Darlehenszinsen minimieren

Die nachfolgende „Methode“ wird meines Wissens selten praktiziert. Keine Ahnung, wieso. Ist jedenfalls kein Problem für darlehensgebende Banken.

Szenario:

  • Baby ist unterwegs, ein Haus muss her
  • Häusschen im Speckgürtel der Stadt kostet 400.000 Euro
  • 150.000 Euro Eigenkapital sind vorhanden
  • 250.000 Euro sollen sicher, günstig und langfristig finanziert werden
  • Die Ratgeber aus dem Umfeld sagen so was wie: „Die Zinsen steigen bestimmt wieder. Sichere die historisch niedrigen Zinsen daher so lange wie möglich.“

Gesagt, getan:

VA

„Zinskosten monatlich“ meint hier die anfänglichen Zinskosten, die im Annuitätendarlehen ja mit jedem Monat ein bisschen weniger werden.

Kann man machen, oder? 25 Jahre Ruhe. Nebenbei spart man noch ein bisschen und kann – je nach Zinskosten bei Ablauf des Darlehens – die Restschuld auf einen Schlag tilgen.

Ich als alter Optimierer würde das nicht machen. Meine Finanzierung sähe so aus:

VB

In meiner Variante, B, senke ich die (anfänglichen) monatlichen Zinskosten von € 422,92 auf € 291,67, indem ich das Darlehen in diesem Beispiel auf fünf Portionen mit fünf Laufzeiten aufteile. Der durchschnittliche Zinssatz sinkt von 2,03 % auf 1,4 %. Die Portionen bzw. Laufzeiten sollten so aufgeteilt sein, dass man ohne Stress und Probleme nach Ablauf der jeweiligen Laufzeit die Restschuld – je nach Entwicklung der Zinskosten – auf einen Schlag tilgen kann. Sind die Zinsen hoch, wird alles getilgt. Sind die Zinsen unverändert oder niedriger und wäre man gerne liquide, wird prolongiert.

Aus meiner Sicht bietet Variante B prinzipiell die gleiche Sicherheit, ist aber flexibler und steigert zudem die Liquidität dank deutlich günstigeren Zinskosten.

 

Ein Gedanke zu „Darlehenszinsen minimieren“

  1. Das mit dem „Alles-auf-einem-Haufen“ Paket machen nicht viele, aber doch einige, z.B. ich.
    Hatte meine erste Immobilie in ca. 1990 finanziert, da lagen die Hypothenzinsen so um die 9-10% (kann sich heute keiner mehr vorstellen….). Mit mehreren Darlehen mit unterschiedlichen Laufzeiten, einem Disagio von 7% und einer Steuerrückerstattung daraus sowie einem Bausparvertrag welcher die Möglichkeit der unbegrenzten Einzahlung und damit der Sondertilgung bot (war damals auch selten) ging die erste Hausfinanzierung über die Bühne, Eigenfinanzierung war so um die 70%…
    Irgendwie heute kaum noch erzählbar, wenn man das in Kreis der frischgebackenen Eltern heute erzählt meinen die das muss vor dem Krieg gewesen sein.
    Inzwischen sind noch weitere Immobilien dazu gekommen, die letzte vor 5 Jahren, Eigenfinanzierung ca. 60%; wieder über Bausparvertrag wegen der Sondertilgung, nach 2 Jahren war alles gut….wer mal 10% Zinsen gewohnt war kann einfach schneller tilgen bei nur noch 1%….

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