Wohneigentum

gedöns

Von den Freuden des Wohneigentums… oder wie ich letztes Jahr nebenbei 20.000 Euro ausgegeben habe.

Los ging alles mit einem Wasserschaden. Man wollte unter anderem einen Bagger über mein Haus heben und alles aufbaggern. Und so richtig klar, was die Gebäudeversicherung von den Arbeiten vorm und hinterm Haus übernehmen würde, war es nicht.

Sichtbar wurde der Wasserschaden in der Küche.

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Die Versicherung schickt bei sowas einen Gutachter. Danach bekommt man hoffentlich eine Kostenzusage und meistens empfiehlt die Versicherung auch eine Firma, die sich um alles kümmert. Normalerweise. Problematisch kann dann nur sein, dass der Wasserschaden seinen Ursprung gar nicht im Haus hat. Viele Versicherungen übernehmen dann gar nichts oder haben einen Cap – sowas wie 5.000 Euro.

Die Videoaufnahmen, die ich dann von allen Rohren im, hinterm und vorm Haus habe machen lassen, zeigten einen Rohrbruch hinterm aus und eine Rohrabsenkung vorm Haus.

Firma: „Tja, dann holen wir mal einen Kran, heben einen Bagger übers Haus und baggern hinterm Haus alles auf.“

Nebenbei erwähnt: ich hatte drei Wochen vorher nagelneuen Rollrasen verlegen lassen.

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Das Bild zeigt den Rollrasen hinterm Haus. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, gemütlich und barfuss zum Saunahäusschen im Hintergrund zu laufen. Stattdessen: Monate lang leben auf der Baustelle – ohne Küche, denn die war inzwischen abgebaut.

GoG: „Kann man die Rohre nicht so freigraben? Von Hand? Macht doch weniger Schaden. Ich weiß doch auch gar nicht, was die Versicherung zahlt.“

Firma: „Haha. Neenee. Da braucht man schon einen Bagger.“

Mir war schlecht. Ich schickte die Firma weg, fuhr in meiner Verzweiflung in den nächsten Baumarkt und kaufte mir einen Spaten.

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Dank der Videoaufnahmen hatte ich eine Idee, wo der Rohrbruch ist. Man sieht meine erdfarbene Hose, den Spaten und die Anfänge eines Lochs. Von wegen Bagger.

Nach vier Stunden folgendes Bild.

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Ich war sehr stolz auf mich. Ich hatte ein Loch gegraben! Kann ich total empfehlen. Quasi eine meditative Übung. Und noch besser…

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Ich hatte den Rohrbruch erwischt. Sieht man jetzt nicht so gut… aber ich lüge nicht.

Der Rohrbruch wurde behoben. Die Versicherung übernahm den kompletten Schaden in Höhe von 18.000 Euro. Postwendend wurde mir die Gebäudeversicherung natürlich gekündigt.

Zwischenstand: reparierter Rohrbruch und noch immer keine Küche.

Der Spülschrank der Küche war in Mitleidenschaft geraten. Ich hätte jetzt einen Schreiner gebraucht, der mir die zwölf Jahre alte Küche teilweise nachbaut. Auch Quatsch. Also brauchte ich eine neue Küche… diesmal auf eigene Kosten. Die Versicherung übernahm nur den Ersatz für den Spülschrank.

Küchenstudio. Erstes Angebot: 23.000 Euro. Ich schrie das halbe Küchenstudio zusammen, weinte und handelte den Bums auf 10.000 Euro runter.

Und, ja, ich weiß, es gibt auch Küchen für 2.000 Euro. Aber es macht schon Sinn, eine Küche zu kaufen, die bei mir auch reinpasst und den Platz ausnutzt.

Wenn man dann so eine tolle neue Küche hat, kommt man auf komische Gedanken. So was wie: „naja, eigentlich müsste man nach zehn Jahren auch mal wieder streichen. Neues Bett wäre auch fällig. Und das Arbeitszimmer ist auch eine Katastrophe.“

Gesagt, getan. Problem war nur: ich wollte keine Handwerker mehr sehen und auch keine mehr bezahlen. Ist nur blöd, wenn man handwerklich nix kann.

Erst mal habe ich nach Farben gegoogelt. Ich bin ja schon alt und manchmal schnappt man irgendwelche Sachen auf. Zum Beispiel: nicht an der Farbe sparen. Die beste Farbe der Welt heißt Caparol Indeko Plus. Der Eimer kostet das Vierfache von Baumarktfarbe, ist aber jeden Cent wert, weil die Farbe perfekt deckt und keine Streifen hinterlässt. Das erste Zimmer war gestrichen. Danach das zweite und dritte. Beim vierten Zimmer hatte ich keine Lust mehr. Hatte auch keine Ahnung, wie ich, ohne im Rollstuhl zu landen, das Treppenhaus hätte streichen sollen. Also einen Maler angerufen…

Zwischendurch das Haus entrümpelt, neuen Schreibtisch und neuen Monitor fürs Arbeitszimmer gekauft und noch so ein paar andere Sachen.

Am Ende standen zusammen mit der Küche 20.000 Euro auf der Uhr. Nichts davon war geplant oder Teil eines Budgets. Ich habe mich von der einen in die nächste Ausgabe treiben lassen.

Zwischendurch habe ich mir nichts sehnlicher als eine Mietwohnung gewünscht. So ein bisschen traumatisiert, wie aus dem Nichts Kosten entstehen, bin ich heute noch.

Kann man noch viel zu schreiben. Aber der Liegestuhl ruft gerade ganz laut.

ps_
Irgendwann erkläre ich dann auch, was ich mit der Armada an Notebooks so mache.

7 Kommentare zu „Wohneigentum“

  1. Musik hören und Urlaubsfotos betrachten? 😉 Oh Mann, das hört sich ja übel an! Ich hoffe, dass ihr jetzt Ruhe habt und sowas Nerviges nicht mehr vorkommt. Bringt einen zum Nachdenken, ob man wirklich mal ein Eigenheim besitzen möchte.

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  2. Hallo, Dr. Clay. Ja, die alte Diskussion, ob Wohneigentum ein Asset oder eine Verbindlichkeit ist. Gerald Hörhan, der viel schlauer ist als ich, wohnt meines Wissens zur Miete, obwohl er selber 100+ Wohnungen vermietet. 🙂
    Auf die ganzen Notebooks komme ich später noch mal zurück.

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  3. üü0
    9Du wolltest noch auf die Notebooks zurück kommen 😉

    Was mich aber viel mehr interessiert: Wie zur Hölle kriegt man ne Küche statt 23k für 10? Ich meine die wollen ja auch noch was dran verdienen. Statt 23k 20 oder 18 könnte ich ja noch verstehen…
    aber jetzt hast du mich neugierig gemacht!

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  4. Hi Michael,
    die Notebooks werfe ich jeden Freitag nach Börsenschluss an und lasse parallel sechs, sieben Stunden Daten aufbereiten. Komme mit einem Rechner einfach nicht hin. Sind aber größtenteils alte, gebrauchte Kisten.
    Die 23.000 Euro waren der idiotische Listenpreis. Kaufe nicht so oft Küchen, hatte aber davon gehört, dass bei Küchen Mondpreise aufgerufen werden. Übrigens war ich zusammen mit Chefeinkäufern aus Daxunternehmen mal auf so einem Verhandlungsseminar. So ein 3.000 Euro Zweitagesseminar. Ich sag mal so: ich war nicht soo schlecht. Wenn dich das Thema interessiert: das Buch „Deal! Du gibst mir, was ich will ist“ von Jack Nasher ist sein Geld wert. Kann ich auch als Hörbuch empfehlen – hat eine sehr angenehme Stimme, der Nasher Jack.

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  5. Hi Garnix,

    danke für deine prompte Antwort. Als IT-affiner Mensch stelle ich mir da die Frage, ob es nicht sinnvoller/schneller/effizienter ist, dir im Internet Rechenkapazität anzumieten (AWS z.B.) und diese das rechnen zu lassen. Sind ja hochskalierbar und mittlerweile zahlst du ja nur für die tatsächliche Rechenzeit (http://www.zdnet.de/88312637/aws-startet-sekundengenaue-abrechnung/). Dadurch hättest du deine Ergebnisse schneller, möglicherweise günstiger (der Zahlenotto bist du =P ) und du hättest mehr Platz auf deinem Schreibtisch 😉

    Das Buch habe ich mir direkt auf meine Wunschliste gesetzt, danke für den Tipp! Und du erwähntest dass du die 1000en Stunden an angelesenem Wissen gerne weitergeben würdest, aber deine Freunde sich nicht dafür interessieren. Ich weiß zwar nicht, ob ich jemals so ein Zahlenotto werden werde, aber ich wäre mal an einem Einstieg in diese Welt interessiert. Daher wollte ich mal hören, ob du gute Buchtipps hast, um langsam und stetig mit der Materie anzufangen? (Unternehmensanalyse, Investment-Strategien,… -> alles was dich zu deinen gigantischen Excel-Sheets geführt hat)

    liebe Grüße,
    Michael

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  6. Hi Michael,

    ich bin bei weitem nicht so der Supercrack und fühle mich mit meiner Notebook-Sammlung gerade ganz wohl. 🙂
    Buchtipps und so was greife ich bei Gelegenheit gerne mal auf.

    Viele Grüße
    Garnix

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  7. Ich schließe mich Michael an und bin extrem neugierig.
    Bisher folge ich den typischen Finanzbloggern (Kommer Freunden und ETF Investoren) und hab die Levermann-Strategie mir angelesen. Hätte allerdings null dagegen schneller bei der finanziellen Unabhängigkeit ohne Hals-Bein-Genickbruch anzukommen.

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