250.000, 260.000

Die Chronistenpflicht. Während wir mit dem Wohnmobil die erste Nacht im Wald überlebt haben und gerade einen Zwischenstopp Richtung Dresden (oder so) machen, hat das Depot gestern die 250.000 und kurz danach auch noch die 260.000 Euro erklommen (Netto-Depotwert ohne Hebelchen). Vermögen wächst demnach aktuell um 152k€ pro Jahr. Für die Strecke von 200 bis 260k€ haben wir volle drei Tage gebraucht.

260

@Wohnmobil: schlafen, kochen, duschen, faul rumsitzen und Depotstände mit Handy und Notebook kontrollieren klappt ziemlich gut.

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Schöne Feiertage!

Diversifikation

  • Charlie Munger: „Students learn corporate finance at business schools. They are taught that the whole secret is diversification. But the exact rule is the opposite. The ‘know-nothing’ investor should practice diversification, but it is crazy if you are an expert. The goal of investment is to find situations where it is safe not to diversify. If you only put 20% into the opportunity of a life-time, you are not being rational. Very seldom do we get to buy as much of any good idea as we would like to.“
  • Warren & Charlie: „WB: If we were running only our own money, putting 75% of our net worth in a single position is not a problem if it is something we really have high confidence in. Putting 500% or more of your net worth in a position is a problem. Several times I have had 75% of my non-Berkshire net worth in a situation. You will see things where it would be a mistake not to act. You won’t see them often, and the press and your friends won’t be talking about them. Wouldn’t you say, Charlie? 75% is not a real significant amount?CM: Sometimes, I have had more than 100% in an individual investment.“
  • Warren: „I have 2 views on diversification. If you are a professional and have confidence, then I would advocate lots of concentration. For everyone else, if it’s not your game, participate in total diversification. The economy will do fine over time. Make sure you don’t buy at the wrong price or the wrong time. That’s what most people should do, buy a cheap index fund, and slowly dollar cost average into it. If you try to be just a little bit smart, spending an hour a week investing, you’re liable to be really dumb.“
  • Warren: „The question is about diversification. I have a dual answer to that. If you are not a professional investor. If your goal is not to manage money to earn a significantly better return than the world, then I believe in extreme diversification. I believe 98% – 99% who invest should extensively diversify and not trade, so that leads them to an index fund type of decision with very low costs. All they are going to do is own part of America. And they have made a decision that owning a part of America is worthwhile. I don’t quarrel with that at all. That is the way they should approach it unless they want to bring an intensity to the game to make a decision and start evaluating businesses. Once you are in the businesses of evaluating businesses and you decide that you are going to bring the effort and intensity and time involved to get that job done, then I think diversification is a terrible mistake to any degree. I got asked that question the other day at SunTrust. If you really know businesses, you probably shouldn’t own more than six of them.If you can identify six wonderful businesses, that is all the diversification you need. And you will make a lot of money. And I can guarantee that going into a seventh one instead of putting more money into your first one is gotta be a terrible mistake. Very few people have gotten rich on their seventh best idea. But a lot of people have gotten rich with their best idea. So I would say for anyone working with normal capital who really knows the businesses they have gone into, six is plenty, and I probably have half of what I like best. I don’t diversify personally. All the people I’ve known that have done well with the exception of Walter Schloss, Walter diversifies a lot. I call him Noah, he has two of everything.“

Risikoavers zu sein ist gut. Für mich bedeutet das, nichts zu kaufen, dessen Wert ich nicht überprüft habe. Im Zweifel kostet das viel Zeit. Macht aber auch Spaß: ich kann jedem nur empfehlen, beispielsweise den 10-K von Cytosorbents zu lesen. Auf schlanken 105 Seiten stehen da spannende Sachen.

Diversifikation ist für mich ein Bekenntnis zu Phlegma und Desinteresse. Nicht weiter schlimm. Ich interessiere mich auch nicht für Hallenhalma oder Lepidopterologie. Aber viel zu reden gibt es mit ETF-Sparern dann halt auch nicht. Und dass gefühlte 80 Prozent der Finanzblogger ETF-Sparen und damit maximales Desinteresse am Thema idealisieren und propagieren, verbuchen wir mal unter „Geschmackssache“.

Meiner ist es nicht.

Die Kollegin und die Ode an Garnix

Als Student habe ich mal zwei Jahre in irgendeinem Kabums gearbeitet. Als ich gewechselt bin, hat eine Kollegin eine Ode für mich verfasst. Vor ein paar Wochen ist mir das Ding aus irgendeinem Ordner entgegengefallen. Habe die Kollegin knapp 20 Jahre nicht mehr gesehen. Wird mal wieder Zeit für eine Fanta mit ihr.

Ode an Garnix

Anfangs konnte er schon befremdent sein,
mit Gottkomplex und Heiligenschein,
wenn aus der Ecke kam sein Stöhnen,
na ja, man kann sich an alles gewöhnen!

Irgendwie zog er immer Problemfälle an,
bei ihm lauf aus, was ein anderer nicht kann.
Auf jeden Fall ist er sehr hifsbereit,
ist der, der immer „hier“ als erster schreit!

Auch wenn das Hemd mal aus der Hose hängt,
und man nicht sieht, wo die Frisur anfängt,
ist er ansonsten so was von akkurat,
fast Gentleman mit Weltformat.

Er wirkt so sehr still und introvertiert,
ein Mensch, den man einfach ganz hoch estimiert.
Ein ganzer Mustermann der gepflegten Distanz,
doch nicht zu verwechseln mit Ignoranz.

Er stellt dar, was die Finanzwelt propagiert,
deshalb er auch nach diesem Ziele destiniert.
Ob als gescheiterter Prosaist oder verkappter Jurist,
er scheint, in seinen Rollen ist er Polygamist.

Nun, das ist der Fluch mit der „Hyper-„Intelligenz,
man ist halt zu gut und keiner erkennt’s!
Und bei den Meistern ist’s wie mit Frau Schrodt,
berühmt werden sie halt erst nach dem Tod!

Auch wenn er nach außen wie ein „Steifkragen“ scheint,
kommt bald der Punkt, wo man das nicht mehr so meint…
denn Humor ist bei ihm irgendwie schon zu finden,
man muss sich beim Graben nur lange schinden!

Ja, ja unser Meister der Interpunktion,
man kann fast sagen, Witz hat er schon.
Und Meister ist er auch in Fragen der Rhetork,
ganz zu schweigen von seinem „Steifkragen-Schick“.

Seine Affinität zu Bank und Kunst birgt Ambivalenz,
so könnt man fast sprechen von Omnipotenz.
Aber vielleicht ist er im Innern doch davon besessen,
der Prosa zu frönen und die Bank zu vergessen?

Überhaupt wollte er ja als Student durch’s Leben gehen,
doch auch er muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
Und die Einsicht hat auch nur 28 Jahre gedauert,
Tendenz: keine Schlüssel und von innen eingemauert!

Ist sein französisch auch sehr rudimentär,
und seine Knotenbindung extraordinär,
so wird er doch weiter seinen eigenen Stil fahren,
um sich vor dem Antipurismus zu bewahren.

Sakkos vom Flohmarkt sind bald nicht mehr sein Stil,
auch wenn uns allen grad‘ das so sehr an ihm gefiel!
Und wie du dich in Zukunft auch entscheidest,
Jura, Bank, Prosa – wo auch immer du weidest,

bleib den Prinzipien treu, die dir keiner nehmen kann,
und wenn alles nichts nutzt, zieh den „Steifkragen“ an.

Und, hey, Bänker gebt fein acht,
seid beim Herrn Garnix darauf bedacht,
dass er so ehrgeizig und ambitioniert,
euern Laden hat bald neu strukturiert.

Wenn er erstmal den Hang zum Theatralischen verliert,
und sich in seiner Herrscher-Fantasie profiliert,
ist er bald Chef vom Trianon-Tower,
verdient im Monat mehr als sein Erbauer.

Dann habt ihr nichts mehr zu lachen,
bleibt zu sagen: lass den Garnix mal machen!
Und hey… „weißt du, was ich mein?“,
wird dann internationale Sprache sein.

Seine große Karriere ist bald abzusehen,
da alle Zeichen schon in die Richtung stehen,
denn wer so schnell vom ausgebuhten Eliteabiturient,
mutiert, zum „Bankenheini, der ohne Schlips rumrennt“,

dem kann in Zukunft nur Gutes geschehen,
und die puristische Zeit wird auch dir mal vergehen!
Sprich immer mit Freunden, „du weisst, was ich mein“,
das können auch schon mal die Imaginären sein!

Mach einfach in Zukunft das, für was du geschaffen bist,
und gib die Hoffnung nicht auf, dass es doch die Prosa ist.
Monsieur la banque, fait le bon et au revoir,
und dass du nicht endest im nächsten trottoir!

 

Melancholische Einlage

Vor Jahren habe ich mal im Jahresabschluss meines heutigen Ex-Schwiegervaters rumgeschnüffelt. Frei nach dem Motto: „man darf nur sehr schöne oder sehr reiche Frauen heiraten – sonst hat man keine Aussichten, sie wieder loszuwerden“. Unterm Strich hatte er sowas wie 250k€ netto auf der Uhr. Das war schon ein ganz schöner Batzen: 250.000 Euro netto. Geht.

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Wie viel Platz braucht man so?

Würde man einen GPS-Tracker an meinem Bein andübeln und mein Bewegungsprofil in meinem Haus nach Feierabend aufzeichnen, würden alle denken: der ist tot. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, falle ich schnurstracks ins Bett und bewege mich nicht mehr. Wenn, dann nur aus Versehen oder mit höchstem Widerwillen. Keine Kraft mehr. Akku leer und so was. Die alte Geschichte: ordentliche Gehälter wollen meistens leider verdient sein.

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