Urlaub II

Normalerweise fahre ich zweimal pro Jahr mit meiner Tochter in den Urlaub. Es gibt einen Sommerurlaub – meistens so 7 bis 12 Tage. Und es gibt einen Herbstferien-Urlaub – jeweils eine Woche Städtereise. So was wie Rom, London, Berlin, Paris oder Barcelona.

Flugzeit soll im Sommer wie im Herbst maximal vier Stunden betragen, weil sie nicht so gerne im Flieger sitzt. Ihre Mutter fliegt außerdem regelmäßig mit ihr nach Malle, wo ihre Großeltern so ein x-Millionen Haus mit Meerblick, Pool usw. – schönes Ding.

Irgendwer (Peter Sellers oder Oscar Wilde?) hat mal gesagt, dass man nur schöne Frauen heiraten soll, weil man sonst keine Aussichten hat, sie wieder loszuwerden. Ich möchte ergänzen, dass die Frauen, die man heiratet durchaus auch Geld haben dürfen. Schadet nix im Trennungsfall. Abgesehen davon: ohne Ehevertrag läuft garnix mit Garnix. Meinen letzten Ehevertrag habe ich selber entworfen – der Rechtsanwalt/Notar war schwer beeindruckt. Und mein Ex-Schwiegervater war maximal irritiert: „Wieso macht der denn einen Ehevertrag – hat der Garnix mehr Geld als ich?“ – Egal – ich schweife ab.

Ich selber fahre zwischendurch nach Lust und Laune noch mal ohne Kinder mit meiner Freundin weg.

Ansonsten war der Plan für diesen Sommer, eine „Lucia 40“ zu chartern – am liebsten mit meinem Ex-Schwager und dessen Tochter, der Cousine meiner Tochter. Kosten insgesamt mit Flügen hätten so bei 8.000 Euro für eine Woche gelegen (inklusive Flügen usw.). Unser Anteil entsprechend bei 4.000 Euro. Beides Mördervielgeld, das uns Frugalisten die Tränen in die Augen treibt.

Mein Urlaubsbudget der letzten Jahre lag so bei 6.000 Euro pro Jahr. Meine Überlegungen hierzu: es darf einen Bereich geben, wo man nicht primär auf die Kosten achtet. Bei meinen Eltern, beide Nachkriegskinder, ist es das Essen. Die gucken immer nur, was ihnen schmeckt und nicht auf die Preise. Ansonsten total sparsam. Finde ich ganz gut, einen Bereich zu haben, in dem der Fokus ein anderer sein darf als sonst überall.

Nicht falsch verstehen: Konsumgeilheit ist doof. Aber wenn jemand ein Steckenpferd hat wie gutes Essen oder Urlaub, das ihn nachhaltig glücklich macht, kann und soll man immer noch auf Preise achten – aber vielleicht auch erst mal an zweiter Stelle.

Das mit der „Lucia 40“ wurde leider nix – Ex-Schwager ist abgesprungen. Alleine waren mir die 8k€ für eine Woche viel zu heftig. Deshalb: Plan zurückgestellt und Häusschen auf Airbnb gesucht. Bin seit Jahren großer Airbnb-Fan.

Das Haus auf Korsika aus dem letzten Beitrag war ein Volltreffer. Sofort verknallt und innerhalb von fünf Minuten Flüge und Haus gebucht. Preis für eine Woche im „Frugalisten-Häusschen“ (Zitat Doc Schneider) 2.800 Euro (7 x 360€ plus Nebenkosten – Preis war sonst 400€ pro Übernachtung – war gerade im Angebot) plus rund 1.000 Euro für die Flüge.

Garnix war glücklich. Alles geregelt. Am nächsten Morgen habe ich mir dann per Streetview die Adresse näher angesehen, die null zum Häusschen gepasst hat. Danach das Anbieter-Profil gecheckt, das erst ein paar Tage alt war. Gästefeedback gabs auch keins. Hintenraus noch eine Google-Recherche nach den aktuell üblichen Betrügereien bei Airbnb: es gibt inzwischen jede Menge „Anbieter“, die außerhalb der Plattform und vorab eine Kaution überwiesen haben wollen. Keine Ahnung, bei wem das klappen soll.

Jedenfalls habe ich den Anbieter dann ergebnislos um Aufklärung all meiner Fragen gebeten. Inzwischen sind Flüge und Häusschen storniert. Flugpreis und Airbnb-Anzahlung wurden zeitnah wieder gutgeschrieben:

airbnb

Sehr schade. Die Häusschen-Anzeige ist inzwischen übrigens von Airbnb verschwunden.

Nächster Plan war ein Hausboot (http://www.ostseeferienhaus.de/lapeniche.php) ist aber natürlich viel zu spät bzw. ausgebucht.

Aktuell schaue ich mir https://www.kretafan.de/unsere-ferienvillen/ an. Aber wir waren letztes Jahr schon auf Kreta. Ganz schön, aber irgendwie auch langweilig. Europa ist irgendwie abgegrast. Meine Tochter hat inzwischen 10 Sommerurlaube und 10 Städtetrips quer durch Europa auf dem Buckel (außerdem mindestens 20 x Mallorca).

Kurz: wir haben keine Ahnung, wohin. Hilfe!