuung flexibler arbeiten können.

    Ausgestaltung des Kita-Zuschusses in der Praxis: Für welche Art von Betreuung der Zuschuss gezahlt wird, spielt für den Gesetzgeber keine Rolle. So ist die Betreuung durch eine Tagesmutter ebenso möglich wie durch eine Kindertagesstätte, einen Hort oder sogar die Betreuung durch einen Familienangehörigen. Entscheidend ist lediglich, dass die anfallenden Kosten nachgewiesen werden können, also über eine monatliche Rechnung sowie die zugehörigen Kontoauszüge, aus denen die Zahlungen hervorgehen.

    Eine Höchstgrenze für den Kita-Zuschuss gibt es nicht – ob pro Monat 100 Euro oder 500 Euro erstattet werden, spielt keine Rolle. Die Kosten können allerdings nur ohne Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge bezuschusst werden, wenn es sich um ein nicht-schulpflichtiges Kind handelt. Ab der Einschulung kann der Arbeitgeber den Zuschuss zwar weiter bezahlen (z. B. für eine Mittagsbetreuung), aber Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden dann fällig.

    Wichtig ist außerdem, dass nur die tatsächlichen Betreuungskosten erstattet werden. Zusätzliche Kosten, beispielsweise für einen speziellen Förderunterricht, dürfen nicht steuer- und sozialversicherungsfrei bezuschusst werden.

    Übrigens sind auch monatlich schwankende Kosten, wie sie beispielsweise bei einer wechselnden Betreuung durch eine Tagesmutter anfallen, kein Problem. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können auf Basis der bisherigen Durchschnittskosten eine Pauschale aushandeln und diese als Basis für den Kita-Zuschuss verwenden. Sollten die tatsächlichen Kosten am Ende doch höher gewesen sein, kann der Arbeitnehmer den verbleibenden Betrag immer noch im Rahmen der Steuererklärung geltend machen.“

    https://www.lohndirekt.de/lohnupdate/kita-zuschuss-arbeitgeber-eltern-profitieren-4382.html

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  3. Hallo Garnix,
    als ich das über die VL-Leistungen las, fand ich das super und bin mal flugs damit in die Personalabteilung marschiert. Nachdem der Personaler mit Lachen fertig war, erklärte er mir, das er das noch nie gehört habe und das es auch nur für Tarifangestellte gilt. Ich aber sei ja ein Teil einer besonders edlen Gattung, nämlich der ATs und daher gibt es für solche schon mal mal = garnix. Weder reguläre VL, geschweige denn so eine Lösung. Schade, aber der Versuch war es auf jeden Fall wert.
    Viele Grüße von Anne

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  4. Hallo Anne,

    wenn ich dich richtig verstehe, hast du von deinem jetzigen Arbeitgeber noch nie VL bekommen, weil du ATler bist?
    Dann würde ich sagen, hast du Pech gehabt, weil die VL eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers ist.

    In meinem Unternehmen bekommen alle – Tarif oder AT-Angestellter – die VL. In meinem Beitrag habe ich vorausgesetzt, dass jemand eine VL bekommt und ein Immobiliendarlehen für eine selbstbenutzte Immobilie hat, das er noch abzahlt. Genau in diesem Fall könnte man sich das Geld dann auch direkt auszahlen lassen – die Gesetze unterscheiden hier nicht zwischen Tarif und AT-Angestellten, beide hätten Anspruch darauf.

    Aber ausgelacht wurde ich zunächst auch. So gut wie kein Personaler weiß davon. Die haben sich erstmal beim Rechtsanwalt erkundigt. Der Personalchef rief mich seinerzeit an und bat mich, es bloß keinem weiterzusagen. Völliger Quatsch aus meiner Sicht – der Aufwand für eine direkte Auszahlung sollte nach meiner Einschätzung eher geringer sein als die Verwaltung von den ganze VL-Verträgen.

    Gruß
    Garnix

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