Geschenke

Ohne nachzuschauen habe ich letztes Jahr über 3.000 Euro für Geschenke ausgegeben. Geschenke bekommen von mir in erster Linie meine Tochter, meine Freundin und diverse Freunde (diese hauptsächlich in Form von Essenseinladungen in irgendwelchen Restaurants).

Im laufenden Jahr stehen 1.724 Euro auf der Geschenkeuhr. Am liebsten schenke ich übrigens, wenn jemand einen großen Wunsch hat, etwas wirklich braucht oder aber ich eine geniale Superidee habe. Ansonsten finde ich das Thema nervig bis belastend. Ich bin auf dem besten Weg, gar nichts mehr zu schenken, wenn jemand nichts braucht und mir nichts einfällt. Das schließt inzwischen sogar meine Tochter ein, die dann einfach einen Betrag für ihr Depot überwiesen bekommt und das dankenswerterweise völlig in Ordnung findet.

Ich selber will und erwarte keine Geschenke. Einen selbstgebackenen Kuchen finde ich gut. Oder eine halbe Stunde Rückenkraulen. Sowas. Bloß kein Zusatzgedöns.

Das sage ich auch jedem bei jeder Gelegenheit. Nichtsdestotrotz bekomme ich Bücher, die mich nicht interessieren, und DVDs, die ich mangels DVD-Player nicht abspielen kann, geschenkt. Ich kann dann sehen, wie ich den Kram wieder loswerde.

Den Vogel abgeschossen hat dieses Jahr meine schenkwütige Freundin, die mit sagenhaften ZEHN Geschenken, strahlenden Augen und den besten Absichten zu mir kam.

Garnix: „Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!! Keine Geschenke! Bittebittebitte keine Geschenke. Ich brauche und will nix! Du weißt das doch!“

F: „Es macht mir aber Spaß! Stell dich nicht so an.“

ZEHN einzeln eingepackte Geschenke liegen da also auf meinem Esstisch. Scheiße.

Garnix: „Hast du mitbekommen, dass ich versuche, allen möglichen Kram loszuwerden? Minimalismus und so?“

F: „Jaha. Aber es ist doch dein Geburtstag! Und du weißt ja wohl, dass ich es liebe, Geschenke zu machen.“

Garnix: „Okay. Wenn ich einen Wunsch frei hätte – abgesehen davon nix geschenkt zu bekommen – weißt du, was ich mir wünschen würde?“

F: „Neien.“

Garnix: „Einen gratis Müllcontainer, in den ich alles reinwerfen kann, was ich will. Ich bin der glücklichste Mensch, wenn ich mein Haus entrümpele. Und ich habe immer noch 8.000 Sachen, die ich loswerden will.“

F: „Du wirst langsam merkwürdig. So ein bisschen autistisch.“

Garnix: „Genau, vielen Dank!“

Die Diskussion ging dann noch mindestens eine Stunde hin und her. Wer hat mehr Rechte – das Geburtstagskind oder der Beschenker. Meine Rolle war die des undankbaren Absonderlings. Kackrolle.

Der Kompromiss, den wir ausgehandelt haben am nächsten Tag ausgehandelt haben: um mir nicht wie ein geiziger Schmarotzer vorzukommen, lade ich sie an ihrem Geburtstag in die Oper und wasweißichwas ein und sie macht mir danach und im Gegenzug keine Geschenke mehr.

Und ihr so?

2 Kommentare zu „Geschenke“

  1. Hi Garnix,
    ja, diese Geschenkerei ist echt ein Stressor. Meine Strategie: Geschenke annehmen, höflich Danke sagen und dann weiter verschenken.
    Viele Grüße,
    Christian

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  2. Kann mich da nur anschließen…Jedes Jahr zu Weihnachten bekomme ich allerlei „gedöns“. Dann versuche ich nett zu sein und freundlich auf Minimalismus und co. hinzuweisen. Allerdings muss man sich dann anhören „Du bist ja nicht ganz normal, man muss sich doch was gönnen und genießen“. *Seufz* Habe als Kompromis hinbekommen Gutscheine für Kino, Massage und co. geschenkt zu bekommen. Letzten Geburtstag habe ich mir diverse gesunde Lebensmittel gewünscht die mir sonst zu teuer sind (Endlich die Bio Linsen von Alnatura für teure 3,99). Das sind Dinge über die ich mich dann wirklich freue und auch verwenden kann!

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