Optimierung des Stromverbrauchs

Pro Jahr hatte ich in meinem Häusschen einen Stromverbrauch von rund 5.500 kWh. Das macht dann ca. 1.300 Euro Stromkosten pro Jahr. Ist viel, dachte ich und fing an, mit so einem Strommeßgerät einzelne Verbraucher zu messen und alle in ein Excel-Sheet einzutragen. Kann man machen, ist aber nervig.

Und man kann mit dieser Methode auch nicht alles messen. Kühlschrank, fest installierte Lampen, Sprechanlage… lassen sich gar nicht oder nur schlecht messen.

Wenn man es richtig machen will, braucht man einen „intelligenten Stromzähler“. Meiner kommt von der Firma Discovergy. Die Installation des Smartmeters kostet einmalig 60 Euro und findet in Abstimmung mit dem Grundversorger statt. Der alte Zähler wird durch Discovergy an den Grundversorger übergeben. Neben den einmaligen Kosten fällt dann noch eine jährliche Miete von 60 Euro an, die Discovergy in meinem Fall per Lastschrift einzieht.

Angeblich berechnen die Grundversorger für die regulären Stromzähler an irgendeiner Stelle auch sowas wie eine Miete oder Bereitstellungsgebühr in Höhe von monatlich 2 – 3 Euro. Die Mehrkosten für den Smartmeter lägen demnach nicht bei 5 Euro pro Monat, sondern nur bei 3 bis 2 Euro.

Und dann?

Der Smartmeter hat eine Internetverbindung und überträgt den Stromverbrauch live zu Discovergy, die die Daten aufbereiten und übers Internet bereitstellen. Zugriff erfolgt über einen Internet-Browser oder über das Smartphone. Wenn der Smartmeter vorübergehend keine Internetverbindung hat, werden die Verbräuche übertragen, sobald die Verbindung wieder steht.

Im nachfolgenden Bild sieht man meine Verbräuche der letzten drei Monate.

discoverg1

Insgesamt habe ich meinen Verbrauch von 5.500 kwh auf ca. 1.700 kwh reduzieren können – ohne dabei irgendeinen Komfortverlust zu erleiden. Die jährlichen Stromkosten liegen jetzt bei ca. 430 Euro, wobei ich tatsächlich jedes Jahr den Anbieter wechsle, um die diversen Boni abzukassieren.

Jährliche Ersparnis:

  • alter Verbrauch: 1.300 Euro
  • neuer Verbrauch: 430 Euro
  • Mehrkosten Smartmeter vs Standard-Stromzähler: 36 Euro

= 1.300 – 430 + 36 = 906 Euro p.a. oder 75,50 Euro pro Monat

Meine Aha-Erlebnisse:

  • Ich hatte im Eingangsbereich zwei Deckenleuchter mit insgesamt 50 kleinen Glühbirnen. Wenn die brannten, waren das 650 Watt Stromverbrauch. Ausgetauscht durch wunderbar warmes und gemütliches LED-Licht. Sieht besser aus als vorher und verbraucht nur noch 30 Watt.
  • Die Pumpe der Gasheizung verbrauchte so 100 Watt. Ausgetauscht durch eine Hocheffizienz-Pumpe, die nur 20 Watt braucht.
  • Die Sprechanlage/Türklingel brauchte permanent 10 Watt (ca. 25 Euro pro Jahr). Abgeklemmt (Sicherung raus). Ich mache Staubsaugervertetern und Postboten eh nicht auf und weiß immer vorher wenn jemand kommt, dem ich die Tür aufmache.

Außerdem:

  • Komplett auf LED Lichter umgestellt (alle mit super gemütlichem Licht).
  • Ich lege das Haus stromtechnisch quasi komplett lahm, wenn ich das Haus verlasse und vorm Schlafen. Dazu benutze nachfolgende Funksteckdosen, die sehr zuverlässig arbeiten. Eine Fernbedienung liegt im ersten Stock neben meinem Bett. Die zweite liegt im Erdgeschoß in der Nähe des Ausgangs. Dank dieser Funksteckdosen kann ich die Grundlast auf 28 Watt runterfahren. Außerdem schlafe ich so ohne unnötigen Elektrosmog durch Telefon und Wlan.funksteckdosen

Sonst noch was?

Yes. Noch ein Extra-Tipp, der nicht nur Strom, sondern auch noch Gas einspart. Ich habe mir noch eine WLAN-Steckdose gegönnt und meine Heizung daran angeschlossen.

wlan steckdose

In Wahrheit brauche ich an den allermeisten Tagen heißes Wasser nur morgens, wenn ich dusche. Über diese WLAN-Steckdose verwalte ich einen „Schedule“, der die Heizung morgens für 20 Minuten laufen lässt und dann stillegt. Sollte ich abends noch mal baden oder duschen wollen, greife ich 15 – 20 Minuten vorher zum Smartphone und schalte die Heizung per Timer ein (geht dann automatisch nach der voreingestellten Zeit wieder aus).

Hinweis: so richtig Sinn macht das nur im Sommer, wenn man die Heizung nur fürs Warmwasser braucht. Für den Winter habe ich mir aber auch eine Fernsteuerung überlegt. Im Wohnzimmer liegt ein Thermometer, das mir die Temperaturen in eine Handyapp überträgt. Wenn ich unterwegs bin, kann ich also die Temperatur im Haus kontrollieren und ggf. die Heizung ein- oder ausschalten.

Extra-Vorteil: es findet meines Wissens keine Stomzählerkontrolle mehr statt. So weit ich weiß, meldet Discovergy den jährlichen Verbrauch automatisch dem Grundversorger. Heißt: ein nerviger Termin weniger pro Jahr. 🙂

2 Kommentare zu „Optimierung des Stromverbrauchs“

  1. Positiver Nebeneffekt: Stromverbraucher die abgeklemmt sind, können keinen Brand verursachen. Und elektrische Verbraucher sind für ca. 30% aller Brände verantwortlich.

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  2. Klar, der komfortgewinn ist unbestreitbar. Aber hast du dir schon mal Gedanken über die anfallenden Daten gemacht? Wenn dein Stromversorger nicht nur weiß, mit welchem gerät du kochst, sondern genau weiss, wann du welches Fernsehprogramm eingeschaltet hast? (https://m.heise.de/security/meldung/Smart-Meter-verraten-Fernsehprogramm-1346166.html). Ja, vllt guckst du kein Fernseh, aber evtl verstehst du trotzdem, was für Möglichkeiten das eröffnet (die dir irgendwann mal auf die Füße fallen werden). Die Stasi hätte von solchen Bürgern geträumt…

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